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Mut made in Germany

24/03/2012

Kommunikation mit den Finanzmärkten: Die meisten europäische Unternehmen geben keine konkreten Prognosen, deutsche Konzerne schon

München. Die größten europäischen Konzerne tun sich mit einem konkreten Ausblick für das neue Geschäftsjahr weiterhin schwer. Das geht aus einer Auswertung der Prognosen der 200 größten europäischen Unternehmen durch die PR-Agenturen Burson-Masteller und Smithfield hervor, die dieser Zeitung vorliegt. Zwar halten gut 90 Prozent der befragten Finanzanalysten und Wirtschaftsjournalisten Prognosen für sehr hilfreich beziehungsweise hilfreich. Dennoch äußerten sich gerade 39 Prozent der 200 größten börsennotierten Unternehmen notierten Unternehmen zu konkreten Zielen und Erwartungen für ihren Geschäftsverlauf. 45 Prozent lehnten eine konkrete Guidance jedoch ab.

Die deutschen Unternehmen schnitten im internationalen Vergleich dagegen relativ gut ab. Von den insgesamt 27 im Euro Stoxx Large 200 notierten deutschen Konzernen haben 16 Unternehmen einen konkrete Prognose für 2012 geliefert. Das entspricht einem Anteil von knapp 60 Prozent und liegt damit deutlich über dem europaweiten Niveau. Elf große deutsche Unternehmen haben indes keine konkreten Zahlen zu den Geschäftserwartungen genannt. So hatte der Gaseanbieter Linde für 2012 lediglich einen Ergebnisanstieg in Aussicht gestellt, die konkrete Höhe aber offen gelassen. Auch andere DAX-Schwergewichte wie BMW, Deutsche Bank oder ThyssenKrupp blieben vage.

Zur Erklärung für die Prognose-Abstinenz bei den meisten europäischen Konzernen verwiesen die Autoren auf negative Erfahrungen. So hätten viele Unternehmen Anfang 2011 eine konjunkturelle Erholung erwartet. Doch im Jahresverlauf hätte sich das Umfeld deutlich eingetrübt. Angesichts dessen hätten viele Unternehmen ihre Aussagen revidieren müssen. „Die Prognose ist in einem Bullenmarkt entstanden und in einem Bärenmarkt gestorben“, schreiben die Autoren.

Für besonders hilfreich halten Analysten statt konkreter Ziele für einzelne Kenngrößen wie Mittelzuflüsse eher Hinweise zu Margen oder der erwarteten Kostenentwicklung. Die Studie zeige, „dass Unternehmen davon abkommen sollten, vollständige Vorhersagen über die Ertragslage zu machen“, sagte Michel Doermer, verantwortlich für die Finanzkommunikation bei Burson-Marsteller Deutschland. Stattdessen sollte das Management Ziele für kontrollierbare Parameter formulieren und ungewisse Faktoren offen ansprechen. So könne der Blick zur eigentlichen Geschäftsentwicklung gelenkt werden. „Dem Ziel, dass die Marktkapitalisierung die Leistung des Unternehmens wiederspiegelt und nicht etwa die Prognosefähigkeiten des Managements“, käme man so ein gutes Stück näher, resümierte Doermer.

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From → Börse, Konjunktur

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