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Samiv-Chef Seidl vor Auslieferung nach Liechtenstein

09/03/2012

Anlegern droht Totalverlust – Schaden von mindestens 75 Millionen Euro

München. Der wegen des Verdachts des schweren Anlagebetrugs in der Schweiz inhaftierte Deutsche Michael Seidl steht vor der Auslieferung nach Liechtenstein. „Das zuständige Bundesamt der Justiz hat dem Auslieferungsantrag der Liechtensteiner Behörden stattgegeben“, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Appenzell am Freitag gegenüber dieser Zeitung.

Die Schweizer Behörde wirft Seidl gewerbsmäßigen Betrug vor. Nach den bisherigen Ermittlungen soll der Unternehmer über die Schweizer Vermögensberatung Samiv AG aus Rorschach im Kanton St. Gallen insgesamt rund 50 Millionen Euro veruntreut haben. Die meisten der rund 2000 Samiv-Anleger stammen aus Deutschland. Ihnen droht nun nach Angaben des Konkursamts Appenzell Ausserrhoden ein Totalverlust. Man habe trotz „Recherchen und Ermittlungen des Konkursamts und der Staatsanwaltschaft“ bis heute „leider keine Geldmittel“ gefunden, teilte die Behörde den Gläubigern in einem Rundschreiben Anfang Februar mit. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, Seidl habe offenbar ein Schneeballsystem betrieben und dabei zunächst einen „großen Teil“ der neu investierten Gelder an bereits länger investierte Anleger ausgezahlt. Daher seien die Konten leer.

Seidl wurde Ende Juli in der Schweiz verhaftet. Inzwischen wurde die ursprüngliche U-Haft in einen vorzeitigen Strafvollzug umgewandelt. Nach Schweizer Recht wird sie auf eine mögliche Haftstrafe angerechnet. Im Gegenzug erhält der Inhaftierte „kleinere Hafterleichterungen“.

Neben der Schweiz droht Seidl auch in Liechtenstein eine Haftstrafe. Dort ermitteln die Behörden gegen den Betriebswirt wegen des Verdachts des „schweren gewerbsmäßigen Betrugs, der Untreue und der Geldwäscherei“ im Zusammenhang mit der Liechtensteiner Money Service Group (MSG). Zu dieser Dachgesellschaft  gehörte auch die Samiv AG. Die Staatsanwaltschaft Liechtenstein geht inzwischen davon aus, dass Seidl über die MSG rund 50 Anleger um 25 Millionen Euro geprellt hat. Noch im Herbst waren die Behörden von einem Schaden von mindestens 21 Millionen Euro ausgegangen.

Daneben unterhielt Seidl im bayerischen Wolfratshausen die Hermes Invest. Sie warb mit vergleichsweise hohen Renditeversprechen von sieben Prozent jährlich um Anleger. Aus informierten Kreisen heißt es, Seidl habe die Anlagegelder vorwiegend in bar erhalten. „Da dürfte relativ viel Schwarzgelder dabei gewesen sein“, heißt es. Insgesamt sammelte der Unternehmer so alleine mit seinen beiden Fonds „Hermes Capital Protect“ und „Hermes Resource Protect“ 40 Millionen Euro ein.

 

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