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Geänderte Prioritäten

16/03/2012

SAP »Der Konzern verlagert die Entwicklung seiner Mietsoftware nach Indien. Andere Produkte sind lukrativer

München. Der Walldorfer Softwarekonzern SAP bereitet eine weitgehende Umstrukturierung bei seiner Softwarelösung Business ByDesign (BBD) vor. Nach Informationen dieser Zeitung soll die Entwicklung des Produkts in Walldorf komplett geschlossen und nach Indien verlegt werden. Insgesamt wären von einem solchen Schritt über 1000 Mitarbeiter am Walldorfer Stammsitz betroffen. Sie sollen in anderen Konzern-Abteilungen unterkommen. Zahlreiche Mitarbeiter würden sich bereits für andere Posten bewerben, heißt es aus Walldorf. „Die Leute wollen zum Teil panikartig aus der Abteilung raus“, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person dieser Zeitung. Eine SAP-Sprecherin erklärte, es würden lediglich einige Aufgaben von Deutschland nach Indien verschoben. Davon seien wenige Hundert Stellen betroffen. BBD werde auch künftig in Deutschland, Indien und den USA entwickelt.

Das größte europäische Softwarehause hatte bereits zum Jahresanfang rund 150 Mitarbeiter aus der BBD-Entwicklung abgezogen. Damals hieß es, Business ByDesign sei nach der Aufbauarbeit inzwischen „sehr ausgereift“. Daher würden die Kapazitäten entsprechend angepasst. Die Pläne spiegeln aber auch die geänderten Prioritäten in Konzern wider. SAP erwartet in den kommenden Jahren starkes Wachstum aus anderen Angeboten wie Mobillösungen oder der In-Memory-Datenbank HANA. Mit dieser Technologie will der Konzern zu einem der wichtigsten Anbieter bei Datenbanken aufsteigen und dem Branchenprimus und Erzrivalen Oracle massiv Konkurrenz machen.

Haupttreiber hinter der jüngsten Umstrukturierung bei SAP On Demand soll der für die Entwicklung zuständige Co-Vorstandschef Jim Hagemann Snabe sein. Snabe sei mit der Entwicklung von Business By Design unzufrieden. Im vergangenen Jahr habe das Produkt mit insgesamt gut 1000 Kunden gerade 18 Millionen Euro Umsatz gebracht, bei Kosten „im dreistelligen Millionenbereich“.

BBD ist eine so genannte Cloud-Lösung. Dabei mieten die Kunden die Software statt sie zu kaufen. Der Zugriff erfolgt über das Web. Neben Auftragsbearbeitung lassen sich mit BBD auch Buchhaltung oder Kundenkontakte steuern. SAP hatte Mitte Februar für 2,5 Milliarden Euro den US-Spezialisten Success Factors übernommen und so sein On-Demand-Geschäft gestärkt. Erst Anfang der Woche hatte der bisherige Chef von SAP On-Demand, Peter Lorenz, angekündigt, er wolle eine Auszeit nehmen. Nachfolger wird der Gründer und Chef von Success Factors, Lars Dalgaard. Er soll die künftige Cloud-Strategie nun entwickeln.

 

 

 

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From → Börse, IT

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