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Wirtschaftsweiser Lars Feld sieht Konjunktur mit Zuversicht

05/03/2011

Neues Sachverständigenratsmitglied plädiert für schärfere Eigenkapital-Vorschriften für deutsche Banken

München. Der neue Wirtschaftsweise Lars Feld sieht die Konjunktur in Deutschland mit Zuversicht: „Ich könnte mir vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklung vorstellen, dass wir im laufenden Jahr am Ende ein Wachstum von 2,5 Prozent sehen werden“, sagte Feld in einem Interview mit der Wirtschaftszeitung Euro am Sonntag. Mit dieser Erwartung liegt Feld über der jüngsten Prognose des Sachverständigenrats vom vergangenen November. Damals hatten die Fünf Wirtschaftsweisen für 2011 ein Wachstum von 2,2 Prozent prognostiziert. Die Bundesregierung erwartet aktuell 2,3 Prozent, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag 3,0 Prozent.

Feld sagte, der Sachverständigenrat stehe mit seiner Einschätzung „gut da“. Es sei „immer angenehmer, eine konservative Prognose anzuheben als umgekehrt“. Der Leiter des renommierten Freiburger Walter-Eucken-Instituts ist seit Monatsanfang Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR).

Zugleich sprach Feld für eine strengere Regulierung der deutschen Banken aus. Die mit Basel III geplanten Verschärfungen der Eigenkapitalvorschriften gingen „nicht weit genug“, sagte Feld unter Verweis auf die Schweiz. Die eidgenössischen Kreditinstitute müssen künftig eine Kernkapital-Quote von zehn Prozent aufweisen. Dies wäre auch für Deutschland „eine sinnvolle Größenordnung“, so Feld. Zudem plädierte der Ökonom dafür, ähnlich wie in der Schweiz auch bei deutschen Banken Pflichtwandelanleihen (Contingent Convertible Bonds) zuzulassen. Die CoCo-Bonds werden in Eigenkapital umgewandelt, falls die Kapitalquote unter einen bestimmten Schwellenwert sinkt.

Mit Blick auf den EU-Rettungsschirm warnte Feld vor einer weiteren Ausweitung der Kredithilfen für marode Mitgliedsländer. Die EU solle sicherstellen, dass die zugesagten Summe von insgesamt 440 Milliarden Euro auch tatsächlich zur Verfügung stehe.  Einschließlich der vorgesehenen Mittel des IWF und der EU umfasse der Rettungsfonds dann 810 Milliarden Euro. Eine „erneute Ausweitung hielte ich für das falsche Signal“, sagte Feld der Wirtschaftszeitung. Die Finanzakteure würden der EU nicht mehr glauben, dass die Hilfen für überschuldete Staaten begrenzt wären „und die überschuldeten Saaten würden in ihren Konsolidierungsanstrengungen nachlassen“, so Feld.

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From → Börse, Politik

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