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Bayerns Blaupause für die Welt

04/05/2012

Computerbauer Fujitsu Technology Solutions will  Werk in Augsburg weiter aufwerten – Konzern peilt bis 2015 sechs Milliarden Euro Umsatz an


München. Der japanische Computerkonzern Fujitsu will den Standort Augsburg weiter aufwerten. „Die Bedeutung von Augsburg wird im Zuge unseres geplanten Wachstums weiter steigen“, erklärte der Chef von Fujitsu Technology Solutions (FTS), Rolf Schwirz, gegenüber dieser Zeitung. Schwirz verantwortet neben der Vertriebsregion Kontinentaleuropa, Mittlerer Osten, Afrika und Indien (CEMEA&I) auch das weltweite Servergeschäft der Japaner. Nach den Plänen will FTS künftig mögliche weitere Produktionsstandorte über Augsburg steuern. Dies gelte etwa für Warenbeschaffung, Produktionsplanung oder Logistik. Der Standort Augsburg sei „auch im internationalen Vergleich absolute Spitze“, sagte Schwirz. Darauf wolle man weiter aufbauen.

FTS beschäftigt alleine in Augsburg insgesamt 1720 Mitarbeiter, davon einschließlich der Zeitarbeiter rund 1100 in der Produktion. Sie bauen PCs, Notebooks, Server sowie Speichersysteme für Unternehmen (Storage). Neben dem inzwischen von Lenovo übernommenen Computerbauer Medion ist Fujitsu damit der einzige Konzern, der Computer noch in Europa fertigen lässt. Wettbewerber wie Dell, Apple oder HP lassen ihre Rechner nahezu ausschließlich von Auftragsfertiger wie Foxconn, Qanta oder Compal in China oder Taiwan bauen. Die räumliche Nähe zu den Kunden in Deutschland, sei ein „wesentlicher Erfolgsfaktor von FTS“, erklärte Schwirz.

Um die Produktion noch flexibler zu machen, habe man alleine im abgelaufenen Geschäftsjahr (31.3.) einen „zweistelligen Millionenbetrag“ in Augsburg investiert und dabei auch Produktionsprozesse aus der Automobilindustrie übernommen. So würden etwa Server statt wie früher am Fließband inzwischen komplett von einzelnen Teams gefertigt. Die neuen Produktionsprozesse gelten inzwischen auch innerhalb des Konzerns als vorbildlich. „Unsere japanischen Kollegen verfolgen das mit sehr großem Interesse“, sagte Schwirz.

FTS geht auf das Gemeinschaftsunternehmen mit Siemens zurück. Zum 1. April 2009 hatte der Münchner Konzern seine Anteile für 450 Millionen Euro an Fujitsu abgegeben. Im Vorfeld der Trennung hatte es wiederholt Spekulationen um die Zukunft von Augsburg und des Service-Standorts im thüringischen Sömmerda gegeben. Fujitsu hatte sich in der Vergangenheit jedoch wiederholt zu beiden Standorten bekannt.

Zum abgelaufenen Geschäftsjahr sagte Schwirz, nach einem starken ersten Halbjahr habe es in der zweiten Jahreshälfte Gegenwind gegeben. In Märkten wie Italien, Spanien oder Portugal habe die Eurokrise auf den Absatz gedrückt. Dafür sei man in Russland, Indien, dem Mittleren Osten sowie auf dem wichtigen deutschen Markt „gut unterwegs“, sagte Schwirz, ohne Details zu nennen. Konkrete Zahlen will der Konzern am kommenden Montag veröffentlichen.

Für die nächsten Jahre hat sich der seit Oktober 2010 amtierende FTS-Chef ehrgeizige Ziele gesetzt. Danach soll der FTS-Umsatz bis 2015 auf „sechs Milliarden Euro“ steigen. Die operative Marge soll dann bei „fünf Prozent“ liegen. Dies entspräche einem operativen Ergebnis von 300 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2010/11 hatte das Unternehmen noch einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro ausgewiesen.

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From → Börse, IT

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