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Dubiose Empfehlungen

04/02/2011

Massenmailings trommeln für Hybridbox – jetzt ermittelt die Bafin.

München. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht  (Bafin) hat die Voruntersuchungen wegen des Verdachts der möglichen Kursmanipulation bei Aktien des ungarischen Unternehmens Hybridbox aufgenommen. „Wir schauen uns den Fall an“, sagte eine Bafin-Sprecherin gegenüber Euro am Sonntag. Derzeit analysiere man die Daten. Sollte es Unregelmäßigkeiten gegeben haben, werde man eine formelle Untersuchung einleiten, hieß es.

Die Aktie des Anbieters von Settopboxen notierte im Tief im Dezember bei 1,23 Euro. Seither hat sich der Kurs ohne nennenswerte Unternehmensnachrichten unter hohen Umsätzen auf bis zu 4,85 Euro nahezu vervierfacht. Am Freitag Mittag notierte der Wert bei 4,35 Euro. Am späten Freitag Nachmittag stürzte die Aktie plötzlich um rund 40 Prozent ab, ebenfalls ohne Unternehmensnachrichten.

Die Kursralley war zuvor offenbar von zahlreichen Massen-Mailings befeuert worden. HybridTV sei eine „10000 Prozentchance“, trommelte Theodor Schmidt, „Analyst und Chef-Gutachter“ des „10.000-Prozent-Depots“ für den Wert. Auch andere Mails mit teils dubiosen Domain-Namen wie Aktie-im-Fokus.de, Millionenliste.de, Wallstreet-Depot.de oder Jahrhundertdepot.de warben aggressiv für die bislang völlig unbekannte Aktie.

Dabei sind die Empfehlungen beim Blick auf die Daten von Hybridbox äußerst fragwürdig. Das Unternehmen ist seit 29. September an der Börse in Budapest notiert und hat eine Marktkapitalisierung von umgerechnet 45 Millionen Euro. Der Freefloat liegt bei homöopathischen 3,2 Prozent. Noch am Wochenende hielt Groß-Aktionär Attila Reisz 77,82 Prozent der Anteile, die verbleibenden 19,01 Prozent  lagen bei Gábor Poczkodi. Am Montag (7.2.2011) hielt Reisz noch 30,76%, Poczkodi 7,25 Prozent und die Pherix Enterprises Corp. 58,82 Prozent. Das geht aus den auf der Webseite der ungarischen Börse veröffentlichten Daten hervor. Der  Hintergrund der geänderten Beteiligungsverhältnisse blieb zunächst unklar.

Zudem ist das Geschäftsmodell von HybridTV wenig erfolgversprechend. Laut Internetseite des Unternehmens lassen sich mit der Settop-Box Web-Inhalte auf dem heimischen TV-Gerät abspielen.  Bei neuen TV-Geräten etwa von Samsung oder Philips ist diese Funktion längst Standard. Auch die Beschreibung des Angebots wirft Fragen auf. Danach arbeitet in der Hybridbox „HomeSys“ ein „Hochleistungsprozessor Intel Atom N330“. Dabei kann von Hochleistung beim Atom 330 keine Rede sein. Denn der Chip kommt aus der Einstiegsreihe und taugt allenfalls für kleine Netbooks.

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From → Börse, IT

One Comment
  1. Jürgen Sickora permalink

    Hallo, diese Antwortmail kann nicht abgesetzt werden, da es die Adresse anscheinend nicht gibt!
    Mit freundlichen Grüßen
    Jürgen Sickora

    „Hallo, was nun? Sie haben weder verkauft noch gekauft! Ich habe 30% verloren! Was soll das? Ich erwarte Ihre Rückantwort.
    Mit freundlichenGrüßen
    Jürgen Sickora“

    —–Original Message—–
    Date: Fri, 04 Feb 2011 05:01:48 +0100
    Subject: Depotänderung im 10.000% Depot: KAUF HybridBox AG
    From: Theodor Schmidt
    To: juergen.sickora@t-online.de

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