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SAP droht neuer Ärger um Tomorrow Now

11/05/2011

DSW will Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung auf der Hauptversammlung verweigern

München. Dem Softwarekonzern SAP droht nun auch in Deutschland Ärger wegen des Rechtsstreits mit dem US-Wettbewerber Oracle. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) will Vorstand und Aufsichtsrat von SAP auf der bevorstehenden Hauptversammlung am 25. Mai die Entlastung verweigern und auf einen späteren Zeitpunkt vertagen, teilte die DSW heute mit. Man habe eine entsprechende Gegenanträge gestellt, hieß es. Die Aktionärsschützer begründeten den Schritt mit der Differenz zwischen der ersten Einstufung des Prozessrisikos durch SAP und der nun drohenden Strafe. SAP hatte mit Blick auf die Klage des Erzrivalen Oracle zunächst 40 Millionen Euro zurückgestellt, den Betrag nach dem Urteilsspruch im vergangenen November aber „ergebniswirksam“ um 930 Millionen Euro aufgestockt. Das US-Bezirksgericht im kalifornischen Oakland hatte SAP wegen Softwarediebstahls und deren unerlaubter Nutzung durch seine inzwischen geschlossene US-Tochter Tomorrow Now zu einem Schadenersatz von 1,3 Milliarden Dollar verurteilt. SAP hat das Urteil angefochten.

„Für uns ist nicht nachvollziehbar, wie es bei SAP zu einer für Aktionäre so gravierenden Fehleinschätzung des Prozessausgangs kommen konnte“, sagte DSW-Geschäftsführerin Jella Benner-Heinacher der Mitteilung zufolge. Im Gegenantrag der DSW heißt es, SAP habe das Risiko einer möglichen Milliardenentschädigung  „offenbar von Anfang an nicht ernst genug genommen“. Hätte „der Vorstand die notwendige Sorgfalt walten lassen, wäre der Schaden für die SAP und ihre Aktionäre vermieden worden oder erheblich geringer ausgefallen“. Zudem sei bis „heute unklar, wer für die Rechtsverstösse von Tomorrow Now auf Seiten des SAP-Managements die Verantwortung trägt“. Nach Berechnungen der DSW entspricht der mögliche Schaden einer möglichen Ausschüttung von 0,78 Euro je Aktie. Der Aufsichtsrat schlägt der Hauptversammlung eine Dividende von 0,60 Euro je Aktie vor.

Ein SAP-Sprecher wies die Vorwürfe zurück. Der Aufsichtsrat habe das vom Vorstand geführte Gerichtsverfahren von Anfang an „aufmerksam und intensiv verfolgt und begleitet“, hieß es. Dies habe sowohl die erhobenen Vorwürfe umfasst wie auch „mögliche haftungsrelevante Sachverhalte“.

Die Erfolgsaussichten für die DSW gelten allerdings ohnehin als gering. Üblicherweise verfügt die Interessenvertretung der Kleinaktionäre auf Hauptersammlungen lediglich über rund ein Prozent der stimmberechtigten Anteile.

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From → Börse, IT

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