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Intel: Alles nicht so schlimm?

11/02/2011

Der US-Konzern soll bei seiner jüngsten Warnung vor einem fehlerhaften Chip stark übertrieben haben

München. Nach der jüngsten Gewinnwarnung von Intel wegen eines Konstruktionsfehlers bei einem Hilfschip wachsen in Branchenkreisen die Zweifel an der Darstellung des größten Chipherstellers. Danach seien die Probleme bei dem Hilfschip „weit weniger gravierend“ als von Intel offiziell angegeben, heißt es aus Branchenkreisen. Bei den defekten Halbleitern drohe eine Ausfallrate von „maximal fünf Prozent“ nach drei Jahren. Zudem seien nur die Ports zwei bis fünf von dem Konstruktionsfehler betroffen gewesen.

Die Ports auf dem Hilfschip werden genutzt, um optische Laufwerke wie Festplatten oder DVD-Spieler anzuschließen. Bei kleineren Notebooks würden DVD-Spieler aus Gewichtsgründen aber immer häufiger gar nicht mehr in die Geräte eingebaut.

Angesichts dieser Ausgangslage kämen viele Hersteller mit den beiden ersten Ports häufig aus, und die seien „nicht fehlerbehaftet“. Daher vermuten Brancheninsider andere Hintergründe für die Gewinnwarnung. Danach könnte Intel versucht haben, mit der verzögerten Auslieferung der neuen Chipgeneration (Sandy Bridge) zunächst die Vertriebskanäle zu leeren. „In Europa war das Weihnachtsgeschäft nicht gut“, heißt es aus Branchenkreisen.

Ein Intel-Sprecher bestätigte die Ausfallrate sowie die defekten Ports. Darauf habe man selbst hingewiesen. Allerdings seien Fehlerquoten von fünf Prozent für Intel „völlig inakzeptabel“. Zugleich widersprach er der Darstellung, der Konzern habe sich mit dem Einräumen des Konstruktionsfehlers Zeit kaufen wollen. Dies sei „absurd“.Intel hatte Ende Januar vor einem Konstruktionsfehler bei dem Hilfschip (Cougar Point) gewarnt. Dies werde den Umsatz im laufenden Quartal um 300 Millionen Dollar drücken. Die Kosten für die Fehlerbehebung und der Umtausch schlügen mit weiteren 700 Millionen Dollar zu Buche, hieß es.

Für die PC-Hersteller hatte die Gewinnwarnung weitreichende Folgen. Zu den Kosten, etwa aus dem Rücktransport bereits ausgelieferter Hardware, kommt der entgangene Umsatz. Dazu sind die Margen bei neu am Markt eingeführten Chipgenerationen höher. Da die Hardwarehersteller traditionell nur mit kleinen Margen operieren, können bereits kleine Verschiebungen zu spürbaren Gewinnrückgängen führen. Vor diesem Hintergrund drängen nun offenbar zahlreiche PC-Hersteller auf einen Ausgleich von Intel. „Dass die Schadenersatz zahlen müssen, ist unstrittig. Die Frage ist nur: Wie viel?“, hieß es.

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From → Börse, IT

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