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Google: Die neue C-Klasse

08/04/2014

Google hat mit einem Aktiensplit und der Einführung stimmrechtsloser C-Class-Aktien für viele Fragen bei Investoren gesorgt. Warum die Google-Bosse neue Aktien ausgeben

Die beiden Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page halten die Zügel gern selbst in der Hand: „Wir schaffen eine Unternehmensstruktur, die darauf abzielt, Stabilität über einen sehr langen Zeitraum zu schaffen“, erklärten die beiden selbstbewussten Unternehmensgründer vor dem Börsengang des Unternehmens im Jahr 2004. Im Klartext: Wir sorgen dafür, dass wir auch nach dem Börsengang das Sagen haben. Daran hat sich nichts geändert – im Gegenteil.

Ab Dienstag in deutschen Depots Seit gestern werden die neuen und stimmrechtslosen C-Klasse-Aktien gehandelt. Je A-Aktie (Ticker: GGOGL) erhalten alle Anteilseigner jeweils eine neue C-Aktie (GOOG). Insgesamt kommen im Rahmen eines Aktiensplits im Verhältnis 2:1 so rund 330 Millionen neue Aktien in den Handel. Bankvertreter erwarten, dass die neuen Aktien zügig in den deutschen Depots liegen werden. „Wir rechnen damit, dass die C-Class-Shares bis Dienstag eingebucht sind“, heißt es etwa bei der Commerzbank.

Die neuen C-Class-Shares will Google künftig offenbar als Akquisitionswährung bei Übernahmen oder im Rahmen von Vergütungsprogrammen an Mitarbeiter ausgeben, ohne ihre Kontroll-Mehrheit am Unternehmen zu verwässern. Die starke Position der beiden Unternehmensgründer Larry Page und Sergey Brin bleibt damit auf absehbare Weise gesichert. Das Google-Duo kontrolliert den Konzern über die nicht börsennotierten B-Class-Shares. Sie sichern den Inhabern pro Stück ein zehnfaches Stimmrecht.

Insgesamt verfügen Brin und Page über 84 Prozent der Highend-Aktie. Das entspricht rund 56 Prozent der Google-Stimmrechte. Damit ist klar: Ohne die beiden Sunnyboys geht im weit verzweiten Google-Imperium auch in den nächsten Jahren nichts.

Leise Kritik von Investoren

Bei Investoren ist die Konstellation durchaus umstritten: „Idealerweise würde man sich wünschen, dass alle Aktionäre gleich behandelt werden. Und natürlich bin nicht gerade begeistert“, sagt Ryan Jacob, Chef von Jacob Internet Fund in New York. Aber Page und Brin „hätten das Recht, die Machtverhältnisse abzusichern, so wie wir das Recht haben, die Aktie zu halten oder zu verkaufen.“ Abgesehen von der Frage nach dem lauen Mitspracherecht fragen sich viele Aktionäre zudem, ob sie künftig eher auf die A- oder C-Klasse-Aktien setzen sollen.

Doch die Kursdifferenzen dürften auf absehbare Zeit sehr überschaubar sein und das Risiko bleibt begrenzt. Denn erstens bleiben beide Aktien-Klassen bis auf weiteres im S&P500 notiert. Zudem haben Brin und Page schon eine Notfall-Zusage gemacht. Für den Fall, dass der Kurs der C-Klasse-Aktien im ersten Jahr um mehr als einen Prozent vom Kurs ihrer A-Klasse-Geschwister abweicht, hat der Verwaltungsrat bereits einen möglichen Ausgleich in Aussicht gestellt. Je nach Differenz winkt dann eine Kompensation zwischen 20 Prozent (bei einer Kurs-Differenz von ein bis zwei Prozent zwischen beiden Gattungen) bis hin zu 100 Prozent, sofern die C-Klasse-Aktien auf Jahressicht um über fünf Prozent hinter der A-Klasse zurückbleiben sollten.

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