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Ubisoft will auf der Online-Welle surfen

19/08/2011

Der drittgrößte Videospieleanbieter der Welt will sein Angebot im Web und auf Facebook deutlich erweitern, ohne das Kerngeschäft zu vernachlässigen

Köln. Der französische Videospieleanbieter Ubisoft will das Geschäft mit Online-Spielen in den kommenden Jahren massiv ausbauen. „Online hat bei uns in den kommenden Jahren absolute Priorität, ohne dass wir das Kerngeschäft dabei vernachlässigen wollen“, sagte Europachef Alain Corre am Rande der größten europäischen Spielemesse Gamescom in Köln dieser Zeitung.

In den kommenden 15 Monaten will der Konzern rund zehn neue Browser- und Onlinegames starten. „Wir sehen hier großes Potenzial“, so Corre. Für Nutzer sollen die meisten Spiele grundsätzlich kostenlos sein. Geld verdienen will der Konzern mit dem Verkauf von Ausrüstung, wie etwa virtueller Kleidungsstücke oder Waffen. Neben rein web-basierten Spielen setzen die Franzosen dabei auch Facebook. Erst Anfang des Monats hatte Ubisoft bei Facebook die Schlümpfe an den Start geschickt. Inzwischen verfüge man dort über 3,5 Millionen registrierte Nutzer, sagte Corre. „Davon waren wir selbst ein bisschen überrascht“. Auch mit dem Start von „Die Siedler Online“ zeigte sich Corre „sehr zufrieden“. Große Hoffnungen knüpft der Konzern zudem an die Online-Version seines populären Shooters Ghost Recon. Die Testphase in Frankreich läuft bereits. Deutschland und Großbritannien sollen Ende September folgen. Der offizielle Marktstart von Ghost Recon Online sei gegen Jahresende Jahr geplant, sagte Corre.

Mit der stärkeren Fokussierung auf Online-Spiele reagiert der drittgrößte Publisher der Welt auf die Verschiebungen im Markt. Während etwa in Deutschland der Absatz mit klassischen Videospielen branchenweit zuletzt um zwei Prozent auf 639 Millionen Euro zurückging, legten Online- und Browserspiele um 15 Prozent auf 154 Millionen Euro zu. Dazu kommt die steigende Popularität von Spielen für Handys und Tablets. Dieser Trend dürfte sich in den kommenden Jahren fortsetzen.

Der Boom bei Onlinespielen hat neue Schwergewichte wie Zynga hervorgebracht. Das Unternehmen ist mit Spielen wie Farmville auf Facebook sehr erfolgreich und will noch im laufenden Jahr an die Börse. Dabei peilt das Unternehmen einen Emissionserlös von einer Milliarde Dollar an. Bei den etablierten Anbietern sorgt der mögliche Geldsegen für Unruhe.Angesichts dessen richten sich viele Spieleanbieter neu aus. Bereits vor gut zwei Jahren hatte Electronic Arts-Chef John Riccitiello zur Online-Offensive geblasen und den Konzern komplett umgekrempelt. Allein im laufenden Jahr will das Unternehmen 1,1 Milliarden Dollar mit Downloads oder Abos für Onlinespiele einfahren. Dies entspräche rund einem Viertel des Umsatzes. Andere Konzerne wie Ubisoft dürften mittelfristig ähnliche Umsatzgrößen anpeilen. Dazu lehnte Corre jedoch jeden Kommentar ab.

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From → Börse, IT

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