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Microsoft will SAP Paroli bieten

11/11/2011

US-Konzern plant für 2012 Einstieg in den Markt für webbasierte Programme zur Unternehmenssteuerung – Konkurrenz-Angebot zu Business ByDesign von SAP –  „Investitionsstau bei Unternehmen“

Michael Park, Microsoft Business Solutions

München. Der US-Softwarekonzern Microsoft plant den Einstieg in den Markt für webbasierte Programme zur Unternehmenssteuerung. „Die nächste Version unserer Produkts NAV wird unser erstes ERP-Produkt für die Cloud“, sagte Michael Park, der das operative Geschäft in Microsofts ERP-Sparte MBS verantwortet, gegenüber Euro am Sonntag. Er rechne mit einem Start im kommenden Jahr. Mit ERP-Lösungen können Unternehmen ihre Finanzbuchhaltung, Produktion oder Personalwesen steuern.

Mit dem Einstieg würde Microsoft dem Walldorfer Softwarekonzern SAP direkte Konkurrenz machen. Das größte europäische Softwarehaus hatte im Vorjahr nach mehreren Verschiebungen mit Business ByDesign (BBD) eine eigene cloudbasierte ERP-Lösung auf den Markt gebracht. Erst vor wenigen Tagen hatte SAP-Co-CEO Jim Hagemann Snabe erklärt, man verfüge inzwischen über mehr als 700 Kunden.

Ungeachtet der weltweiten Konjunkturabkühlung erwartet Park auch im kommenden Jahr keinen Einbruch im Geschäft mit ERP-Software: „Die Kunden werden etwas vorsichtiger, aber sie müssen investieren“, sagte Park der Wirtschaftszeitung. Viele Unternehmen hätten über drei, vier Jahre ihre Software vernachlässigt. Nun gebe es einen Investitionsstau.

Microsoft hatte das Geschäft um ERP-Software sowie Lösungen zum Kundenmanagement (CRM) 2005 mit der Office-Sparte um Word, Outlook und Excel zur Microsoft Business Division zusammengelegt. Im Vorjahr wertete der Konzern die Sparte auf. Seither berichtet MBS-Chef Kirill Tatarinov direkt an Steve Ballmer. MBS gilt als eine der strategisch wichtigsten Bereiche im Konzern. Im Vorjahr war MBS laut Park um zehn Prozent gewachsen und damit deutlich schneller als der Gesamtmarkt. Analysten schätzen den Umsatz der Sparte auf gut 1,2 Milliarden Dollar. „Diese Marke haben wir längst hinter uns gelassen“, erklärte Park dagegen, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Microsoft hatte sein ERP-Geschäft Anfang des Jahrtausends für insgesamt 2,6 Milliarden Euro mit den Zukauf des amerikanischen ERP-Spezialisten Great Plains sowie des dänischen ERP-Anbieters Navision ausgebaut. Inzwischen umfasst das ERP-Angebot unter der Dachmarke Microsoft Dynamics mit NAV, AX und der weitgehend auf den US-Markt beschränkten Lösungen GP und SL vier Produktlinien. Dazu kommen die CRM-Lösungen.

Spekulationen, wonach Microsoft das Portfolio künftig womöglich doch bereinigen könnte, wies Park zurück. „Wir werden diese vier Produktlinien weiter ausbauen“, sagte er. Microsoft hatte nach den Zukäufen zunächst geplant, Axapta und Navision auf einer gemeinsamen Technologie-Plattform zusammenzuführen, dieses Vorhaben aber angesichts des hohen technischen Aufwands aufgegeben. Auch eine Erweiterung der Branchen sei nicht vorgesehen. „Wir zielen mit unseren Lösungen auf Dienstleister, Fertigungswirtschaft, Handel, Vertrieb und öffentliche Hand.“ Dieser Markt sei „groß genug“, so Park.

Unterdessen nimmt der Konzern mit der im August gestarteten ERP-Lösung AX 2012 einen neuen Anlauf, um künftig auch bei großen Unternehmen Tritt zu fassen. „AX 2012 ist unser erster Schritt in den ERP-Markt für Konzerne“, sagte Park. Bislang wird das Geschäft von SAP und Oracle dominiert.

Unter Analysten gilt der Vorstoß in das Geschäft mit großen Unternehmen allerdings als ambitioniert. Bislang fehle es etwa an großen System-Integratoren wie CSC, Capgemini Accenture oder IBM, die die Software bei den Unternehmen zum Laufen bringen. Man wisse um diese Herausforderung, sagte Park und sei mit allen großen Anbietern im Gespräch.

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From → Börse, IT

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  1. effeff blog - ERP in der Cloud? Sinnvoll oder nicht?

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