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Datenanalyse auf Knopfdruck: SAP startet neue Ära

10/01/2013

Konzern kündigt Technologie-Plattform der nächsten Generation an – Softwareanbieter will alleine im laufenden Jahr 600 Unternehmen auf Business Suite on HANA umstellen

München. Der Softwarekonzern SAP gibt den Startschuss für eine komplett neue Technologie-Plattform. Das größte europäische Softwarehaus will noch im laufenden Jahr sämtliche internen Prozesse wie Finanzbuchhaltung oder Kundenmanagement auf seine neue In-Memory-Computing Plattform SAP Business Suite on HANA umstellen. Das kündigte der Konzern am Donnerstag Abend auf einer drei geteilten Pressekonferenz in Frankfurt, New York und Palo Alto an. Mit dem Schritt dürfte sich der Wettbewerb mit dem Erzrivalen Oracle weiter verschärfen.

Bei SAP Business Suite powered by HANA lassen sich künftig alle unternehmenskritischen Unternehmensdaten aus Lager oder Produktion in Echzeit verarbeiten. Dazu  liegen alle Daten in riesigen Arbeitsspeichern. Oracle-Datenbanken werden damit zumindest teilweise überflüssig. Die neue Plattform erlaube auf Knopfdruck einen Überblick über sämtliche Daten wie Vertriebspipeline oder Finanzkennzahlen, sagte der für Service und Support zuständige SAP-Vorstand Gerd Oswald dieser Zeitung. So werde man künftig etwa im Support früher als bislang in der Lage sein, mögliche Probleme zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Zudem will der Konzern die Quartalsabschlüsse künftig vorlegen. In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen etwa den Jahresabschluss traditionell in der dritten Januarwoche vorgelegt. „Das wollen wir künftig eine Woche schneller schaffen“, sagte Finanzvorstand Werner Brandt.

Mit dem Projekt SAP HANA steht der Konzern vor einer Zeitenwende. Die aktuelle Computerplattform SAP Business Suite geht im Kern auf das 2003 eingeführte R3 zurück. Die Business Suite bildet weltweit bei nahezu allen großen Konzernen das Rückgrat für interne Prozesse wie Lagerhaltung, Produktion, Finanzbuchhaltung oder Personalwesen. Mit SAP Business Suite on HANA will der Konzern nun die nächste Stufe zünden.

HANA ermögliche es Unternehmen, „völlig neue Geschäftsmodelle entwickeln“, sagte Oswald. So könnten Kreditinstitute künftig ihr Risikomanagement mit SAP HANA erheblich verbessern. „Die wissen dann praktisch auf Knopfdruck, ob sie schon pleite sind, wenn sie sich richtig verzockt haben, oder nicht“, heißt es aus der Branche.

Oswald sagte, das Interesse an der neuen Technologie sei „riesig“. Alleine zum Start im laufenden Jahr will der Konzern weltweit „eine höhere dreistellige Kundenzahl auf die SAP Business Suite on HANA umstellen“, kündigte Oswald an. Zu den ersten Kunden gehören Bayer, der italienische Süßwarenkonzern Ferrero (Rocher, Nutella) und der Landmaschinenhersteller John Deere. Im kommenden Jahr peile man eine deutlich größere Zahl an, sagte Oswald.

Zu möglichen Preisen hieß es, man bewege sich mit HANA „auf dem Niveau anderer Datenbank-Abieter“. SAP will seinen Umsatz bis 2015 auf 20 Milliarden Euro steigern, die operative Marge soll dann bei 35 liegen. Mit HANA dürfte der Konzern hier ordentlich Rückenwind kriegen.

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From → Börse, IT

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