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SAP kann sich wieder größere Übernahmen vorstellen

Finanzvorstand Werner Brandt: „Könnten Übernahme in fast jeder Größenordnung stemmen“

Unternehmen nimmt vor allem Cloud-Anbieter ins Visier – Cloudlösungen langfristig genauso profitabel wie traditioneller Verkauf von Software

München. Der Walldorfer Softwarekonzern SAP kann sich künftig auch wieder größere Übernahmen vorstellen. Bei möglichen Akquisitionen „könnten wir fast jede Größenordnung stemmen“, sagte Finanzvorstand Werner Brandt gegenüber in einem Interview mit BÖRSE ONLINE und Euro am Sonntag. Je nach Größenordnung könne man zur Finanzierung dabei auch auf die Aufnahme von Fremdkapital zurückgreifen. Allerdings ginge es bei einer möglichen Kreditaufnahme nur darum, „relativ kurze Zeiträume zu überbrücken“ und das aufgenommene Geld kann „zügig zurückzuzahlen oder in den Kapitalmärkten zu platzieren“. Zu möglichen Akquisitionszielen sagte Brandt, im Vordergrund stünden Cloud-Anbieter. Es gebe derzeit aber keine möglichen Kandidaten, „über die wir öffentlich diskutieren“.

Zugleich wies Brandt Einwände von Investoren zurück, wonach das Cloud-Geschäft mit Mietsoftware über das Internet das traditionelle Geschäftsmodell des Konzerns kannibalisiere: Langfristig könne SAP mit Cloudlösungen „dieselben Margen erzielen wie mit dem traditionellen Geschäft“, sagte Brandt der Wirtschaftszeitung.

Das größte europäische Softwarehaus hatte am Dienstag die Zahlen für 2013 veröffentlicht und seine Zielvorgaben teilweise revidiert. Danach soll die um Sondereinflüsse bereinigte operative Marge nun bis 2017 auf 35 Prozent steigen. Bislang wollte SAP dieses Ziel bereits 2015 erreichen. Im Vorjahr hatte der Weltmarktführer für Software zur Steuerung von Unternehmen eine Umsatzrendite von 32,6 Prozent erreicht.

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Neue Konsolengeneration: Sony hat auch in Deutschland klar die Nase vorn

München. Im Duell der neuen Videospielekonsolen hat Sony zum Start auch in Deutschland einen klaren Punktsieg eingefahren. Von der Markteinführung Ende November bis zum Jahresende hat der japanische Unterhaltungselektronikkonzern in Deutschland rund 250.000 Einheiten seiner PS4 abgesetzt. Microsoft kam mit seiner Xbox One zum Stichtag 31.12.2013 auf gut 100.000 Geräte. Das berichtet die Wirtschaftszeitung €uro am Sonntag unter Berufung auf Daten des Marktforschungsunternehmens Media Control GfK hervor. Die Xbox One ist in Deutschland seit dem 22. November 2013 im Handel, die PS4 kam eine Woche später. Trotz der kürzeren Verfügbarkeit haben die Japaner ihren härtesten Rivalen zur Markteinführung klar hinter sich gelassen.

 Auch weltweit hat Sony zum Start die Nase vorn. Insgesamt haben die Japaner nach eigenen Angaben bis Ende 2013 4,2 Millionen Einheiten ihrer neuesten Konsolengeneration verkauft. Microsoft kam im gleichen Zeitraum auf über drei Millionen Einheiten. Allerdings war die Xbox One zum Start in weniger Ländern verfügbar als die PS4. Nach früheren Angaben will Sony bis Ende März weltweit über fünf Millionen Konsolen absetzen.

Bei den Spieleanbietern verbuchte US-Riese Electronic Arts (EA) mit der Fußballsimulation „Fifa 14“ (PS 4) und dem Ego-Shooter „Battlefield 4“ (Xbox One) einen Doppelerfolg. In der Gesamtjahreswertung über alle Plattformen machte 2013 Take2 mit seinem Actionknaller „GTA V“ vor „Fifa 14“ das Rennen.

Beschäftigungsaufbau verliert an Kraft

Konjunktur» Nach dem jahrelangen Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt dürften 2014 nur noch wenige zusätzliche Stellen geschaffen werden – wenn überhaupt.

München. Dem jahrelangen Aufschwung auf dem deutschen Arbeitsmarkt dürfte ungeachtet der konjunkturellen Zuversicht vieler Unternehmen im kommenden Jahr wohl die Puste ausgehen. Das berichtet die Wirtschaftszeitung Euro am Sonntag (E-Tag: 21.12.2013) unter Berufung auf eine Umfrage  unter den führenden deutschen Wirtschaftsverbänden hin.

 Danach gehen derzeit lediglich die Unternehmen des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus für 2014 vom einem erneuten Stellenaufbau aus. Danach rechnet der Maschinenbauverband VDMA rechnet angesichts eines erwarteten Produktionsplus‘ von drei Prozent „im nächsten Jahr mit einem weiteren Beschäftigtenzuwachs von 2000 bis 5000“, zitiert den Wirtschaftszeitung VDMA-Chef-Volkswirt, Ralph Wiechers. Dies würde Ende 2014 einem Stand zwischen 98800 und 991000 Beschäftigten entsprechen. Je nach Entwicklung könne jedoch auch die Marke von einer Million fallen, sagte Wiechers.

 Damit würde die Branche ihre gute Entwicklung fortsetzen, wenn auch auf niedrigerem Niveau. Alleine im laufenden Jahr hatten die deutschen Maschinenbauer nach VDMA-Berechnungen rund 8000 neue Stellen geschaffen.

 Konjunktur-Zuversicht

Dagegen erwarten die Unternehmen der deutschen Automobilindustrie nach Stellen-Zuwächsen von rund 14000 im laufenden Jahr für 2014 hierzulande eine „stabile Beschäftigung“, sagte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann der Zeitung.  Zur Begründung verwies Wissmann auf die Verbandsprognose für das kommende Jahr. Danach geht der VDA bei der Inlandsproduktion von einem leichten Produktionsplus auf rund 5,47 Millionen Pkw aus. Der Zuwachs dürfte damit alleine über die erwarteten Produktivitätszuwächse der Branche zu stemmen sein.

Auch die deutschen Chemie-Unternehmen planen nach dem Beschäftigungsaufbau 2013 zunächst keine weiteren Stellenausweitungen. Man gehe für nächstes Jahr von „einer gleich bleibenden oder leicht rückläufigen Beschäftigung“ für die Branche aus, sagte VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann unter Verweis auf die erwartete Marktentwicklung: Die Produktion dürfte 2014 um zwei Prozent zulegen. Für einen „spürbaren Beschäftigungsaufbau“ reiche dieser Zuwachs „sicher nicht aus“, sagte Tillmann.

Sorge im Einzelhandel

Deutlich skeptischer äußerte sich der Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE), Josef Sanktjohanser. Zwar sei es für eine konkrete Umsatz- und Beschäftigungsprognose für 2014 derzeit „noch zu früh“. Allerdings warnte der HDE-Präsident vor den möglichen Folgen der von der Großen Koalition angestrebten einheitlichen Lohnuntergrenze: Der geplante Mindestlohn von 8,50 Euro sei „in einigen Regionen nicht darstellbar“ und  gefährde „Arbeitsplätze im Einzelhandel“, sagte Sanktjohanser.

Auch die geplanten Änderungen bei Zeitarbeit und befristeten Beschäftigungsverhältnissen stoßen bei mehreren Verbänden auf Kritik. Man sehe mit Sorge, „dass auf dem Arbeitsmarkt bewährte und wichtige Instrumente eingeschränkt werden sollen“, mahnte etwa VDA-Chef Matthias Wissmann. Die bestehende Flexibilität dürfe nicht durch  „starre Regeln ersetzt werden. Die Große Koalition strebt unter anderem an, dass Arbeitsverträge künftig nur noch befristet werden dürfen, wenn es dafür einen konkreten Grund gibt, wie etwa Elternzeit.

Ubisoft rechnet mit starkem Start von PS4 und Xbox One

Größter europäischer Videospieleanbieter rechnet mit hohem Wachstum bei Xbox One und PS4 – Konzern erwartet nach Einführungsphase sinkende Entwicklungskosten

München. Der französische Videospieleanbieter Ubisoft rechnet mit einem starken Start der neuen Spielekonsolen von Sony und Microsoft: „Wir erwarten, dass sich die PS4 und die Xbox One in den USA sowie Europa innerhalb der ersten beiden Jahre nach Markteinführung doppelt so häufig verkaufen werden wie die PS3 und Xbox 360 im vergleichbaren Zeitraum“, sagte der Chef der französischen Ubisoft-Studios, Xavier Poix gegenüber BÖRSE ONLINE. Bis Ende 2015 entspräche das in beiden Märkten einem Absatz von insgesamt „28 Millionen Xbox One und PS4“, sagte Poix.

Sony und Microsoft Konzerne hätten sich zur Markteinführung für „sehr wettbewerbsfähige Preise“ entschieden. Mit 399 Euro für die PS4 bzw. 499 Euro für die Xbox One seien beide Geräte bei der Suche nach passenden Weihnachtsgeschenken „häufig in der engeren Wahl“. Dies werde den Absatz in den nächsten Wochen weiter antreiben.

Mit dem bisherigen Konsolen-Start zeigte sich Poix „sehr zufrieden“. Viele Gamer hätten „sehnsüchtig“ auf die neuen Geräte gewartet. Dies habe sich in den hohen Verkäufen der vergangenen Tage niedergeschlagen, sagte der Chef der französischen Entwicklungsstudios in Paris, Annecy und Montpellier.

Auch beim größten europäischen Videospieleanbieter nimmt das Geschäft rechtzeitig zum wichtigen Weihnachtsgeschäft nun richtig Fahrt auf. „Unser Blockbuster-Titel Assassins Creed IV: Black Flag war in den USA bei Tophändlern wie Amazon auf beiden neuen Konsolen unter den Top 3“, sagte Poix. Viele Gamer hätten sich im Vorfeld des Konsolenstarts mit dem Kauf der neuesten Version des Action-Abenteuers zurückgehalten. Nun ziehe das Geschäft an.

Poix zeigte sich zuversichtlich, dass die Entwicklungskosten für Ubisoft nach dem Konsolenstart wieder sinken werden. Ubisoft wolle zum Start einer neuen Konsolengeneration mit vielen attraktiven Spielen vertreten sein. Dies gelte auch für die Einführung von Xbox One und PS4. Viele Titel seinen sowohl für die neue Konsolengeneration verfügbar wie auch für die Vorgängerversionen. Ab dem kommenden Jahr werde man jedoch neue Titel teilweise nur noch exklusiv für PS4 und Xbox One produzieren. Damit werde auch der Entwicklungsaufwand sinken.

Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres war der Entwicklungsaufwand wegen der neuen Plattformen und der Abschreibungen für eingestellte Projekte um 43 Prozent auf 138,9 Millionen Euro ungewöhnlich stark gestiegen. Mittelfristig peilt Ubisoft aber wieder einen spürbaren Rückgang an. „Wir haben in der Vergangenheit pro Jahr rund ein Drittel des Umsatzes in die Entwicklung neuer Spiele und Funktionen gesteckt. Das ist eine Größenordnung, mit der wir uns mittelfristig wohl fühlen“, sagte Poix der Wirtschaftszeitung.

Hohe Vorbestellungen: Sony rechnet mit starkem PS4-Start in Deutschland

München. Der japanische Elektronikkonzern Sony erwartet zum bevorstehenden Start der Playstation 4 in Deutschland Lieferengpässe vor Weihnachten: „Wir gehen davon aus, dass wir bis zu den Feiertagen ausverkauft sein werden“, sagte Marketing-Chef Ulrich Barbian gegenüber BÖRSE ONLINE. Es gebe „erheblich mehr Vorbestellungen für die PS4 als für die PS3 zum Deutschlandstart vor sieben Jahren“.

Auch Analysten rechnen mit hoher Nachfrage zum Start der neuen Spielekonsole. Die PS4 werde „sehr schnell ausverkauft sein“, sagte Branchen-Analysten Michael Pachter auf Anfrage. Sony verfüge über eine starke und etablierte Marke. Dazu komme der Preisvorteil gegenüber der Xbox One.

Unter potenziellen Kunden ist die Kaufbereitschaft offenbar recht hoch. Rund vier von zehn Konsolenbesitzer wollten sich laut einer Umfrage von PwC in den nächsten zwölf Monaten eine Playstation 4 von Sony oder Microsofts Xbox One zulegen, teilte das Beratungshaus am Montag mit.

Während die PS4 in Europa ab nächstem Freitag für 399 Euro in die Läden kommt, müssen Fans für die seit Freitag verfügbare Xbox One von Microsoft 499 Euro hinlegen. In den USA hat Sony die PS4 alleine zur Premiere am vergangenen Wochenende eine Million Mal verkauft.

Zugleich widersprach Barbian Spekulationen, Sony könnte die Liefermengen künstlich verknappen, um den Hype zusätzlich anzufachen. „Wir wollen unseren Fans gerecht werden und so viele Konsolen verkaufen wie wir können.“ Allerdings seien die Kapazitäten begrenzt. Er erwarte jedoch eine Normalisierung der Liefersituation vor Ostern.

Sonys Spielesparte will mit dem Launch der PS4 seine Position auf dem Markt für Spielekonsolen weiter ausbauen: „Deutschland ist Playstation-Land. Wir wollen unseren Marktanteil hier deutlich verbessern“, sagte er, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Unterschiedliche Zielgruppen
Während Microsoft die Xbox One als Multimedia-Zentrale im Wohnzimmer positioniert, zielen die Japaner zunächst vor allem auf die Hardcore-Gamer. Die  so genannten „Top-Ten-Gamer“ sind meist männlich, zwischen 14 bis 39 Jahren alt und zocken mindestens drei Mal pro Woche Konsolenspiele. Neben der entsprechend hohen Kaufbereitschaft gelten Hardcore-Gamer auch als wichtige Multiplikatoren, die die Kaufentscheidung vieler Gelegenheitsspieler beeinflussen. Deshalb sind sie für die Hard- und Softwarehersteller in der Markteinführungsphase besonders wichtig. Mittelfristig will Sony die Zielgruppe auf Gelegenheitsspieler und Frauen jedoch deutlich erweitern. Bereits mit dem Karaoke-Spiel Singstar war den Japanern ein Hit vor allem bei Mädchen und jungen Frauen gelungen. An diese Entwicklung will Sony auch mit der PS4 anknüpfen, machte Barbian deutlich.

Um zum Start an möglichst vielen Vertriebsstellen präsent zu sein, will Sony europaweit mit verschiedenen Providern zusammenarbeiten, darunter auch mit der Deutschen Telekom. Beobachter erwarten, dass die Telekom ein Paket aus einem schnellen Internetzugang und der PS4 schnüren könnte.

Microsoft Deutschland setzt sich ehrgeizige Absatzziele für Xbox One

Xbox-Chef Oliver Kaltner: Wir wollen 40 Prozent Marktanteil – US-Konzern will mit neuer Konsole in Deutschland ab dem ersten Tag schwarze Zahlen schreiben –
Unternehmen strebt engere Kooperation mit Sky Deutschland an

München. Microsoft Deutschland setzt sich zum Start seiner neuen Konsole ehrgeizige Ziele: „Wir wollen binnen Jahresfrist unseren Marktanteil auf 40 Prozent verbessern“, sagte Xbox-Deutschlandchef Oliver Kaltner der Wirtschaftszeitung Euro am Sonntag. Derzeit kommt das Unternehmen hierzulande nach eigenen Angaben auf einen Marktanteil von rund 30 Prozent. Dies wolle man „deutlich ausbauen“, kündigte Kaltner im Vorfeld des weltweiten Starts der Xbox One am kommenden Freitag an.

Zur Begründung für seinen Optimismus verwies er auf zahlreiche exklusive Titel wie das Rennspiel Forza Motorsport oder Ryse – Son of Rome. Zudem habe man in den vergangenen Monaten vor allem Nintendos Wii U Marktanteile abnehmen können. „Da wollen wir nachlegen“, sagte Kaltner. Auch bei der Wirtschaftlichkeit will das Unternehmen führend sein. „Wir wollen in Deutschland vom Anfang an mit jeder Konsole Geld verdienen“, sagte der für das gesamte Endkunden-Geschäft zuständige Manager. Um den Markt rasch zu besetzen, haben die Hersteller in der Vergangenheit zum Verkaufsstart häufig zunächst Verluste in Kauf genommen und stattdessen mit Spielen Geld verdient. Das Hardwaregeschäft wurde häufig erst lange nach dem Konsolenstart profitabel. In Deutschland setzt Microsoft nun auf einen anderen Weg.

Zu Spekulationen über mögliche Lieferengpässe zum Start der Xbox One sagte Kaltner, derzeit liege die Nachfrage um rund 40 Prozent über der bis Weihnachten verfügbaren Stückzahl. Daher könne es zunächst zu Engpässen kommen. Zur Premiere der Xbox One will Microsoft ein Marketingfeuerwerk abbrennen: „Wir werden es richtig krachen lassen“, sagte Kaltner. Insgesamt stehe zur Markteinführung ein Etat „im zweistelligen Millionen-Bereich“ zur Verfügung.  Der Etat sei drei Mal so hoch wie zur Einführung der Xbox-Bewegungssteuerung Kinect.

Unterdessen will Microsoft die Zusammenarbeit mit Sky Deutschland ausbauen. „Wir wollen die laufende Partnerschaft erweitern“, sagte der Chef der Microsoft-Sparte Consumer Channels Group (CCG) in Deutschland. Neben der engeren Einbindung sozialer Netzwerke und des Sky-Programms in die Nutzeroberfläche der Xbox One gehe es auch um die Zusammenarbeit in der „nächsten Smartphone- und Tablet-Generation“. Es gebe aktuell bei Smartphones einen Trend zu immer größeren Displays. Dies werde für Content-Anbieter wie Sky „sehr interessant“, sagte Kaltner der Wirtschaftszeitung.

SAP-Finanzvorstand Werner Brandt dementiert Interesse an Blackberry: Passt nicht in unsere Strategie

Konzern sieht sich in China zurück in der Spur – Frage nach Schaffung eines Vorstandspostens für Personal bleibt offen

München. Der Walldorfer Softwarekonzern SAP hat kein Interesse am kanadischen Smartphone-Hersteller Blackberry. „Blackberry passt nicht in unsere Strategie“, sagte SAP-Finanzvorstand Werner Brandt in einem Interview mit Euro am Sonntag.

Erst Anfang Oktober hatte es Berichte gegeben, wonach Blackberry neben anderen Unternehmen auch mit SAP über kompletten oder teilweisen Verkauf gesprochen habe. Dem trat Brandt nun entgegen. Mobile Lösungen seien „bereits Teil der SAP-Kernanwendungen“, sagte Brandt. Daher brauche man keine entsprechende Erweiterung des Angebots.

Unterdessen sieht sich der Konzern auf dem wichtigen chinesischen Markt wieder in der Spur. Im abgelaufenen dritten Quartal habe der Umsatz mit Softwarelizenzen sowie mit Cloud-Subskriptionen jeweils um „rund 30 Prozent zugelegt“. Die Schaffung eines neuen Führungsteams für die chinesische Landesgesellschaft trage damit Früchte, sagte Brandt.

SAP hatte im Jahresverlauf wegen des Regierungswechsels und Management-Veränderungen mit Rückschlägen in China zu kämpfen. Die Chefin der Landesgesellschaft Hera Siu hatte im Februar überraschend eine Auszeit genommen. Inzwischen hat der Konzern laut Brandt mit Mark Gibbs einen neuen Leiter für das Geschäft in China, Hong Kong, Macau und Taiwan, gefunden. Gibbs, der zuvor als COO für die Region Asien/Pazifik/Japan zuständig war, berichtet direkt an SAP-Vertriebschef Bob Enslin.

Unterdessen ließ Brandt offen, ob der Konzern künftig wieder ein eigenes Personalressort auf Vorstandsebene schafft. Man werde in den nächsten Monaten entscheiden, wie es in dieser Frage weitergehe, sagte er der Wirtschaftszeitung. Seit dem überraschenden Abgang der früheren Personalchefin Luisa Deplazes Delgado übernimmt Brandt in Personalunion auch die Aufgaben des Arbeitsdirektors. Dies solle auch bis zu seinem planmäßigen Ausscheiden im kommenden Sommer so bleiben, sagte Brandt der Wirtschaftszeitung.

SAP setzt einstigen Hoffnungsträger ByDesign auf Sparflamme

Trotz Milliardeninvestitionen kommt Mittelstandslösung nicht in Schwung – Drohender Imageschaden

München. Der Walldorfer Softwarekonzern SAP zieht die Reißleine bei seinem Mittelstandsprogramm ByDesign. Das Programm werde nicht mehr weiter entwickelt, erklärte der zuständige Vorstand Vishal Sikka auf einer internen Mitarbeiter-Versammlung am 10. Oktober laut Teilnehmern. Man werde künftig nur noch den Betrieb des bestehenden Angebots sicherstellen, aber keine neuen Funktionen mehr entwickeln, sagte Sikka auf der Veranstaltung.

Zur Begründung für den radikalen Schritt verwies Sikka auf den ausbleibenden Erfolg. ByDesign habe sich am Markt nicht durchgesetzt. Aktuell verfüge der Konzern für ByDesign gerade über 785 Kunden, sagte der Entwicklungschef Teilnehmern zufolge. 90 Prozent davon seien Unternehmen mit weniger als 25 Nutzern.

Auch beim Umsatz spielt ByDesign konzernweit praktisch keine Rolle. Im laufenden Jahr peilt SAP laut internen Zahlen 23 Millionen Euro mit seiner Mittelstands-Lösung an. Dies wäre ein Bruchteil des für das laufende Jahr von Analysten erwarteten Konzernerlöses von rund 17,2 Milliarden Euro.

Sikka sagte, Service und Wartung für die bestehenden ByDesign-Verträge würden künftig komplett von Indien aus gesteuert. Die verbleibenden Mitarbeiter würden entsprechend für andere Cloud-Projekte sowie die Echtzeit-Plattform HANA aufgeteilt. SAP will seine Echtzeitanalyse-Lösung HANA künftig zur konzern-übergreifenden Technologie-Plattform ausbauen. Sobald sie verfügbar sei, würden die Bestandskunden von ByDesign auf die neue Basis umziehen, hieß es.

Ein Konzernsprecher erklärte auf Anfrage, ByDesign bleibe Bestandteil des Cloudangebots mit einem „dedizierten Entwicklerteam“. Das Produkt sei inzwischen jedoch „sehr ausgereift“. Gleichzeitig sei die Nachfrage nach HANA sehr hoch. Intern gebe es einen entsprechend großen Personalbedarf bei HANA. Darauf stelle man sich ein.

Mit dem Aus für ByDesign zieht der Konzern einen Schlussstrich unter eines der bislang schwierigsten Kapitel seiner Firmengeschichte. Die Mittelstandslösung ist eine so genannte Cloud-Lösung. Dabei liegt die eigentliche Software auf Zentralrechnern, der Zugang erfolgt übers Internet. Anders als bei klassischen Softwareverträgen erfolgt die Abrechnung pro Nutzer und Monat. Aus der Branche heißt es, ByDesign sei eine „sehr gute Lösung “. Allerdings setzten Unternehmen Cloud-Lösungen bislang vorzugsweise in einzelnen Bereichen wie Kundenmanagement oder Reise-Abrechnungen ein. Komplett-Lösungen seien dagegen bislang kaum gefragt.

SAP hatte bei der Entwicklung von ByDesign von Anfang an mit großen technischen Problemen zu kämpfen, der Marktstart musste mehrfach verschoben werden. Intern war die Lösung bereits als Business By Desaster veralbert worden. Die einstigen Zielvorgaben waren ohnehin seit längerem obsolet. Für das Jahr 2010 hatte SAP zunächst 10.000 Kunden sowie einen Umsatz von einer Milliarde Dollar in Aussicht gestellt, diese Vorgabe jedoch später radikal zusammengestrichen. Das Projekt sei „Opfer der schwerfälligen Konzernstrukturen“ geworden, urteilte der Chef des IT-Beratungshauses Strategy Partners, Helmuth Gümbel. „Die umfassenden Abstimmungsprozesse haben die Entwicklung erheblich verlängert und Innovationen im Keim erstickt“, sagte der intime SAP-Kenner.

Mit dem Aus für ByDesign droht dem größten europäischen Softwarehaus nun „ein großer Imageschaden“, glaubt der IT-Analyst. Hinzu komme das finanzielle Desaster. Insgesamt dürfte SAP seit Entwicklungsstart vor über zehn Jahren insgesamt „über zwei Milliarden Euro“ in seinen einstigen Hoffnungsträger gesteckt haben, schätzt Gümbel.

SAP eröffnet am Montag mit seinen Zahlen zum dritten Quartal die Berichtssaison im DAX. Analysten hatten in den vergangenen Wochen ihre Prognosen gekappt. Danach erwarten die Auguren beim viel beachteten Lizenzumsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Rückgang von 2,9 Prozent auf 996 Millionen Euro. Beim um Sondereffekte bereinigten operativen Ergebnis sehen die Analysten dagegen ein Plus von 7,2 Prozent auf 1,328 Milliarden Euro.

Steuer ohne Geschäftsgrundlage

Ökonomen-Barometer » Deutschlands führende Volkswirte fordern die Abschaffung des Soli. Für die Konjunktur bleiben sie zuversichtlich.

München. Deutschlands führende Volkswirte bleiben für die Konjunktur weiter optimistisch. Das geht aus dem aktuellen Ökonomen-Barometer von €uro am Sonntag und dem Nachrichtensender n-tv hervor. Danach stieg der Prognosewert des Barometers, der die erwartete wirtschaftliche Entwicklung auf Sicht von zwölf Monaten widerspiegelt, um sechs Prozent auf 55 Punkte. Die Einschätzung der aktuellen Lage legte im August um knapp sieben Prozent auf 53 Punkte zu.

Guten Daten spiegeln das robuste Umfeld wider. Alleine im Juni haben die deutschen Unternehmen die Produktion um 2,4 Prozent gesteigert. Volkswirte hatten lediglich mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Insgesamt war die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal mit 0,7 Prozent unerwartet kräftig gewachsen.

Mit der robusten Konjunktur ihrer größten Volkswirtschaft sowie des kräftigen Wachstums in Frankreich hat auch die Euro-Zone die Rezession im zweiten Quartal hinter sich gelassen. Zudem zeigt der kurzfristige Trend in anderen wichtigen Volkswirtschaften wie China nach oben.

Unterdessen haben die Volkswirte erneut harte Kritik am Solidaritätszuschlag geübt. Der Soli war 1991 eingeführt worden und mit den Kosten der Deutschen Einheit sowie den Belastungen aus dem Golfkrieg begründet worden. Er soll angeblich 2019 auslaufen.

Immerhin 88 Prozent aller befragten Ökonomen halten die einstige Begründung für den Soli nicht mehr für stichhaltig. Gleichzeitig plädierten drei Viertel der Experten für eine schrittweise Abschaffung des Sonderzuschlags. Damit schloss sich eine klare Mehrheit Forderung des FDP-Spitzenkandidaten Rainer Brüderle an. Der Fraktionsvorsitzende der Liberalen im Bundestag hatte sich Mitte Juli für eine schrittweise Abschaffung des Soli bis 2019 ausgesprochen und damit die Diskussion erneut in Gang gebracht. Bundeskanzlerin Angela Merkel wies den Vorstoß umgehend zurück. Der Soli werde zur Finanzierung dringend anstehender Aufgaben wie der Sanierung des Straßennetzes benötigt, sagte sie.

Volkswirte verweisen demgegenüber auf die ursprüngliche Begründung für die Abgabe: Der Soli sei „eine Sondersteuer, deren Einführungsgrund entfallen ist“, sagte etwa Prof. André Schmidt von der Uni Witten-Herdecke. Ähnlich äußerte sich auch Prof. Christian Dreger (Uni Frankfurt/Oder): Gut 20 Jahre nach der deutschen Einheit habe sich „die Infrastruktur in den neuen Bundesländern wesentlich verbessert, während in den alten Bundesländern immer stärker Lücken sichtbar werden.“ Bei einer Fortführung des Soli bestünde zudem die Gefahr von „Gewöhnungseffekten“, was die spätere Abschaffung erschwere.

Nüchterner Ausblick

Zur Zukunft des Soli gibt sich die Mehrheit der Volkswirte indes keinen Illusionen hin. So erwarten 60 Prozent beim Soli eine ähnliche Entwicklung wie bei der Schaumweinsteuer. Sie war 1902 zur Finanzierung der Kriegsmarine unter Kaiser Wilhelm II eingeführt worden und wird mit kurzen Unterbrechungen bis heute erhoben. „Ich wette schon heute darauf, dass es den Soli länger geben wird als es die DDR überhaupt gegeben hat“, sagte etwa Prof. Justus Haucap (Uni Düsseldorf).

Zur Begründung für ihre Skepsis verwiesen viele Experten auf das schiere Steueraufkommen. Pro Jahr flössen dem Bundeshaushalt aus dem Soli 13 Milliarden Euro zu, erinnerte Frank Hübner, Direktor Volkswirtschaft von Sal. Oppenheim. Zudem steht der Sonderzuschlag ausschließlich dem Bund zu. Entsprechend stark sind die Beharrungskräfte in Berlin.

Für das Ökonomen-Barometer wurden zwischen 7. und 14. August  rund 600 Volkswirte in Banken, Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsverbänden befragt.

Lenovo nimmt Afrika ins Visier

IT» Weltgrößter Computerbauer will Fertigungskapazitäten weiter aufstocken – Konzern will Mitte 2014 in Europa mit eigenem Smartphone an den Start gehen

München. Der weltgrößte PC-Bauer Lenovo nimmt nach dem Siegeszug in Europa und den USA den nächsten Markt ins Visier: „Wir müssen mittelfristig auch über eine eigene Produktion in Afrika nachdenken“, sagte der für das Geschäft in Europa, Afrika und dem Mittleren Osten (EMEA) zuständige Lenovo-Manager Gianfranco Lanci gegenüber Euro am Sonntag. Mit einer entsprechenden Entscheidung sei in den nächsten 18 bis 24 Monaten zu rechnen.

Zur Begründung verwies Lanci unter anderem auf die Bevölkerungsstruktur des Kontinents. Es gebe rund eine Milliarde Afrikaner, die Bevölkerung wachse schnell, die Einkommen in vielen Ländern stiegen. Gleichzeitig verfüge bislang aber nur eine vergleichsweise „sehr kleine Minderheit“ der Afrikaner über einen eigenen PC oder ein Smartphone. Hier gebe es „großes Wachstumspotenzial“.

Angesichts dessen will der chinesische PC-Riese seine Präsenz auf dem Kontinent in den nächsten Monaten weiter stärken. „Wir planen neue Büros in Kenia und Nigeria“, sagte Lanci. Bereits jetzt verfügen die Chinesen über eigene Standorte in Südafrika, Ägypten, Marokko und Algerien. Zudem will das Unternehmen demnächst auch sein erstes Smartphone in Afrika auf den Markt bringen. „Wir wollen in sechs Monaten mit unseren ersten Geräten in einigen afrikanischen Ländern an den Start gehen“, kündigte der Italiener an.

Lenovo hat seine eigenen Produktionskapazitäten zuletzt massiv aufgestockt und verfügt inzwischen über 15 eigene Werke. Smartphones und Tablets stammen praktisch komplett aus der eigenen Fertigung in China. Bei PCs hat das Unternehmen zuletzt neue Fabriken in Brasilien und in den USA eröffnet. Diesen Weg will Lenovo fortsetzen. „Der Ausbau der eigenen Produktion hat für uns hohe Priorität“, sagte Lanci. Man werde hier weiter „kräftig“ investieren, sagte Lanci, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Damit wählt Lenovo einen anderen Ansatz als die Konkurrenz. Die meisten Wettbewerber lassen ihre Produkte bei Auftragsfertigern wie Foxconn oder Pegatron zusammen bauen. Allerdings werden die Produktzyklen immer kürzer, die Stückzahlen sinken. Damit wird die Steuerung komplexer, die Aufträge für Auftragsfertiger weniger lukrativ. Lenovo geht daher einen eigenen Weg.

Lenovo ist der derzeit erfolgreichste PC-Hersteller weltweit. Im ersten Quartal steigerte der  Konzern den Gewinn um 23 Prozent auf 131 Millionen Euro. Der Umsatz legte um gut zehn Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Die beiden schärfsten Wettbewerber HP und Dell sind dagegen angesichts zweistelliger Umsatz- und Gewinnrückgänge arg in Bedrängnis.

Auch bei Smartphones kommt Lenovo im Eiltempo voran. Dank des starken Wachstums auf dem Heimatmarkt hat Lenovo im zweiten Quartal den heimischen Konkurrenten ZTE überrundet und sich auf Rang vier geschoben. Doch auch damit dürfte sich das Unternehmen kaum zufrieden geben.

Bereits im kommenden Jahr will der Konzern auch in West-Europa mit eigenen Smartphones auf Kundenfang gehen. „Wir planen einen Marktstart in Deutschland und anderen europäischen Ländern für das zweite bis dritte Quartal 2014“, kündigte Lanci an. Die Vorbereitungen dazu liefen.