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Lovefilm sieht großes Potenzial in Deutschland

16/12/2011

Lovefilm-Deutschlandchef Ernst Trapp

Amazon-Tochter will zur führenden Online-Videothek aufsteigen  

München. Der Videodienst Lovefilm geht mit ehrgeizigen Zielen ins Neue Jahr: „Wir wollen 2012 unsere Position als ein führender Anbieter von webbasierten DVD-Leihdiensten und Streaming-Formaten in Deutschland ausbauen“, sagte Lovefilm-Deutschlandchef Ernst Trapp gegenüber Euro am Sonntag. Dazu werde man das Marketing-Budget entsprechend erhöhen.

Bei Lovefilm können Kunden je nach Paket gegen eine monatliche Gebühr DVDs oder Blu-rays unbefristet per Post ausleihen oder sich die Filme über das Internet ansehen (Video-on-Demand). Die Preise für den Dienst liegen zwischen 4,99 bis 17,99 Euro pro Monat.

Das in London beheimatete Unternehmen ist eine 100prozentige Tochter des US-Konzerns Amazon. Der Online-Händler hatte 2008 sein DVD-Verleihgeschäft in Deutschland und Großbritannien an Lovefilm abgegeben und sich im Gegenzug 42 Prozent der Anteile an den Briten gesichert. Anfang des Jahres übernahm Amazon die restlichen 58 Prozent für umgerechnet 237 Millionen Euro. Der Deal galt auch als Reaktion auf den rasanten Erfolg des US-Videodienstes Netflix. In der Branche hatte es zuvor immer wieder Spekulationen gegeben, der US-Konzern könnte auch den europäischen Markt ins Visier nehmen. Dem kam Amazon mit der Komplett-Übernahme von Lovefilm zuvor. Inzwischen hat Netflix den Schritt über den Atlantik angekündigt. Ab kommendem Jahr will der Konzern in Großbritannien und Irland an den Start gehen.

Lovefilm ist neben den beiden größten Märkten in Großbritannien und Deutschland auch in Dänemark, Schweden und Norwegen unterwegs. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen inzwischen insgesamt rund 1,8 Millionen Mitglieder. Beobachter schätzen, dass Lovefilm alleine in Deutschland bereits über 300.000 Kunden zählt. Dazu wollte sich Trapp jedoch nicht äußern.

Der Markt für Home-Entertainment steckt im Umbruch. Beobachter erwarten, dass sich der Druck auf die klassischen Videotheken künftig weiter erhöhen dürfte. Statt sich eine DVD aus einer Videothek zu holen dürften Kunden künftig immer mehr Filme und Serien per Post ordern oder gleich aus dem Internet laden. „Für diese Entwicklung sind wir mit unserem hybriden Modell aus Postvertrieb und Streaming-Angebot hervorragend gerüstet“, sagte Trapp. Zwar dürfte der Postvertrieb bei Lovefilm in den nächsten drei bis fünf Jahren noch der „dominierende Vertriebsweg“ sein, erwartet Trapp. Doch werde der Online-Zugang künftig immer wichtiger. „Wir erwarten, dass in spätestens fünf bis sieben Jahren Streaming den Post-Vertrieb überholt haben wird“. Allerdings gilt der Ausbau des On-Demand-Angebots als schwierig. Aus Sorge vor Raubkopien seien viele Studios mit der Vergabe von Streaming-Rechten noch sehr restriktiv, heißt es aus der Branche. Dazu lehnte Trapp jedoch jeden Kommentar ab.

Im Rennen gegen die stationären Videotheken sieht sich Lovefilm ohnehin gut gerüstet. Derzeit seien über 45000 Titel auf DVD und Blu-ray verfügbar, sagte Trapp. Dazu kämen rund 600 On-Demand-Titel. Videotheken bieten dagegen im Schnitt rund 8000 Filme. Zudem zahlen Kunden bei Videotheken pro Tag eine Leihgebühr. Bei Lovefilm ist die Ausleihe unbefristet. Schickt der Kunde die DVD zurück, kommt automatisch der nächste Titel.

Zu den wichtigsten Wettbewerbern von Lovefilm zählen neben dem DVD-Versender Video Buster das Apple-Portal iTunes, das zur Telekom gehörende Video-On-Demand-Portal Videoload sowie die Pro7Sat1-Tochter Maxdome. Auch der Pay-TV-Sender Sky gilt als Konkurrent. Aus der Branche heißt es, bei Sky verfolge man die Entwicklung mit „wachsender Nervosität“. Erst Ende Oktober hatte sich Lovefilm die Erstausstrahlungsrechte für ein Filmpaket des Hollywoodstudios Paramount gesichert. Damit stehen erstmals Paramount-Blockbuster wie der  für 10 Oscars nominierte  Western True Grit parallel zur Auswertung bei Pay-TV-Sendern auch Lovefilm-Kunden zur Verfügung. Üblicherweise werden Filmrechte nach der Ausstrahlung im Kino zunächst über Pay-TV verwertet und erst danach auf DVD. „Der Paramount-Deal war für uns ein Meilenstein“, sagte Trapp.

Um das Wachstum weiter anzukurbeln, versucht Lovefilm auf möglichst vielen Plattformen präsent zu sein. Schon jetzt ist das Unternehmen neben dem Web und internetfähigen Fernsehern (SmartTVs)  auch auf Sonys Spielekonsole Playstation sowie auf Apples iPad und dem iPhone verfügbar. Anfang 2012 will Lovefilm in Deutschland auch auf der Xbox 360 von Microsoft starten. Weitere Deals etwa mit Smart-TV-Herstellern seien in Vorbereitung, erklärte Trapp.

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From → Börse, IT

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