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Hacker nehmen Handys ins Visier

06/04/2012

Immer mehr Schadprogramme – Auch TV-Geräte könnten bald ins Fadenkreuz geraten

München. Mobiltelefone werden immer häufiger Ziel von Hackerangriffen. Derzeit würden pro Tag rund 100 neue Schadprogramme für Handys gefunden, sagte Ralf Benzmüller, Leiter SecurityLabs des deutschen Antivirenspezialisten GData dieser Zeitung. Dies seien „gut acht Mal“ so viel wie noch vor einem Jahr. Besonders betroffen seien Geräte mit dem Betriebssystem Android. Rund 80 Prozent aller Viren zielten auf das populäre Betriebssystem für Smartphones, mit denen Nutzer im Web surfen können oder E-Mails empfangen. Dahinter folgten mit weitem Abstand Geräte mit Symbian. Virenattacken auf Geräte mit anderen Betriebssystemen wie etwa das populäre iPhone von Apple seien dagegen „extrem selten“.

Zur Begründung verwies Benzmüller auf unterschiedliche Sicherheitsphilosophien. So wolle Apple den Nutzer möglichst wenig mit Sicherheitsanfragen behelligen und kontrolliere daher die Anwendungen vor der Freigabe in seinem Online-Laden (App Store) sehr rigide. Der Konzern habe einen „Burggraben-Ansatz“. Man müsse zunächst über die Zugbrücke. Doch wenn man im Burghof ankomme, sei man vor Bedrohungen sicher.

Android verfolge dagegen einen offenen Ansatz. Die Hürden für eine Freigabe im Androidmarket seien entsprechend niedriger. Dies führe aber auch zu höheren Sicherheitslücken. Zudem sei Android wegen seiner hohen Verbreitung ein attraktiveres Angriffsziel. Im Vorjahr lief weltweit jedes zweite Handy auf Android. Dahinter folgen mit deutlichem Abstand iOS von Apple und Symbian.

Nach einer Übersicht von GData ziele alleine ein Drittel der Schadprogramme auf SMS-Dienste. Dabei versucht die Malware etwa, den Versand von SMS an kostenpflichtige Premium-Dienste auszulösen. Dies sei etwa in Russland zu beobachten, wo entsprechende Rufnummern von Betrügern anonym eingerichtet werden könnten. Zudem seien viele Schadprogramme darauf aus, persönliche Daten des Nutzers wie etwa gespeicherte Mailadressen oder Telefonnummern auszuschnüffeln oder die jeweilige Position des Nutzers in kurzen Abständen an einen Rechner weiterreichen. Über solche GPS-Daten ließen sich dann exakte Bewegungsprofile von Nutzern erstellen.

Unterdessen taucht nach Einschätzung von GData mit dem Siegeszug der Internet-fähigen TV-Geräten bereits eine weitere Gefahrenquelle am Horizont auf. Viele dieser Fernseher liefen auf der Android-Plattform, erklärte Benzmüller. Daher sehe man mittelfristig eine „hohe Wahrscheinlichkeit“, dass es auch zu Hackerangriffen auf Smart-TVs kommen dürfte. Für die Virenschutz-Anbieter wäre das eine weitere lukrative Einnahmequelle: „Wenn man ein Gerät nutzt wie einen PC, muss ihn auch absichern wie einen PC“, sagte Benzmüller.

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