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SAP erwartet Siegeszug der Tablets in Unternehmen

27/07/2012

iPad und Co. verdrängen Notebooks – Walldorfer Softwarekonzern sieht grundlegenden Wandel im Nutzungsverhalten

München. Der Chef der IT-Abteilung von SAP, Oliver Bussmann, erwartet einen raschen Siegeszug von Tablets in Unternehmen. Eine schnell wachsende Zahl von Firmen würde ihre Mitarbeiter statt mit Notebooks bereits mit Tablets ausrüsten oder bereite entsprechende Schritte vor. „Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren noch beschleunigen“, sagte SAPs Chief Information Officer (CIO) gegenüber Euro am Sonntag. Viele Unternehmen wollten ihren Mitarbeiter aus Kostengründen neben dem obligatorischen Handy nicht zusätzlich noch ein Tablet und ein Notebook zur Verfügung stellen und müssten sich daher entscheiden. Dabei machten die Geräte mit dem berührungsempfindlichen Display immer häufiger das Rennen. „Die Zeiten, in denen Mitarbeiter wegen des relativ langen Hochfahrens des Rechners mit aufgeklapptem Notebook in Besprechungen gehen“ oder unterwegs mit Notebooks arbeiteten, gingen dem Ende zu. Ein Großteil der Büroarbeit lasse sich inzwischen auch auf Tablets erledigen. Dies werde künftig noch besser werden, sagte Bussmann mit Blick auf den geplanten Start von Windows 8.

Microsofts neues Betriebssystem wird am 26. Oktober auf den Markt kommen und ist für die Bedienung per Touchscreen optimiert. Im nächsten Jahr soll dann auch die neueste Version von Microsofts Standardbüropaket Office um Word, Excel und Outlook folgen. Office 2013 soll sich erstmals komplett auch per Fingerzeig steuern lassen. Bei einem großen deutschen Automobil-Bauer heißt es, man warte „sehnsüchtig“ auf Tablets auf Windows 8-Basis. Geräte mit dieser Technologie ließen sich leicht, zügig und sicher in die IT-Landschaft einbinden und verwalten. Dies sei angesichts des Bedarfs von mehreren 1000 Geräten ein „sehr wichtiger Faktor“, der für Windows-8-Tablets spreche.

Auch SAP will Mitarbeitern Ende des Jahres erste Windows-8-Tablets zur Verfügung stellen, zunächst zu Testzwecken, sagte Bussmann. Nach Informationen dieser Zeitung bereitet Microsoft zudem eine Office-Version für das populäre iPad von Apple vor. Auch SAP arbeite derzeit mit Hochdruck an Anwendungen für Windows-8-Tablets, heißt es aus Branchenkreisen. Bei der Hardware sei Samsung mit im Boot. Zum Windows-8-Start Ende Oktober sollen gut ein Dutzend Programme von SAP verfügbar sein, weitere sollen folgen, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person.

Der mögliche Siegeszug von Tablets könnte die Computerindustrie kräftig durchschütteln. Marktführer Hewlett-Packard spielt bei Tablets bislang praktisch keine Rolle. Auch der US-Riese Dell hat bisher kein konkurrenzfähiges Angebot. Stattdessen dominiert Apple mit dem iPad den Markt. Nach einer Übersicht des US-Marktforschungsunternehmens Gartner entfielen im Vorjahr rund zwei Drittel der Tablet-Verkäufe von weltweit insgesamt 60 Millionen Einheiten auf das iPad. Geräte auf Basis von Googles Betriebssystem Android kamen auf ein Viertel.

Der Tablet-Markt gilt als einer der wachstumsstärksten IT-Segmente weltweit. Von 2011 bis 2016 dürfte sich der Absatz der praktischen Mini-Rechner weltweit auf rund 370 Millionen Geräte versechsfachen, prognostiziert Gartner.

SAP hat frühzeitig auf den Trend reagiert und sich bei Mobillösungen mit milliarden-schweren Zukäufen wie Sybase konsequent verstärkt. Auch intern hat das Unternehmen reagiert. Weltweit hat kaum ein anderes Unternehmen so viel Erfahrung beim Einsatz von Tablets wie SAP. Aktuell hat der Softwarekonzern rund 18000 iPads im Einsatz. Bis Jahresende dürften es rund 20000 sein, sagte Bussmann. Damit sind die Walldorfer nach eigenen Angaben in Europa die Nummer 1. Weltweit ist nur Korean Telecom (KT) größer. Der koreanische Telefonkonzern hat bislang insgesamt 32.000 Apple-Tablets eingeführt.

Das iPad habe bei SAP zu einem „völlig anderen Nutzungsverhalten“ bei den Mitarbeitern geführt, betonte SAPs CIO. Inzwischen würden etwa Urlaubsanträge oder Material-Bestellungen komplett per Tablet abgewickelt. Auch der komplette Vertrieb greift per iPad auf Kundendaten zu oder präsentiert die Vorteile seiner Mobillösungen direkt. Die beiden SAP-Vorstandschefs Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott sind ebenfalls kaum noch ohne ihre iPads anzutreffen. Sämtliche Finanzkennzahlen, Präsentationen und andere Dokumente stehen in speziell gesicherten Bereichen bereit, sagte Bussmann. Bislang hat SAP rund 50 Anwendungen für Tablets entwickelt. In den kommenden Jahren werde die Tablet-Nutzung weiter zunehmen. „Die Anschaffung von Notebooks wird dann sicher zurückgehen“, sagte Bussmann.

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From → Börse, IT

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