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„Walldorf ist etwas weg vom Tummelplatz für Innovationen“

05/06/2013

 SAP-Aufsichtsratschef Plattner verteidigt Internationalisierungsstrategie des Konzerns

 

Mannheim. SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner hat Kritik an der Aufstellung des Konzerns zurückgewiesen. Die wichtigsten Software-Entwicklungen kämen derzeit aus dem Silicon Valley, sagte Plattner heute auf der Hauptversammlung des Konzerns in Mannheim. Darauf müsse man reagieren. SAP „virtualisiert nicht nur die Geschäfte seiner Kunden, sondern auch sein eigenes Geschäft“, sagte Plattner. Dies sei die richtige Strategie.

Zuvor hatten Aktionärsvertreter sich besorgt über die jüngsten Personalentscheidungen gezeigt. Nach den Anfang Mai bekannt gewordenen Plänen will das größte europäische Softwarehaus die Kommunikations- und die Marketingabteilung zusammenlegen und Marketingchef Jonathan Becher unterstellen. Er sitzt in den USA. Auch die künftige PR-Chefin Victoria Clarke wird ihren Sitz in der Amerika-Zentrale in Newton Square im US-Bundesstaat Pennsylvania haben. Bislang wurde die PR stets aus der Zentrale im badischen Walldorf gesteuert.

Angesichts dieser Pläne waren in Walldorf erneut Sorgen vor einem Bedeutungsverlust der deutschen Standorte aufgeflammt. Dem trat Plattner jedoch entgegen. Nur weil Software-Entwicklungen nicht in Walldorf, sondern an anderen Standorten des Konzerns weltweit vorgetrieben würden, müsse dies nicht zum Nachteil der Zentrale in Nordbaden sein, sagte Plattner. Walldorf sei „etwas weg vom Tummelplatz der Innovationen“, erklärte der SAP-Mitgründer. Amtssprache bleibe „aber weiter deutsch“, beteuerte Plattner.

Von Aktionärsvertretern erntete das Management angesichts der starken Entwicklung in den vergangenen drei Jahren reichlich Lob. Man beglückwünsche das Unternehmen für das „außerordentliche Ergebnis“, sagte die Sprecherin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Jella Benner-Heinacher. Kritik übte die DSW-Sprecherin jedoch an der zuletzt deutlich gesunkenen Marge. Bereinigt um Sondereffekte, hatte das größte europäische Softwarehaus im Vorjahr eine operative Marge von 32 Prozent erreicht nach 33 Prozent im Jahr 2011.

Zudem warnten Benner-Heinacher und weitere Sprecher angesichts der jüngsten Vorstandsvergütung vor Übertreibungen. Im Vorjahr hatten die Topmanager insgesamt rund 32 Millionen Euro kassiert. Im DAX verdiene nur der Vorstand von Volkswagen mehr, sagte Benner-Heinacher „Wir müssen aufpassen, dass wir Volkswagen hier nicht überflügeln.“

 

 

 

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From → Börse, IT

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