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SAP steht vor grundlegender Öffnung

18/12/2012

Walldorfer Softwarekonzern will in nächsten Jahren bis zu einer Million externe Entwickler gewinnen – Co-CEO-Chef Snabe: Proprietärer Ansatz kein nachhaltiges Geschäftsmodell

München. Der Walldorfer Softwarekonzern SAP will sich in den kommenden Jahren für externe Programmierer massiv öffnen und seine Marktposition so deutlich ausbauen: „Wir möchten in Zukunft bis zu einer Million Entwickler gewinnen, ohne dass diese unbedingt bei SAP angestellt sein müssen“, sagte SAP-Co-Vorstandschef Jim Hagemann Snabe in einem Interview mit dem Monatsmagazin €uro. Ein starkes Partnernetzwerk sei die Voraussetzung, „um Wachstum zu schaffen und neue Märkte zu entwickeln“, erklärte Snabe. Im abgelaufenen dritten Quartal beschäftigte SAP weltweit rund 17500 eigene Entwickler.

Snabe sagte, SAP habe in der Entwicklung lange auf seine eigene Umgebung rund um die Programmiersprache ABAB gesetzt. „Nur haben wir es versäumt, uns zu öffnen und andere zu gewinnen, die auf dieser Plattform eigene Lösungen entwickeln“, räumte Snabe ein. Ein solch proprietärer Ansatz sei angesichts der technologisch rasanten Entwicklung jedoch kein „nachhaltiges Geschäftsmodell“ mehr. Dies wolle man nun ändern.

Mit der neuen HANA-Plattform und Cloud-basierten Softwarelösungen ergäben sich für einen solchen Schritt „völlig neue Möglichkeiten für eine technologische Öffnung“, sagte Snabe dem Wirtschaftsmagazin. Für externe Entwickler sei eine Zusammenarbeit mit SAP sehr attraktiv. SAP verfüge über „die interessanteste Kundenbasis auf der ganzen Welt.“ Zudem werde der Konzern Partner-Entwicklungen global verfügbar machen. Damit könnten auch kleine Unternehmen weltweit präsent sein. Dies sei ein „sehr großer Anreiz“, sagte Snabe.

Zugleich trat er Spekulationen entgegen, SAP könnte den Vertrieb von Oracle-Datenbanken in absehbarer Zeit einstellen. SAP werde sich nicht aus dem traditionellen Datenbank-Geschäft verabschieden, versicherte Snabe. Branchen-Analysten hatten zuletzt wiederholt darüber spekuliert, dass die Vertriebspartnerschaft zwischen SAP und dem Erzrivalen Oracle wegen des wachsenden Wettbewerbs zwischen Oracle und den SAP-eigenen Datenbank-Angeboten um Sybase ASE und Sybase IQ sowie HANA auslaufen könnte. Weltweit laufen rund drei Viertel aller SAP-Systeme auf Oracle-Datenbanken.

Unterdessen bereitet SAP die Umstellung seiner internen IT auf die eigene In-Memory-Computing-Plattform HANA vor. Man werde im kommenden Jahr interne Prozesse wie die eigene Finanzbuchhaltung oder das Kundenmanagement auf HANA laufen lassen, kündigte Snabe an.

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From → Börse, IT

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