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MAN sieht keine Anzeichen für rasche konjunkturelle Erholung

06/06/2013

Konzern-Chef Pachta-Reyhofen wirbt bei Aktionären um Verständnis für Machtübernahme durch Volkswagen

 

München. Der krisengeschüttelte Münchner Nutzfahrzeug- und Maschinenbauers MAN rechnet nicht mit einer raschen wirtschaftlichen Besserung. „Wir sehen derzeit noch keine signifikante konjunkturelle Erholung“, sagte MAN-Chef Georg Georg Pachta-Reyhofen heute auf der Hauptversammlung in München. Das wirtschaftliche Umfeld sei weiterhin von „erheblichen Unsicherheiten geprägt“, sagte Pachta-Reyhofen vor den Aktionären. Die europäische Schuldenkrise sei „noch längst nicht ausgestanden“. Zudem dürfte im ersten Halbjahr das europäische Nutzfahrzeuggeschäft „voraussichtlich hinter den Zulassungen des Vorjahres zurückbleiben“.

Mittelfristig sehe er für den Konzern jedoch weiterhin „sehr gute Wachstumsaussichten“, sagte der Österreicher. MAN habe für die globalen Anforderungen wie Urbanisierung, Globalisierung sowie Umwelt- und Klimaschutz die richtigen Produkte und werde die entsprechenden Chancen nutzen.

Zugleich verteidigte Pachta-Reyhofen den geplanten Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit seinem Haupteigentümer Volkswagen. Durch die Bündelung der Kräfte habe MAN die Chance, in einem „wettbewerbsintensiveren und zugleich ökonomisch schwierigeren Umfeld nicht nur zu bestehen, sondern erfolgreich an der Spitze mitzufahren.“

Um die angestrebten Synergien heben zu können, „brauchen wir eine sehr offene und effektive Zusammenarbeit und einen intensiven Informationsausstauch der beteiligten Unternehmen“. Dies sei „unter den derzeitigen rechtlichen Gegebenheiten aber nur eingeschränkt möglich“, sagte Pachta-Reyhofen. Ein Beherrschungsvertrag schaffe „hingegen die rechtliche Basis für eine deutlich unbürokratischere und effektivere Zusammenarbeit“.

Der Österreicher trat zugleich Befürchtungen um die unternehmerische Unabhängigkeit vieler Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten entgegen. MAN werde „weiterhin für operative Geschäft verantwortlich“, sein.

MAN lotet seit längerem eine intensivere Kooperation mit der VW-Tochter Scania aus, kommt aber bislang nur sehr langsam voran. Vor einem Jahr war Scania-Chef Leif Östling daher in den VW-Vorstand berufen worden. Der erfahrene Lkw-Manager soll die Allianz von MAN und Scania vorantreiben. Mit dem geplanten Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag wollen die Wolfsburger die Kooperation nun beschleunigen. Volkswagen hat seine Anteile an MAN stufenweise auf zuletzt 75,03 Prozent der Stimmen erhöht. Mit der geplanten Machtübernahme verliert der 1758 gegründete Traditionskonzern nun seine unternehmerische Unabhängigkeit.

MAN hatte erst am Dienstag eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Zur Begründung verwies der Konzern auf mögliche Risiken aus einem Auftrag des französischen Versorgers EdF zum Bau von acht Kraftwerken in der Karibik und auf Korsika. Dafür müsse man weitere 146 Millionen Euro zur Seite legen, hieß es. Angesichts dessen werde die Umsatzrendite in diesem Jahr erheblich unter den 6,1 Prozent des Vorjahres liegen, hieß es. Der Umsatz solle das Niveau des Vorjahres wieder erreichen.

 

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