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Wachsender Unmut

08/07/2011

Ein Jahr nach ihrem Start droht SAP-Personalchefin Angelika Dammann den Rückhalt im Konzern zu verlieren

Angelika Dammann

München. Die neue Personalchefin des Walldorfer Softwarekonzerns, Angelika Dammann, sorgt mit ihrem Kurs für wachsenden Unmut in der Konzernzentrale in Walldorf. „Im vergangenen Jahr haben sich viele gefreut, als sie gehört haben, dass es endlich wieder ein Personalressort auf Vorstandsebene gibt, das auch noch mit einer Frau besetzt wird“, heißt es aus Walldorf. Doch inzwischen sei die „Stimmung bei vielen komplett gekippt“. So habe Dammann im Frühjahr die Bonusregel in der Personalabteilung „eigenmächtig“ so geändert, dass die Erfolgsbeteiligung der insgesamt rund 800 Mitarbeiter in ihrer eigenen Abteilung pro Kopf „im Schnitt um 3000 Euro sank“, heißt es. Der Schritt sorgte auch deshalb für Unmut, weil Co-Vorstandschef Jim Hagemann Snabe die Bonusregeln nahezu zeitgleich zugunsten zahlreicher Entwickler änderte. Danach soll Snabe die Zielerreichung von unter 70 auf über 90 Prozent erhöht haben, um eine Erfolgsbeteiligung möglich zu machen. Dies spiegele die Realität eher wider, hieß es zur Begründung.
Die Bonuszahlungen für 2011 will Dammann nun offenbar weltweit kappen. Die Gespräche darüber treten aber seit Monaten auf der Stelle. Das künftige Ausschüttungsmodell orientiert sich offenbar an der Vereinbarung in Südamerika. Dort hat der Konzern die Pläne bereits verabschiedet.

Erst in dieser Woche war bekannt geworden, dass Dammann seit ihrem Start vor einem Jahr die firmeneigenen Jets für die Heimflüge ins Wochenende nutzen durfte. Nach Informationen dieser Zeitung wollte Dammann die Regelung um zwei Jahre verlängern lassen. Dies  sei jedoch bereits im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung am Donnerstag abgelehnt worden. Ein SAP-Sprecher erklärte lediglich, die Vereinbarung sei auf ein Jahr befristet gewesen.
Ursprünglich hatte Dammann zugesagt, sich nach ihrem Wechsel von Unilever Deutschland zur SAP einen festen Wohnsitz in der Nähe von Walldorf zu suchen.
Doch sie pendelte weiter. Informierten Kreisen zufolge flog sie am Wochenende regelmäßig mit einem der beiden am Mannheimer Regionalflughafen stationieren Learjets des Konzerns nach Hamburg. Die Piloten kehrten anschließend mit einer Linienmaschine zurück. Am Sonntag reisten die Piloten wieder nach Hamburg, um Dammann mit dem übers Wochenende geparkten Learjet wieder an den Konzernsitz oder zu anderen Terminen zu fliegen. „Dammann versucht, die Personalkosten überall zu drücken, fliegt aber fröhlich mit dem Firmenjet ins Wochenende. Das ist eine Sauerei“, empört sich ein SAP-Mitarbeiter.
Damann gilt als prominenteste Frau in einem DAX-Vorstand. Die in der Presse schon mal als „Super-Karriere-Frau“ (Bild) gefeierte Managerin trifft wegen ihrer Linie intern inzwischen allerdings „auf steigende Ablehnung“. Offen ist damit auch, ob sie ihre Mission so erfüllen kann. Als SAP sich Anfang 2010 nach monatelangen Querelen und desaströsen Zufriedenheitswerten der Mitarbeiter von seinem damaligen Chef Leo Apotheker trennte, hatte SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner erklärt, er werde alles dafür tun, dass „SAP wieder eine glückliche Firma wird“. Bis dahin ist es aber wohl noch ein weiter Weg.

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From → Börse, IT

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