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Ökonomen geben DGB contra

23/09/2011

Volkswirte lehnen Gewerkschaftsvorschlag zur Anhebung der laufenden Rentenbezüge mehrheitlich ab

München. Deutschlands führende Volkswirte weisen Forderungen zur Verwendung der Rentenrücklagen für Leistungsverbesserungen entschieden zurück. Das geht aus dem Ökonomen-Barometer von Euro am Sonntag und dem Nachrichtensender n-tv für den September hervor. Demnach wandten sich 76 Prozent der befragten ­Ex­perten gegen entsprechende DGB-Vorschläge, gerade sechs Prozent begrüßten derlei Überlegungen. Der DGB hatte unlängst angeregt, entstehende Überschüsse in den Rentenkassen an die Rentner auszuzahlen und die gesetzlichen Voraussetzun­gen entsprechend zu ändern. Bislang müssen die Beiträge zur Rentenkasse automatisch gesenkt werden, sobald die Reserven für mehr als anderthalb Monatsausgaben ausreichen. Experten gehen angesichts der gut gefüllten Rentenkassen davon aus, dass die Rentenbeiträge bereits im kommenden Jahr sinken werden.
Viele Volkswirte halten eine mögliche Reduzierung der Beitragssätze für positiv. Der Chefvolkswirt der Allianz Gruppe, Prof. Michael Heise, sagte, die Abgabenlast der Arbeitnehmer sei „nach wie vor hoch.“ Daher sollte „jede Entlastungsmöglichkeit bei den Sozialversicherungsbeiträgen genutzt werden“. Ähnlich argumentierte auch Prof. Günter Franke von der Uni Konstanz. Statt möglicher Anhebungen der Rentenbezüge wäre es „wichtiger, die Arbeitnehmer zu entlasten“. Zudem seien die „Mittel besser bei den Privaten aufgehoben, als dass sie von der Rentenbürokratie unwirtschaftliche verwaltet werden“, erklärte Prof. Franz Peter Lang von der TU Braunschweig.
Zahlreiche Volkswirte sprachen sich angesichts des demografischen Wandels sogar für den Aufbau größerer Rücklagen in der Rentenkasse aus. „Die Schwankungsreserve sollte wieder ausgebaut werden, um das Rentensystem zu stabilisieren, sagte Prof. Ralf Fendel von der WHU – Otto Beisheim School of Management. ­Boris Augurzky vom Rheinisch-West­fälischen Institut für Wirtschafts­forschung erklärte, „statt heutigen Rentnern, denen es noch sehr gut geht, Leistungsverbesserungen zu gewähren, sollten lieber Reserven für zukünftige Rentner aufgebaut werden, denen es einmal schlechter gehen wird als der heutigen Gene­ration.“ 

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From → Konjunktur

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