Skip to content

Beschäftigungsaufbau verliert an Kraft

20/12/2013

Konjunktur» Nach dem jahrelangen Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt dürften 2014 nur noch wenige zusätzliche Stellen geschaffen werden – wenn überhaupt.

München. Dem jahrelangen Aufschwung auf dem deutschen Arbeitsmarkt dürfte ungeachtet der konjunkturellen Zuversicht vieler Unternehmen im kommenden Jahr wohl die Puste ausgehen. Das berichtet die Wirtschaftszeitung Euro am Sonntag (E-Tag: 21.12.2013) unter Berufung auf eine Umfrage  unter den führenden deutschen Wirtschaftsverbänden hin.

 Danach gehen derzeit lediglich die Unternehmen des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus für 2014 vom einem erneuten Stellenaufbau aus. Danach rechnet der Maschinenbauverband VDMA rechnet angesichts eines erwarteten Produktionsplus‘ von drei Prozent „im nächsten Jahr mit einem weiteren Beschäftigtenzuwachs von 2000 bis 5000“, zitiert den Wirtschaftszeitung VDMA-Chef-Volkswirt, Ralph Wiechers. Dies würde Ende 2014 einem Stand zwischen 98800 und 991000 Beschäftigten entsprechen. Je nach Entwicklung könne jedoch auch die Marke von einer Million fallen, sagte Wiechers.

 Damit würde die Branche ihre gute Entwicklung fortsetzen, wenn auch auf niedrigerem Niveau. Alleine im laufenden Jahr hatten die deutschen Maschinenbauer nach VDMA-Berechnungen rund 8000 neue Stellen geschaffen.

 Konjunktur-Zuversicht

Dagegen erwarten die Unternehmen der deutschen Automobilindustrie nach Stellen-Zuwächsen von rund 14000 im laufenden Jahr für 2014 hierzulande eine „stabile Beschäftigung“, sagte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann der Zeitung.  Zur Begründung verwies Wissmann auf die Verbandsprognose für das kommende Jahr. Danach geht der VDA bei der Inlandsproduktion von einem leichten Produktionsplus auf rund 5,47 Millionen Pkw aus. Der Zuwachs dürfte damit alleine über die erwarteten Produktivitätszuwächse der Branche zu stemmen sein.

Auch die deutschen Chemie-Unternehmen planen nach dem Beschäftigungsaufbau 2013 zunächst keine weiteren Stellenausweitungen. Man gehe für nächstes Jahr von „einer gleich bleibenden oder leicht rückläufigen Beschäftigung“ für die Branche aus, sagte VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann unter Verweis auf die erwartete Marktentwicklung: Die Produktion dürfte 2014 um zwei Prozent zulegen. Für einen „spürbaren Beschäftigungsaufbau“ reiche dieser Zuwachs „sicher nicht aus“, sagte Tillmann.

Sorge im Einzelhandel

Deutlich skeptischer äußerte sich der Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE), Josef Sanktjohanser. Zwar sei es für eine konkrete Umsatz- und Beschäftigungsprognose für 2014 derzeit „noch zu früh“. Allerdings warnte der HDE-Präsident vor den möglichen Folgen der von der Großen Koalition angestrebten einheitlichen Lohnuntergrenze: Der geplante Mindestlohn von 8,50 Euro sei „in einigen Regionen nicht darstellbar“ und  gefährde „Arbeitsplätze im Einzelhandel“, sagte Sanktjohanser.

Auch die geplanten Änderungen bei Zeitarbeit und befristeten Beschäftigungsverhältnissen stoßen bei mehreren Verbänden auf Kritik. Man sehe mit Sorge, „dass auf dem Arbeitsmarkt bewährte und wichtige Instrumente eingeschränkt werden sollen“, mahnte etwa VDA-Chef Matthias Wissmann. Die bestehende Flexibilität dürfe nicht durch  „starre Regeln ersetzt werden. Die Große Koalition strebt unter anderem an, dass Arbeitsverträge künftig nur noch befristet werden dürfen, wenn es dafür einen konkreten Grund gibt, wie etwa Elternzeit.

Advertisements

From → Börse, Konjunktur

Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: