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Daimler bereitet weiteres Joint Venture mit Kamaz vor

25/02/2011

Schwaben wollen mit russischem Partner künftig auch Lkw-Achsen bauen

München. Die Daimler AG sieht sich bei der strategischen Partnerschaft mit dem größten russischen Nutzfahrzeughersteller Kamaz auf gutem Weg. „Wir gehen davon aus, dass wir bis Jahresende ein drittes Gemeinschaftsunternehmen mit Kamaz gründen können“, sagte Heinz Gottwick, Sprecher der Nutzfahrzeug-Sparte Daimler Trucks, gegenüber Euro am Sonntag. Gegenstand des neuen Joint-Venture solle die gemeinsame Fertigung von Achsen im russischen Kamaz-Werk in Chelny sein. Die Produktion der Achsen könnte dann bereits in der ersten Jahreshälfte 2012 anlaufen, hieß es. Die entsprechenden Vertragswerke würden gegenwärtig vorbereitet.

Nach den Plänen soll Daimler Trucks sein Know-how einbringen. Die Fertigung der Achsen für schwere Nutzfahrzeuge solle vor Ort mit einem „hohen Anteil russischer Lieferanten“ erfolgen. Beobachter erwarten, dass Daimler Trucks künftig auch Fahrerhäuser sowie weitere Komponenten wie Motoren in das Gemeinschaftsunternehmen einbringen könnte. Ein erster Prototyp eines Kamaz-Lkw mit Daimler-Technologie könnte bereits auf der russischen Nutzfahrzeugschau Comtrans im September 2011 vorgestellt werden. Dazu lehnte der Konzern eine Stellungnahme ab.

Daimler ist mit Kamaz bereits eng verbunden. Die Schwaben waren Ende 2008 bei dem größten russischen Nutzfahrzeughersteller eingestiegen und halten derzeit elf Prozent an dem russischen Lkw-Bauer. Weitere vier Prozent der Daimler-Anteile an den Russen liegen bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Zuletzt hatte es erneut Spekulationen gegeben, Daimler könnte seine Beteiligung an Kamaz weiter aufstocken. Die Schwaben hatten dagegen mehrfach erklärt, mit der aktuellen Beteiligung zufrieden zu sein. Es gebe hier „keinen neuen Stand“, sagte Gottwick.

Ende 2009 hatten Daimler und Kamaz bereits zwei Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Bei Mercedes-Benz Trucks Vostok in Chelny werden die aus Deutschland gelieferten Bausätze (CKD) der mittleren und schweren Mercedes-Baureihen Actros und Axor montiert. Fuso Kamaz Trucks Rus kümmert sich um Import, Produktion und Vertrieb der Daimler-Tochter Fuso Lkw. An beiden Gemeinschaftsunternehmen sind die Partner jeweils zur Hälfte beteiligt.

Nun soll das dritte Joint-Venture folgen. Man sei mit der bisherigen Zusammenarbeit „sehr zufrieden“, sagte der Daimler-Sprecher. „Wir machen große Fortschritte.“ Die strategische Zusammenarbeit eröffne Daimler den Zugang zum russischen Markt. Im Gegenzug erhalte Kamaz Zugang zu moderner Technologie. Neben Komponenten unterstützen die Schwaben Kamaz auch mit Produktions-Know-how. Derzeit sei ein Team von Fertigungsspezialisten von Daimler vor Ort, um die Umstellung der Fertigungsprozesse von Kamaz auf das weltweit einheitliche Produktionssystem Truck Operating System (TOS) von Daimler Trucks umzurüsten.

Daimler Trucks verkaufte im Vorjahr rund 2400 Lkw auf dem russischen Markt nach 230 Fahrzeugen 2009. Der russische Markt war 2009 von der Finanzkrise besonders hart getroffen.

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