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Atos sucht neues Personal in Deutschland

06/07/2012

Französischer IT-Dienstleister nimmt nach Übernahme der Siemens-Tochter SIS hierzulande Fahrt auf

München. Der französische IT-Dienstleister Atos will ein Jahr nach der Übernahme der Siemens-IT-Tochter SIS sein Personal in Deutschland kräftig aufstocken: „Wir wollen im laufenden Jahr 400 neue Mitarbeiter einstellen“, sagte der Chef von Atos Deutschland, Winfried Holz gegenüber Euro am Sonntag. Gemessen an der Zahl der Mitarbeiter zum Jahreswechsel von Atos Deutschland entspräche dies einem Zuwachs von rund fünf Prozent. Atos suche vor allem Berater, Systemarchitekten oder Systemdesigner, sagte Holz.

Siemens hatte bei SIS jahrelang mit massiven Schwierigkeiten zu kämpfen. Alleine im Geschäftsjahr 2009/2010 hatte die Sparte bei einem Umsatz von 4,2 Milliarden Euro einen operativen Verlust von 537 Millionen Euro eingefahren. Im Zuge der Neuausrichtung und der Konzentration auf die Sparten Industrie, Energie und Medizintechnik stellte Siemens-Chef Peter Löscher SIS schließlich zum Verkauf. Zum 1. Juli 2011 ging die IT-Sparte für rund 414 Millionen Euro in Aktien, eine Wandelanleihe über 250 Millionen Euro und 186 Millionen Euro in bar an Atos. Neben dem Kaufpreis stellte Siemens zudem 250 Millionen Euro für den Abbau von insgesamt 1750 Stellen bereit, davon 650 in Deutschland. Zugleich unterzeichnete der Konzern einen langlaufenden IT-Servicevertrag mit Atos im Volumen von 5,5 Milliarden Euro.

Die Übernahme von SIS habe Atos in der Wahrnehmung vieler Kunden und Partner einen „deutlichen Schub“ gebracht, erklärte Holz. Nach einer Übersicht des US-Marktforschungsunternehmens Gartner ist Atos in Deutschland hinter Branchenprimus T-Systems die Nummer 2. In den vergangenen Monaten hatte sich Atos mehrere neue Großaufträge gesichert, darunter beim Flugzeugbauer Airbus sowie Karstadt.

Rund drei Viertel seines Umsatzes machen die Franzosen in Deutschland im Outsourcing-Geschäft, also dem Betrieb ganzer Rechenzentren für andere Unternehmen. Der Rest verteilt sich auf klassische Beratung oder  Integrations- und Migrationsprojekte. Erst im Mai hatte der Konzern den Zuschlag zur Zusammenführung unterschiedlicher SAP-Installationen beim Versicherungsgruppe Talanx Konzern erhalten. Bei der SAP-Konsolidierung gilt Atos als einer der erfahrensten IT-Dienstleister.

Mit dem aktuellen Geschäft zeigte sich Holz „sehr zufrieden“. Mit einem Umsatzplus von 6,1 Prozent auf 418 Millionen Euro lag die deutsche Landesgesellschaft im ersten Quartal deutlich über dem Konzernwachstum von 2,4 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Neben Outsourcing, System-Migrationen und IT-Sicherheit seien Cloud-Lösungen besonders gefragt, sagte der Atos-Deutschlandchef. Beim Cloud Computing liegen die Daten auf mächtigen Servern, der Zugriff erfolgt über das Web.

Für den Gesamtmarkt gab sich Holz verhalten optimistisch. Anders als mancher Marktbeobachter rechne er in Deutschland mit einem Plus von einem Prozent. Gartner prognostiziert für das laufende Jahr dagegen ein Minus von 3,7 Prozent. Demgegenüber erklärte Holz, der deutsche Markt sei sehr stabil, die Unternehmen würden weiter in ihre IT investieren.

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From → Börse, IT

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