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Lenovo erhöht den Druck auf HP

07/10/2011

Computerbauer will aus Chaos beim Branchenprimus Profit schlagen – Medion-Übernahme im Plan

München. Der chinesische Computerbauer Lenovo will dem US-Rivalen Hewlett-Packard (HP) angesichts des jüngsten Strategie-Wirrwarrs Kunden abluchsen. „Viele Unternehmen sind nach dem Chefwechsel und der Diskussion um die Zukunft der Computer-Geschäfts bei HP verunsichert. Wir haben bereits mehrere große Aufträge gewonnen und sehen da weiter große Chancen“, sagte der für das Geschäft in den reifen Märkten zuständige Lenovo-Manager Milko van Duijl dieser Zeitung.

HP hatte sich vor gut zwei Wochen von seinem Chef Léo Apotheker getrennt. Der Deutsche hatte zvuor eine radikale Strategiewende eingeleitet und dabei auch das umsatzstarke PC-Geschäft zur Disposition gestellt. Zudem musste Apotheker die Prognosen des US-Konzerns während seiner knapp elfmonatigen Amtszeit mehrfach nach unten revidieren. Der abrupte Kurswechsel und der rüde Führungsstil des ehemaligen SAP-Chefs hatte für Unruhe bei Kunden und HP-Mitarbeitern gesorgt. Daraus will Lenovo nun Kapital schlagen.

Ein Gebot für die PC-Sparte von HP schloss van Duijl nicht aus. „Wir schauen immer nach Möglichkeiten, wie wir organisch und anorganisch weiter wachsen können“, sagte der Niederländer. Spekulationen über ein mögliches Interesse am Betriebssystem webOS wies er jedoch zurück. HPs Betriebssystem für mobile Endgeräte wie Handys oder Tablet-PCs habe „eine unsichere Zukunft“.

Zum laufenden Geschäft sagte van Duijl, die Nachfrage von großen Unternehmen sei weiter „sehr gut“. Viele Konzerne müssten ihre überalterte PC-Infrastruktur erneuern und verfügten über  entsprechende Budgets. Auch das Geschäft mit kleinen und mittelgroßen Unternehmen sei „in Ordnung“. Dagegen sei die Nachfrage von Endkunden weiter „schwach“. Es gebe „eine wachsende Unsicherheit“, daher plane man entsprechend vorsichtig.

Bei der geplanten Übernahme des deutschen Elektronikhändlers Medion sieht sich Lenovo auf Kurs. Noch vor Weihnachten sollen die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung grünes Licht für einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag geben. Die entsprechenden Einladungen sollen noch im Oktober versandt werden. Zur Frage nach der Börsennotierung von Medion sagte van Duijl, derzeit plane man kein Delisting. Allerdings sei eine Notierung „mit hohem Aufwand und Kosten verbunden“.

Unterdessen bekräftigte van Duijl das Ziel, noch im laufenden Jahr den US-Wettbewerber Dell als weltweit Nummer 2 abzulösen. Dazu sollen neben dem Gemeinschaftsunternehmen mit  NEC in Japan auch die im Juni angekündigte Übernahme des deutschen Elektronikhändlers Lenovo beitragen. Erst Anfang September hatte Lenovo-Chef Yuanqing Yang erklärt, man wolle Dell noch im laufenden Jahr überholen. Gemessen an den verkauften PCs habe man bereits im zweiten Quartal nur noch knapp hinter Dell zurückgelegen, sagte van Duijl. „Wir gehen davon aus, dass wir Dell schon sehr bald überholen können“.

Lenovo ist derzeit einer der erfolgreichsten PC-Bauer der Welt. Alleine im zweiten Quartal verbuchten die Chinesen weltweit einen Marktanteil von 12,2 Prozent nach 9,9 Prozent im Vorquartal. Der Gewinn verdoppelte sich auf 109 Millionen Dollar.

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From → Börse, IT

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