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„Das Web ist ein starker Vertriebskanal“

23/08/2012

München. Der größte europäische Videospiele-Anbieter Ubisoft setzt in den kommenden Jahren stark auf Browser-Spiele. In zwei bis drei Jahren wollen die Franzosen bereits gut ein Viertel ihres Umsatzes mit Browser-Spielen und Versionen für mobile Endgeräte machen, sagte Ubisoft-Chef Yves Guillemot. Euro am Sonntag sprach mit Guillemot über die Online-Offensive, die neue Konsolengeneration und die Umsatzziele für die nächsten Jahre.

 

Monsieur Guillemot, die Videospielebranche steckt im Umbruch. Im traditionellen Geschäft mit Spielen auf DVDs und Blu-rays sinken die Umsätze weltweit. Im laufenden Jahr schickt Nintendo mit der Wii U eine neue Konsolengeneration an den Start. Im nächsten Jahr dürften Microsoft und Sony ihre Nachfolger für die Xbox 360 und die PS3 auf den Markt bringen. Geht es im traditionellen Geschäft dann wieder bergauf?

Die Entwicklung ist in unserer Branche nicht neu. Wenn eine neue Konsolen-Generation bevorsteht, sinken die Umsätze. Das ist völlig normal. Und Sie dürfen ja nicht vergessen, dass der aktuelle Konsolen-Zyklus mit sieben, acht Jahren deutlich länger ist, als die Zyklen davor.

Und mit den neuen Konsolen…

…dürften die Umsätze im traditionellen Geschäft wieder anziehen.

Zweistellig?

Davon gehen wir aus.

Aber es gibt ja durchaus Lichtblicke. Der Markt für mobile Endgeräte und Spiele im Web legt stark zu. Auch Ubisoft setzt stark auf Browser-Spiele. Das beliebte Strategiespiel Anno soll demnächst als Browser-Version verfügbar sein, Might & Magic Heroes Online sowie weitere. Werden Browser-Spiele in den kommenden Jahren Ihr nächster großer Wachstumstreiber sein?

Wir glauben, dass es zwei große Treiber geben wird: Free2Play-Spiele….

 

…also Online-Spiele, die grundsätzlich umsonst sind und die Gamer für Ausrüstungsgegenstände oder neue Charaktere zahlen….

…und Konsolen-Spiele.

Welcher Umsatz-Anteil wird bei Ubisoft denn mittelfristig aus Free2Play-Spielen stammen?

Wir denken, dass wir in zwei bis drei Jahren gut ein Viertel unseres Umsatzes mit  Browser-Spielen, dem entsprechenden Verkauf von Ausrüstungsgegenständen sowie aus Spielen für mobile Endgeräte wie das iPad oder Smartphones machen werden.

Das wären 250 bis 300 Millionen Euro?

Ja. Und wir rechnen damit, dass das Wachstum auch danach hoch bleibt. Das Schöne an Browser-Spielen ist ja, dass wir Gamer in Ländern erreichen können, in denen wir gar nicht oder kaum präsent sind. Das Web ist ein sehr starker Vertriebskanal.

Sie haben bei der Browser-Version von „Die Siedler“ alleine in Deutschland über 1,5 Millionen registrierte Nutzer. „Anno“ war in den vergangenen Jahren als DVD-Version sehr erfolgreich. Glauben Sie, dass Sie mit „Anno“ ähnlich erfolgreich sein können wie mit den Siedlern?

Mindestens so erfolgreich (lacht). „Anno“ ist noch bekannter als „Die Siedler“. Von daher sind wir da sehr zuversichtlich.

Wie viele Nutzer bräuchten Sie, um bei Anno die Gewinnschwelle zu erreichen?

Schwer zu sagen. Das Spiel wird ja nach dem Start weiter entwickelt, viele Inhalte kommen ja erst im Laufe der Zeit dazu. Dazu kommt das Marketing. Aber grundsätzlich glauben wir, dass Browser-Spiele ab 300.000 Nutzern profitabel sein können.

Nintendo will im laufenden Jahr die Wii U an den Start schicken. Kein anderer Dritthersteller hat zum Start so viele Spiele wie Ubisoft. Was macht Sie so zuversichtlich?

Ganz einfach: Wir glauben an Nintendo. Nintendo hat den Markt immer wieder mit neuen, kreativen Konzepten überrascht. Auch die Wii U bietet viele neue Wege zu spielen, wie Multi-Screen, wo die Gamer die Spiele über zwei Bildschirme auf dem Gamepad der Wii und dem Fernseher steuern können.

Aber das Feedback in der Branche war bislang eher durchwachsen. Viele trauen Nintendo nicht zu, mit der Wii U den Mega-Erfolg der Wii zu wiederholen?

Wir sind da sehr optimistisch, denn Nintendo wird den Markt erneut erweitern. Die Wii U ist eine Konsole, die vor allem für Familien attraktiv sein wird. Mit der Wii U können  Eltern mit ihren Kindern gemeinsam Spaß haben. Da wird es viele tolle Spiele geben.

Ubisoft peilt im laufenden Jahr rund 1,2 Milliarden Euro Umsatz und ein operativen Ergebnis von 70 bis 90 Millionen Euro an. Wird Ubisoft mit dem Rückenwind der Next-Gen-Konsolen in den nächsten zwei bis drei Jahren weiterhin zweistellig wachsen können?

Wir peilen für das laufende Jahr einen zweistelligen Zuwachs an und wir wollen in diesem Tempo weiter machen.

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From → Börse, IT

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