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Adobe schickt sein neues Flaggschiff CS6 an den Start

20/04/2012

Konzern will mit Zusatzdiensten Abo-Geschäft ankurbeln und neue Kunden locken

München. Der US-Softwarekonzern Adobe steht unmittelbar vor dem Start der neuesten Version seines Flaggschiffprodukts Creative Suite (CS). Das geht aus einer entsprechenden Ankündigung auf der Adobe-Webseite hervor. Dort lädt der Konzern für diesen Montag um 10 Uhr US-Westküstenzeit zu einer Webkonferenz zur CS6 sowie zu einer Demo am 26. April ein. In der Vergangenheit haben die Kalifornier die CS stets gut zwei bis drei Wochen nach der offiziellen Ankündigung in die Läden gebracht. Damit dürfte die CS6 in der ersten Mai-Hälfte verfügbar sein. Bislang hatte der Konzern lediglich einen Start in der ersten Jahreshälfte in Aussicht gestellt, den konkreten Starttermin jedoch offen gelassen.

Die CS6 umfasst unter anderem das bekannte Bildbearbeitungsprogramm Photoshop. Es gilt als Quasi-Standard in der Branche. Dazu kommen Lösungen für die Gestaltung von Büchern oder Zeitungsseiten (InDesign) oder Mal- und Zeichenwerkzeuge (Illustrator). Zu den Kunden gehören Medienhäuser, Werbeagenturen, Webdesigner und die Marketing- und Designverantwortlichen großer Konzerne. Die Creative Suite ist der wichtigste Bereich des Unternehmens. Alleine im jüngsten Geschäftsjahr steuerte die Sparte rund 55 Prozent zum Konzernumsatz von 3,3 Milliarden Dollar bei.

Mit der neuesten Version seines Kreativpakets will Adobe sein Abo-Modell um webbasierte Zusatzdienste ergänzen und das Abo-Geschäft so kräftig ausbauen. Bei dem Angebot unter dem Namen Creative Cloud bietet Adobe seinen Kunden 20 GB Speicherplatz im Web an. Dort können Entwickler ihre Entwürfe künftig ablegen. Die Software wird wegen der Geschwindigkeitsvorteile jedoch weiterhin lokal installiert.

Mit der Creative Cloud will der Konzern Arbeitsprozesse vereinfachen und Kreativen auch das Arbeiten von unterwegs erleichtern. So können Designer beim Kunden per iPad oder andere Endgeräte auf die Dateien zugreifen und sie bearbeiten. Neben dem Online-Speicherplatz umfasst das Angebot weitere Dienste wie das Speichern von Webseiten im Netz (Hosting) oder entsprechende Analysetools. Zudem will der Konzern mit seinem neuen Angebot eine Plattform zum Informationsaustausch schaffen. Der Start für die „Creative Community“ ist im Laufe der zweiten Jahreshälfte geplant.

Voraussetzung für die Nutzung der Creative Cloud-Dienste ist ein Abo. Für rund 60 Euro im Monat erhalten Nutzer neben den Datendiensten die komplette CS6 um Lösungen für Design, Web und Video-Bearbeitung einschließlich möglicher Funktionserweiterungen. Bislang umfasst das Abo nur einzelne Programme oder die aktuelle Version der CS ohne die zusätzlichen Dienste. Beim Kauf der entsprechenden CS6 Master Collection würden rund 3600 Euro fällig.

Mit der Ausweitung des Abo-Modells um die Creative Cloud setzt Adobe die eingeleitete Neuausrichtung konsequent fort. Die Kalifornier hatten ihren Entwicklungszyklus mit Einführung der CS 5.5 im April 2011 auf jährliche Upgrades umgestellt. Zuvor hatte das Unternehmen sein wichtigstes Produkt alle 18 bis 24 Monate erneuert. Zeitgleich mit den kürzeren Update-Zyklen hatten die Kalifornier weltweit auch erste Produkte im Abo angeboten.

Mit der Umstellung zielt das Unternehmen auf eine engere Kundenbindung sowie eine Verstetigung seiner Umsätze. Die Branche kämpft traditionell mit vergleichsweise hohen Erlösen zum Start eines Produkts, die vor der Einführung der Nachfolgeversion häufig deutlich sinken. Dies erschwert den Unternehmen die Planung. Zugleich hofft der Konzern mit Hilfe des noch relativ jungen Abogeschäfts auf neue Kunden. Potenzielle Kunden schreckten angesichts des möglichen Kaufpreises von 1800 bis 3600 Euro vor einem Kauf womöglich zurück. Bei einem Mietpreis von 60 Euro liege die Hürde erheblich niedriger, heißt es aus der Branche. Zudem hoffe der Konzern mit seinem Abo-Modell auf höhere Durchschnittserlöse. Traditionell entspreche der Umsatz pro Nutzer rund 30 Dollar pro Monat, hatte der für die Kreativ-Lösungen zuständige Adobe-Vorstand David Wadhwani auf einer Investorenveranstaltung im vergangenen November in London erklärt. Im Abomodell gehe man je Nutzer von 40 Dollar pro Monat aus, hieß es.

Analysten zeigten sich im Vorfeld der CS6-Einführung optimistisch. Das neue Paket dürfte die Nachfrage ankurbeln, hieß es. Vor allem das neue Photoshop dürfte einen guten Start erwischen. „Das letzte große Update von Photoshop liegt inzwischen zwei Jahre zurück. Das ist die größte Zeitspanne in der 21jährigen Geschichte des Produkts“, erklärte etwa UBS-Software-Analyst Brent Thill.

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From → Börse, IT

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