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Lenovo begeistert sich für „Made in Germany“

01/06/2012

Der chinesische Computerbauer erwägt, künftig einen Teil seiner Rechner der Kernmarke Lenovo in Sömmerda fertigen zu lassen  – Konzern will schon bald auch mit eigenen Smartphones in Europa an den Start gehen

München. Der chinesische Computerbauer Lenovo erwägt, einen Teil seiner PCs künftig auch in Deutschland fertigen zu lassen. „Wir prüfen gegenwärtig, ob wir zusätzlich zu den Medion-Produkten bald auch Geräte der Marke Lenovo in Sömmerda produzieren lassen“, sagte der für Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) zuständige Lenovo-Manager Gianfranco Lanci in einem Gespräch gegenüber Euro am Sonntag. Eine Entscheidung dazu solle noch im Sommer fallen, sagte der Italiener.

Sollte das Werk in Sömmerda den Zuschlag erhalten, wäre Lenovo bereits der zweite große asiatische Computerbauer, der auf den Standort Deutschland setzt. Erst vor wenigen Wochen hatte der Chef von Fujitsu Technology Solutions (FTS), Rolf Schwirz, die Vorzüge des Fujitsu-Werks in Augsburg in den höchsten Tönen gelobt: Der Standort sei „auch im internationalen Vergleich spitze“. Die Bedeutung des Standorts Augsburg werde daher in den kommenden Jahren noch steigen.

Auch Lanci zeigte sich von der Leistungsfähigkeit des thüringischen Werks beeindruckt: Bei der Entscheidung über einen möglichen Produktionsauftrag für Sömmerda spielten neben den Kosten auch andere Aspekte wie die Erweiterungsfähigkeit der Produktion und des Werks eine Rolle. Zumindest bei den Kosten sei Sömmerda aber schon jetzt „sehr wettbewerbsfähig“, sagte Lanci.

Die Chinesen hatten den Haus- und Hof-Lieferanten von Aldi im Vorjahr für rund 629 Millionen Euro übernommen. Medion lässt Teile seiner Modellpalette seit Jahren im Werk Sömmerda des thüringischen Auftragsfertiger Logatec produzieren. Nach der Übernahme hatte es innerhalb Lenovos daher auch Überlegungen gegeben, die Produktion von Geräten der Marke Medion aus Kostengründen komplett nach Asien zu verlegen. Dies sei jedoch „längst kein Thema mehr“, versicherte Lanci.

Lenovo wächst seit neun Quartalen schneller als der Gesamtmarkt. Alleine im abgelaufenen Geschäftsjahr verbuchte der Konzern ein Umsatzplus von 37 Prozent auf 29,6 Milliarden Dollar. Nach einer Übersicht des US-Marktforschungsunternehmens IDC ist der Konzern mit einem Marktanteil von zuletzt 13,4 Prozent hinter HP die Nummer 2 weltweit. Nun nimmt der Konzern Anlauf auf die Spitze: „Wir wollen an HP vorbeiziehen. Wenn wir unser Tempo so halten können, werden wir das in den zwölf Monaten schaffen“, sagte Lanci.

Neben dem traditionell guten Geschäft mit Unternehmenskunden soll dazu auch das Geschäft mit Verbrauchern beitragen. Dabei spiele auch Medion eine zentrale Rolle. Man prüfe derzeit, ob man die Marke künftig auch in Russland oder China an den Start schicken, sagte Lanci. Zudem will Lenovo künftig auch Smartphones in der Region EMEA verkaufen. Das Geschäft mit Mobilgeräten laufe in China sehr gut. Nun plane man den nächsten Schritt. Nach dem aktuellen Fahrplan will der Konzern ab Sommer zunächst in Afrika und dem Mittleren Osten mit eigenen Smartphones an den Start gehen, ab kommendem Jahr auch in Europa, kündigte Lanci an. Neben Geräten mit dem Android-Betriebssystem werde es auch Version mit dem geplanten Microsoft Betriebssystem Windows Phone 8 geben.

Den geplanten Start von Microsofts neuem Betriebssystem Windows 8 sieht Lanci mit großer Zuversicht. „Windows 8 wird dem gesamten Markt einen großen Schub bringen“, sagte der Lenovo-Manager. Windows 8 sei „die größte Innovation bei Microsoft seit 30 Jahren“, sagte Lanci. „Das ist keine Evolution, sondern eine Revolution“, sagte Lanci mit Blick auf neue Funktionen wie die Unterstützung von berührungsempfindlichen Bildschirmen (Touchscreens).

Den Rechtsstreit mit seinem früheren Arbeitgeber Acer sieht Lanci gelassen. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe seien juristisch „schwach“, sagte der ehemalige Acer-Chef. Lanci war im März 2011 im Streit bei Acer ausgeschieden. Im September desselben heuerte er bei Lenovo an, zunächst als Berater, im vergangenen April übernahm er die Leitung der Region EMEA. Acer wirft Lanci vor, gegen ein  Wettbewerbsverbot verstoßen zu haben. Die weit verbreitete Klausel verbietet es Führungskräften vor Ablauf einer Übergangsfrist für einen Konkurrenten zu arbeiten. Lanci bestreitet die Vorwürfe. Bis das zuständige Gericht entscheide, werde es wohl noch einige Monate dauern, sagte Lanci.

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From → Börse, IT

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