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SAP will Beratungsgeschäft verstärken

02/11/2012

Konzern will in den kommenden Jahren Hunderte neuer Stellen schaffen – Unternehmen sieht Durchbruch bei Cloud-Lösung Business ByDesign

München. Der Walldorfer Softwarekonzern SAP will sein Beratungsgeschäft in den kommenden Jahren deutlich ausbauen. „Wir wollen unsere Consultingmannschaft mittelfristig pro Jahr um zwei bis drei Prozent erweitern“, sagte der verantwortliche SAP-Manager Michael Kleinemeier (55). Derzeit beschäftigt der Konzern alleine im Consulting rund 13.500 Mitarbeiter. Dies entspricht rund einem Fünftel der weltweit etwa 61.000 Beschäftigten.

Vor allem in den wachstumsstarken Regionen China, Indien und Indonesien sei der Beratungsbedarf hoch, sagte Kleinemeier gegenüber €uro am Sonntag. Zudem entwickle sich das Geschäft in Lateinamerika „sehr stark“. In den etablierten Märkten wie USA oder Europa sei SAP im Consulting dagegen bereits „gut aufgestellt“. Daher wolle man die Zahl der Berater in diesen Regionen konstant halten. In USA oder Europa gehe es eher darum, das Berater-Know-how in Richtung der wachstumsstarken neuen Produkte wie Mobil-Lösungen oder der Datenbank HANA zu erweitern. Mit der Stärkung des Consulting-Geschäfts will der Konzern offenbar das geplante Wachstum unterstützen. Bis 2015 soll der Umsatz auf 20 (Vj. 14,2) Milliarden Euro steigen.

Allerdings stehen die Pläne im Gegensatz zu Forderungen von Analysten, die wegen der vergleichsweise niedrigen Margen in der Beratung in der Vergangenheit wiederholt für eine Verkleinerung des SAP-eigenen Beratungsgeschäfts plädiert hatten. Software-Unternehmen machen ihr Geld vor allem mit Lizenzverkäufen und den lukrativen Wartungserlösen. Im Consulting kommen sie üblicherweise nur auf einstellige Margen. Bereinigt um Sondereffekte,  hatte etwa SAP im vergangenen Jahr konzernweit eine operative Marge von rund 34 Prozent erreicht. Daher schauen viele Analysten mit Skepsis auf das Beratungsgeschäft.

Davon lässt sich Kleinemeier jedoch nicht beirren. Das Consulting habe „strategische Bedeutung“, sagte er. In den wachstumsstarken Regionen gebe es häufig kaum ein etabliertes Partnernetzwerk. Zudem wollten viele Kunden bei wichtigen Projekten SAP auch bei Einführung neuer Softwarelösungen in der Verantwortung sehen. In den etablierten Märkten gebe es zwar ein Partner-Netzwerk. Doch fehle es dort gerade in den relativ jungen und wachstumsstarken Produktkategorien wie Mobillösungen oder HANA häufig noch an Personal.

Kleinemeier steht seit Anfang 2010 an der Spitze der Region Deutschland, Österreich, Schweiz (DACH) und genießt unter Kunden hohes Ansehen. Seit Anfang Mai ist er als President Global End-to-End-Services zusätzlich für Consulting, Partnerschulung und die Entwicklung spezieller Kundenlösungen verantwortlich.

Unterdessen sieht sich der Konzern bei seiner Mittelstandslösung Business ByDesign (ByD) inzwischen auf gutem Weg. „Das Geschäft für Business ByDesign zieht weltweit an“, sagte Kleinemeier. Der Durchbruch sei gelungen. Neben Nordamerika sei ByD auch in Deutschland besonders erfolgreich. „Beide Länder liefern sich derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen ByD ist eine so genannte Cloud-Lösung. Dabei mieten die Kunden die Software statt sie zu kaufen. Der Zugriff erfolgt über das Web. SAP hatte bei ByD mit massiven Schwierigkeiten zu kämpfen und musste die Markteinführung mehrfach verschieben. Angesichts eines schleppenden Marktstarts hatte der Konzern ByD zuletzt verstärkt als Lösung für internationale Unternehmen zur Anbindung ihrer Auslandstöchtern vermarktet. Dieser Schritt habe sich als richtig erwiesen, sagte Kleinemeier. In den vergangenen Monaten hatte der Konzern mit TUI, Roland Berger und dem Schweizer Hilti-Konzern mehrere große Unternehmen als neue ByD-Kunden gewonnen. Zudem sorge die wachsende Akzeptanz von Cloud Computing für Rückenwind.

Zum laufenden Geschäft in der Region DACH sagte Kleinemeier, die Pipeline sei „weiterhin gut gefüllt“. Die Messlatte liege jedoch im laufenden vierten Quartal hoch. SAP macht rund 15 Prozent seines Umsatzes auf dem Heimatmarkt. Im vierten Quartal 2011 hatte der Konzern in Deutschland ein Umsatzplus von 15,7 Prozent auf 2,35 Milliarden Euro ausgewiesen.

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From → Börse, IT

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