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Ex-Samiv-Chef Seidl droht weitere Haftstrafe in der Schweiz

26/10/2012

Staatsanwaltschaft St. Gallen will nach Ausgang des Berufungsverfahrens in Liechtenstein Anklage erheben


München. Dem Ex-Chef der Vermögensverwaltung Money Service Group, Michael Seidl, droht nach Abschluss des Berufungsverfahrens in Liechtenstein auch in der Schweiz ein Prozess. Man werde den Spruch des Berufungsgerichts in Liechtenstein abwarten und dann Anklage erheben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft St. Gallen, dieser Zeitung. Damit sei voraussichtlich erst im kommenden Jahr zu rechnen, hieß es.

Der aus Bayern stammende Seidl war am vergangenen Dienstag vom Fürstlichen Landgericht in Vaduz wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs im Zusammenhang mit der Vermögensverwaltungsgesellschaft Money Service Group (MSG) zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Nach Überzeugung des Gerichts soll Seidl 44 Anleger um insgesamt 30 Millionen Euro gebracht haben. Seidls Anwalt hat bereits Berufung angekündigt. Damit ist das Urteil nicht rechtskräftig.

Seidl war im Sommer 2011 in der Schweiz wegen des Verdachts des schweren gewerbsmäßigen Betrugs verhaftet worden. Auch in Liechtenstein war ein ähnliches Verfahren anhängig. Die Schweizer Behörden hatten den Diplom-Kaufmann für die Dauer des Verfahrens an das Fürstentum überstellt. Inzwischen sitzt er wieder in der Schweiz im Gefängnis.

Aus Justizkreisen heißt es, das Berufungsverfahren in Liechtenstein werde voraussichtlich erst im kommenden Jahr eröffnet. Danach könnte auch die Schweizer Staatsanwaltschaft offiziell Anklage erheben.

Nach den Ermittlungen der eidgenössischen Behörden soll Seidl über seine Vermögensberatung Samiv AG mit Sitz in Rorschach im Kanton St. Gallen insgesamt etwa 2000 Anleger um 50 Millionen Euro geprellt haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft stammen rund 90 Prozent der Geschädigten aus Deutschland.

Je nach Ausgang des Berufungsverfahrens in Liechtenstein droht Seidl auch in der Schweiz eine mehrjährige Haftstrafe. Nach Paragraf 49 des Strafgesetzbuchs ermittelt das Gericht bei einer vorangegangenen Straftat eine hypothetische Gesamtstrafe, die fällig wäre, wenn es sämtliche Taten gemeinsam beurteilen müsste. Davon zieht das Gericht dann die bereits gefällte Strafe ab. Das Schweizer Gesetz sieht für schweren Betrug zehn Jahre vor. Die Strafe kann jedoch auf „maximal 15 Jahre erhöht werden, wenn weitere Delikte hinzukommen“, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Sollte das Liechtensteiner Urteil von neun Jahren Haft also auch in der zweiten Instanz bestätigt werden, drohen Seidl in der Schweiz schlimmstenfalls sechs weitere Jahre Haft.

 

 

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From → Börse, IT

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