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Lob für EU-Regulierungspläne

21/10/2011

DSW begrüßt Vorstoß von Binnenmarkt-Kommissar Barnier zur Kontrolle des ultraschnellen Computerhandels

München. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat EU-Pläne für eine Regulierung des ultra-schnellen Computerhandels begrüßt. „Die Politik muss hier Leitplanken setzen“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Aktionärsschützer, Ulrich Hocker, dieser Zeitung. Es sei offensichtlich, dass der Siegeszug des Computerhandels die Schwankungen an den Aktienmärkten „teilweise erheblich verstärkt“ habe. Hier müsse die Politik eingreifen.

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier hatte am Donnerstag Vorschläge zur Reform der Finanzmarkt-Richtlinie Mifid vorgelegt. Sie sollen den Wettbewerb erhöhen und einen höhere Markttransparenz und bessere Kontrolle der Finanzmärkte ermöglichen. Der Entwurf sieht unter anderem die Regulierung des Hochfrequenzhandels (HFT) vor. Dabei führen Computer auf der Grundlage von Algorithmen in Millisekunden-Bereich Kauf- und Verkaufsorders aus. Das so genannte Algo-Trading gilt als Grund für den „Flash Crash“ im Mai 2010 an der New Yorker Börse. Damals fiel der Dow Jones binnen Minuten um knapp zehn Prozent, berappelte sich dann aber wieder.

Um solche Abstürze künftig zu verhindern, sollen Banken HTF-Geschäfte künftig mitausreichend Liquidität unterlegen müssen und nachweisen, dass sie funktionierende Risikokontroll-Systeme installiert haben. Zudem soll die Anzahl der Aufträge pro Transaktion begrenzt werden. Von dem Schritt verspricht sich die Kommission offenbar eine deutliche Eindämmung des Computerhandels. Hocker sagte, nur so könne man den Computerhandel in den Griff bekommen. Die Regelung müsse aber für die gesamte EU einschließlich Groß-Britannien gelten. Die britische Regierung hatte sich zuletzt wiederholt gegen eine zu strenge Regulierung der Finanzmärkte gestemmt.

Zugleich bezeichnete Hocker Pläne, den außerbörslichen Handel zwischen einander bekannten Akteuren (OTC) sowie den Handel, bei dem die Partner anonym bleiben (Dark Pools), als zwar begrüßenswert aber kaum umsetzbar. Die entsprechenden Transaktionen sollen nach den Vorstellungen der EU künftig über organisierte Handelssysteme laufen. Dort gelten die selben Vorschriften wie für die Börsen.

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