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SAP sieht trotz drohender Milliardenstrafe keinen zusätzlichen Finanzbedarf im laufenden Jahr

29/01/2011

Konzern plant derzeit keine größere Zukäufe – Finanzvorstand Werner Brandt: „Zunächst das Potenzial von Sybase heben“

München. Der Walldorfer Softwarekonzern SAP sieht trotz der drohenden Strafzahlung an den Erzrivalen Oracle keinen zusätzlichen Kapitalbedarf im laufenden Jahr. SAP verfüge „über eine Brutto-Liquidität von 3,5 Milliarden Euro“, sagte Finanzvorstand Werner Brandt in einem Interview mit der Wirtschaftszeitung Euro am Sonntag. Dazu habe der Konzern im Dezember seine Kreditlinie um 1,5 Milliarden Euro erneuert. „Darüber hinaus sehe ich in diesem Zusammenhang derzeit keinen Bedarf“, sagte Brandt. SAP hatte im Vorjahr das günstige Umfeld genutzt und über zwei Anleihen und eine Kapitalmaßnahme in den USA insgesamt 2,6 Mrd. Euro frisches Geld beschafft.

Allerdings droht dem Konzern in den USA nun eine hohe Belastung aus dem Verfahren mit Oracle. Ende November hatte eine Jury am US-Bezirksgericht in Oakland SAP wegen Datendiebstahls zu einem Schadenersatz von 1,3 Milliarden Dollar an US-Wettbewerber verurteilt. Die Entscheidung der Geschworenen muss noch von der zuständigen Richterin bestätigt werden. Angesichts dessen hatte SAP die Rückstellungen im vierten Quartal um 933 Millionen Euro erhöht.

Ungeachtet dieses Schritts sieht Brandt aber keine spürbaren Einschränkungen der finanziellen Leistungskraft des Konzerns. Die Anhebung der Rückstellung reduziere das Nettoergebnis wegen entsprechender steuerlicher Effekte um 615 Millionen Euro. Angesichts der „Finanzkraft und der hohen Liquidität“ des Konzerns werde dies „keinen signifikanten Einfluss auf die finanzielle Stärke der SAP“ haben, sagte Brandt.

Eine Wiederaufnahme des im Vorjahr ausgesetzten Aktienrückkaufprogramms strebt der Konzern allerdings nicht an. Dazu gebe es im Augenblick keine Pläne, so Brandt. Auch bei möglichen größeren Zukäufen will sich SAP erst mal zurückhalten. Man wolle zunächst „das großartige Potential aus der Kombination von SAP und Sybase heben“, sagte Brandt der Wirtschaftszeitung.

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From → Börse, IT

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