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Acer bläst zur Aufholjagd

15/06/2012

Computerbauer peilt bis 2014 operative Marge von zwei Prozent an – Große Werbeoffensive im Sommer – Acer Cloud soll im Sommer in USA und China starten


München. Der taiwanische Computerbauer Acer will nach dem Einbruch 2011 im laufenden Jahr verloren gegangenes Terrain zurückerobern. „Wir wollen in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika 2012 bei Notebooks einen Marktanteil von 25 bis 28 Prozent schaffen“, kündigte der Chef der Region EMEA, Oliver Ahrens gegenüber dieser Zeitung an. Bei PCs peile man einen Marktanteil von 15 bis 16 Prozent an. Das Wachstum solle jedoch profitabel sein. „Wir kaufen keine Marktanteile“, erklärte Ahrens.

Die Ziele sind ehrgeizig. Nach Daten des US-Marktforschungsunternehmens Gartner kamen die Taiwanesen im ersten Quartal bei Notebooks in der Region EMEA auf einen Marktanteil von 18,5 Prozent, bei PCs auf 13,8 Prozent. Im Vorjahr musste der Konzern jedoch spürbare Marktanteilsverluste hinnehmen. Zum Jahresauftakt legte Acer jedoch wieder zu. Im laufenden zweiten Quartal soll es einen weiteren, deutlichen Sprung nach vorn geben. Man sei „hervorragend“ unterwegs, sagte der seit Oktober amtierende Ahrens. Alleine im laufenden Quartal rechne man gegenüber dem schwachen Vorjahresquartal mit einem Umsatzplus von 50 Prozent.

Acer war im Vorjahr von der Kaufzurückhaltung der Verbraucher überrascht worden und tief in die roten Zahlen gerutscht. Konzernchef Gianfranco Lanci musste gehen. Im laufenden Jahr will Acer die Trendwende schaffen. Die Region EMEA habe im ersten Quartal die Gewinnschwelle erreicht, inzwischen sei man wieder profitabel sagte Ahrens. EMEA ist mit einem Umsatzanteil von gut 37 Prozent der wichtigste Markt für die Taiwanesen.

Um ein neuerliches Debakel wie im Vorjahr zu verhindern, habe man die internen Prozesse komplett überarbeitet, erklärte Ahrens. So gleicht der Konzern die Ist- und Planzahlen in den  wichtigsten Ländern für zentrale Kenngrößen wie Lagerbestände, Marktanteile oder Marktentwicklung inzwischen wöchentlich ab und reagiert entsprechend. Früher habe man die wichtigsten Daten nur ein Mal pro Quartal überprüft. Daher habe man im Vorjahr auf den Nachfrageeinbruch erst reagieren können, als es schon zu spät war. „Wir haben alles getan, damit das nicht wieder passiert“.

Einen wichtigen Impuls für den Absatz erhofft sich der Konzern vom Start des neuen Microsoft Betriebssystem Windows 8. Es dürfte im Oktober verfügbar sein. In der Vergangenheit habe die Einführung von Windows der Branche stets einen „starken Schub“ beschert. Dies werde auch dies Mal so sein, erklärte Acer-Deutschlandchef Wilfried Thom. Die Computer-Nachfrage werde zum Windows-Start traditionell von Endkunden getragen. Die Geschäftskunden dürften Windows 8 wohl erst zwölf bis 18 Monaten später einführen.

Angesichts der Neuausrichtung erwartet der Konzern zudem eine deutliche Margenverbesserung. Bis 2014 soll die operative Marge auf 1,5 bis 2 Prozent steigen, erklärte Ahrens. Langfristig peile man weiterhin eine operative Marge von vier Prozent an. Im ersten Quartal kam Acer auf 0,1 Prozent. Dies setze neben steigenden Marktanteilen und besserer Prozesse auch Investitionen in die eigene Marke voraus.

Um sich vom Wettbewerb abzuheben, plant Acer daher eine große Marketing- und Werbekampagne. Das Budget liege dafür im „mittleren zweistelligen Millionenbereich. Die Kampagne ist von der englischen Agentur Mother konzipiert und soll Ende Juni zunächst in Deutschland, Frankreich und Russland starten. Die Werbung sei zuletzt „etwas altmodisch“ gewesen. Dies wolle man nun ändern und die Marke Acer „emotional aufladen“, kündigte Ahrens an.

Unterdessen bereitet das Unternehmen den Start seines eigenen Cloud-Dienstes vor. Die Acer Cloud soll im Sommer in den USA und China starten. Ob der Dienst später auch in Europa verfügbar sein wird, ließ Ahrens offen. Vor einer Entscheidung wolle man zunächst die Entwicklung in China und den USA abwarten. Bei Acer Cloud können Nutzer ihre Daten auf Servern von Acern speichern und über das Web mit Handy, Notebooks oder Tablet auf die zugreifen. Der Dienst ähnelt etwa Apples Dienst iCloud.

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From → Börse, IT

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