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Lenovo sieht sich bei Medion-Übernahme im Plan

18/06/2011

Computerbauer plant Zweimarken-Strategie für Endkundengeschäft um Medion und Idea – Unternehmen deutet Ende der Medion-Fertigung im thüringischen Sömmerda an

Milko van Duijl

München. Der chinesische Computerbauer Lenovo sieht sich bei der geplanten Übernahme des Aldi-Lieferanten Medion im Plan. „Wir sind da gut unterwegs“, sagte der für das Geschäft in den reifen Märkten zuständige Lenovo-Manager Milko van Duijl gegenüber Euro am Sonntag. Nach den Planungen will der Konzern die Übernahme bis zum 1. September abschließen. Aus rechtlichen Gründen könne man erst danach in die konkreten Planungen zu Medion einsteigen, sagte der für Westeuropa, USA, Kanada, Japan, Australien und Neuseeland zuständige Manager.

Van Duijl gab aber ein klares Bekenntnis zur Zukunft der Marke Medion ab: Eine Zusammenlegung mit der Marke Idea, unter der Lenovo das Endkundengeschäft betreibt, sei „derzeit nicht geplant“. Man werde den Markt künftig mit beiden Marken bedienen. Medion verfüge zwar über ein ähnliches Produktsortiment. Doch seien beide Marken in unterschiedlichen Vertriebskanälen unterwegs. Idea sei bei Elektronik-Fachmärkten wie Media Markt positioniert, Medion dagegen bei Aldi oder Tchibo. Diese Ausrichtung wolle man beibehalten.

Zugleich deutete van Duijl Veränderungen in der bestehenden Produktionsstruktur von Medion an. „Im PC-Geschäft ist Größe alles“, sagte er. Lenovo habe weltweit im abgelaufenen Jahr 32 Millionen Rechner verkauft, Medion rund 1,3 Millionen. Dies sei ein „deutlicher Unterschied“. Nach der Übernahme werde man „alles auf den Prüfstand stellen, vom Design über die Fertigung bis zu Logistik und Lieferzeit.“ Dann werde man schauen, „was das Beste ist, um die Größenvorteile in Einsparungen umzusetzen“. Derzeit lässt Medion seine Geräte im thüringischen Sömmerda fertigen. In den vergangenen Wochen hatte es mehrfach Spekulationen gegeben, Lenovo könnte die Fertigung der Medion-Geräte nun in die eigenen Hände nehmen.

Zum aktuellen Geschäft sagte van Duijl, die Nachfrage von Unternehmen sei weiterhin hoch. Viele Unternehmen würden ihre PC-Landschaft erneuern. „Wir gehen davon aus, dass dieses Geschäft in den kommenden Quartalen weiter stark bleiben wird“, sagte van Duijl der Wirtschaftszeitung. Lenovo verfügt traditionell über eine starke Stellung im Geschäft mit Unternehmenskunden. Angesichts dessen hatte Lenovo die Erwartungen der Analysten zuletzt übertroffen. Demgegenüber hatten Wettbewerber wie Acer oder Asus, die stark im Endkunden-Geschäft unterwegs sind, unter der zuletzt rückläufigen Nachfrage von Verbrauchern gelitten.

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From → Börse, IT

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