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Stützen des Aufschwungs

29/05/2013

Umfrage » Nach dem flauen Jahresauftakt glauben viele Ökonomen an eine Aufholjagd zur Jahresmitte. Die jüngsten Konjunkturdaten lassen hoffen

München. Nach dem unerwartet flauen Jahresauftakt hoffen führende deutsche Volkswirte jetzt auf eine rasche Aufholjagd. „Trotz des schwachen Starts ins Jahr sind die Aus-sichten auf eine konjunkturelle Beschleunigung im Jahresverlauf günstig“, erklärte der Chefvolkswirt der Allianz-Gruppe, Michael Heise, auf Anfrage. Die witterungsbedingten Nachholeffekte nach dem ungewöhnlich langen Winter würden sich positiv auf die Zuwachsraten des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auswirken. Zudem stärke der Preisauftrieb, der geringer ausfiel als erwartet, die Kaufkraft und damit den Konsum, sagte Heise unter Verweis auf die jüngsten Daten.

Nach den am Freitag veröffentlichten Zahlen stieg der GfK-Konsumklimaindex im Mai um 0,2 auf 6,5 Punkte. Dies war der höchste Stand seit September 2007. Auch in den Chefetagen der Unternehmen hellt sich die Stimmung nach zwei Rückgängen in Folge nun wieder auf: Der Ifo-Geschäftsklimaindex legte im Mai gegenüber dem Vormonat um 1,3 auf 105,7 Punkte zu und damit deutlich kräftiger als von Volkswirten erwartet.

Hoffnungsträger Bauwirtschaft

Die jüngsten Daten dürften die Hoffnung auf eine rasche Konjunkturerholung weiter schüren. „Der schwache Jahresauftakt ist maßgeblich der gedämpften Bautätigkeit -geschuldet. Hier dürften aber witterungsbedingte Produktionsausfälle entscheidend gewesen sein. Mit dem Wegfall dieser Expansionsbremse im weiteren Jahresverlauf kann sich die aufwärts gerichtete konjunkturelle Grundtendenz wieder durchsetzen“, erklärte Stefan Kooths, Konjunkturexperte beim Institut für Weltwirtschaft (IfW) an der Universität Kiel. „Hinzu kommen im zweiten und dritten Quartal Nachhol-effekte“, sagte Kooths.

Sinkende Investitionen und Exporte sowie die witterungsbedingte Zwangspause auf vielen Baustellen hatten die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal belastet. Insgesamt war die Wirtschaftsleistung zum Jahresauftakt daher um gerade mal 0,1 Prozent gewachsen. Volkswirte hatten einen Anstieg von 0,3 Prozent erwartet. Im vierten Quartal 2012 war die deutsche Wirtschaft gar um 0,7 Prozent geschrumpft. Angesichts dieser Entwicklung war unter zahlreichen Ökonomen zuletzt die Vorsicht gewachsen. Erst Mitte Mai hatte etwa die Commerzbank ihren Ausblick für 2012 von 0,5 auf 0,2 Prozent gekappt. Für 2014 erwarten die Experten nun noch ein Wachstum von 1,5 Prozent nach 2,0 Prozent zuvor. Auch führende Wirtschaftsforschungsinstitute hatten die Konjunkturperspektiven zuletzt zurückhaltender beurteilt. Das unerwartet schwache erste Quartal begründe „einen Revisionsbedarf nach unten“, erklärte etwa Thomas Fichtner vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin.

Ungeachtet der positiven Daten vom Freitag sei es für eine Entwarnung aber noch zu früh, meinen viele Experten. Nun komme es vor allem darauf an, dass auch die Investitionen wieder Fahrt aufnehmen, sagte der Konjunkturexperte des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Oliver Holtemöller. Zudem müsse man zunächst noch die Daten zu Produktion und Auftragseingang abwarten, mahnte der Konjunkturexperte des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) Roland Döhrn. Sie erscheinen Anfang Juni.

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