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Abzocke made in Canada

27/04/2012

Spammails werben für völlig unbekannte Freiverkehrsaktien – Deutsche Börse setzt Sargas Capital vom Handel aus

München. Deutsche Privatanleger sehen sich einer neuen Abzock-Welle bei Aktien aus dem Freiverkehr gegenüber. In Spam-Mails, die dieser Zeitung vorliegen, werben die Absender für die bislang völlig unbekannten kanadischen Unternehmen Sargas Capital Ltd. und Texcan Capital. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat bereits eine Untersuchung bei Sargas eingeleitet. „Wir schauen uns den Handel an“, sagte eine Bafin-Sprecherin auf Anfrage. Es gehe um den Verdacht des Insiderhandels und der Marktmanipulation. Zudem wurde die Notierung des im Freiverkehrs gelisteten Unternehmens am Dienstag Mittag ausgesetzt. Ein ordnungsgemäßer Handel sei nicht gewährleistet, erklärte ein Sprecher der Deutschen Börse zur Begründung.

Sargas Capital bietet nach eigenen Angaben Tools zur Analyse des Nutzerverhaltens auf Webseiten. Die Aktie wird derzeit per Spam-Mails aggressiv beworben. In dem als E-Mail-Irrläufer getarnten Schreiben, erklärt der Absender, er habe bereits „gutes Geld“ mit dem Wert verdient. Bis Ende Mai werde die Aktie bei „über fünf Euro“ stehen. Ein Sargas-Sprecher erklärte auf Anfrage, das Unternehmen mache derzeit weder „Umsatz noch Gewinn“. Geld sei jedoch da.

Unterdessen läuft bereits die nächste Spam-Attacke. Sie suggeriert ebenfalls, es handele sich um eine an den falschen Empfänger versandte Mail und stimmt mit einzelnen Sätzen der Sargas-Mail teilweise wörtlich überein. Bei dem neuerlichen Abzock-Versuch wird dies Mal der bislang völlig unbekannte kanadische Explorer Texcan Capital empfohlen.

Sargas war Anfang März zu 0,35 Euro im kaum regulierten Einstiegssegment des Freiverkehrs (First Quotation Board) gestartet. Zum Zeitpunkt der Kurs-Aussetzung am Dienstag notierte das Papier bei 2,47 Euro. Ein bislang nahezu unbekanntes Berliner Unternehmen hatte für die dubiose kanadische Gesellschaft ein Kursziel von 7,50 Euro ausgegeben. Die Schätzung basiere auf Prognosen des Unternehmens, erklärte der Autor auf Anfrage. Das Muster bei Sargas Capital gleicht ähnlichen Kurspush-Attacken auf andere Werte aus dem Freiverkehr. Dabei decken sich Betrüger bei Pennystocks zunächst günstig ein, trommeln für die Aktie und machen dann Kasse. Die Deutsche Börse hat auf die ansteigende Zahl der Betrugsversuche im Freiverkehr reagiert. Das First Quotation Board wird Mitte Dezember geschlossen.

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