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MAN steht eine turbulente Hauptversammlung bevor

24/06/2011

Investoren gehen mit Volkswagen scharf ins Gericht – Bislang geringe Annahmequote für VW-Offerte

München. Die geplante Machtübernahme von VW bei MAN sorgt unter Investoren und Aktionärsschützern für massive Kritik. „Wir finden, dass VW mit fünf Vertretern überrepräsentiert wäre, drei Mandate wären angemessen“, erklärte ein Sprecher der größten deutschen Fondsgesellschaft DWS im Vorfeld der MAN-Hauptversammlung an diesem Montag. Auch die Fondsgesellschaft Union Investment sieht die Pläne mit Argwohn: „Die Kontrollfunktion des MAN-Aufsichtsrats ist aufgrund des Interessenkonflikts von Herrn Piech kritisch zu hinterfragen“, erklärte  Ingo Speich, Fondsmanager bei Union Investment am Freitag mit Blick auf Piechs Doppelrolle als Aufsichtsratschef bei VW und MAN.

VW hatte seinen MAN-Anteil Anfang Mai auf über 30 Prozent erhöht und den freien Aktionären kurz darauf ein Pflichtangebot vorgelegt. Die Wolfsburger planen, MAN künftig enger mit dem Lkw-Bauer Scania zusammenführen. VW hält 71 Prozent der Stimmrechte an den Schweden. Bislang war eine engere Zusammenarbeit jedoch aus Kartellgründen nicht möglich. Das will VW-Patriarch Piech nun ändern.

Auf der HV am Montag will der mächtige Strippenzieher daher mit VW-Chef Martin Winterkorn, VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch sowie VW-Nutzfahrzeugvorstand Jochem Heizmann drei weitere Getreue in den Aufsichtsrat wählen lassen. Gemeinsam mit Piech und Audi-Chef Rupert Stadler würden die Wolfsburger dann fünf von acht Kontrolleuren der Kapitalseite stellen.

Beobachter sehen darin ein krasses Missverhältnis. Am Donnerstag Abend kontrollierte VW ausweislich einer Pflichtveröffentlichung gerade 30,47 Prozent der Stimmrechte. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) erklärte, die Pläne seien ein Verstoss gegen die Grundsätze guter Unternehmensführung (Corporate Governance Kodex). Zudem sitzen Winterkorn, Pötsch und Heizmann auch im Aufsichtsrat von Scania. Auch dies verstosse gegen den Corporate Governance Index, wonach Aufsichtsräte keine Mandate „bei wesentlichen Wettbewerbern ausüben sollen“, moniert die DSW.

Kritisch dürften viele Aktionäre zudem „die Konditionen des Übernahmeangebots durch VW sehen“, sagte Ingo Speich von Union Investment. Das Pflichtangebot von VW lag unter dem aktuellen Kurs von MAN. Danach bietet der Konzern 95 Euro für die Stammaktien sowie 59,90 für die Vorzüge. Der MAN-Vorstand begrüßte zwar die Offerte, hält sie aber für unzureichend. Daher empfehle man den Aktionären, das Angebot nicht anzunehmen, hieß es.

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From → Börse

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