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Daimler-Bussparte will mittelfristig schneller wachsen als der Markt

04/01/2011

Konzern sieht großes Potenzial in Indien, China und Russland

München. Der weltgrößte Omnibus-Hersteller Daimler will sein Geschäft in den kommenden Jahren deutlich ausbauen: Bis 2013 werde der Weltmarkt gegenüber 2010 um drei Prozent wachsen, sagte der Chef der Bus-Sparte, Hartmut Schick, in einem Interview mit Euro am Sonntag. „Wir wollen allerdings in den kommenden Jahren stärker zulegen als der Gesamtmarkt“, sagte Schick. Nach den auf einer Investoren-Veranstaltung Ende November in Wörth präsentierten Zielmarken will der Konzern den Absatz bis 2013 um fünf Prozent auf rund 41000 Fahrzeuge steigern. Die operative Rendite solle laut der im Internet einsehbaren Präsentation dann bei sechs Prozent liegen.

Neben dem Wachstum in den etablierten Märkten wie Europa und Mexiko sollen auch neue Regionen zu den angestrebten Absatzsteigerungen beitragen, sagte Schick der Wirtschaftszeitung. Große Chancen sieht Schick etwa in Indien. Dort verkauft der Konzern bereits Reisebusse. Ab 2011 will Daimler auf dem Subkontinent dann auch mit Stadtbussen an den Start gehen. Man werde „2011 und 2012 kleinere Stückzahlen“ haben. „Bereits 2013 haben wir dann Volumen, die sich sehen lassen können“, sagte Schick.

Zugleich will Daimler das Russland-Geschäft ankurbeln. Ab 2011 will der Konzern dort über das Vertriebsnetz des russischen Nutzfahrzeug-Herstellers Kamaz Busse aus Deutschland verkaufen. Zudem nimmt Daimler auch den Markt für Stadtbusse ins Visier: Es gebe Ideen wie man „im Bereich Stadtbusse  mit angepassten Produkten an den Start gehen“ könne, sagte Schick. Daimlers Lkw-Sparte hatte 2009 ein Vertriebsabkommen mit dem russischen Lkw-Marktführer Kamaz geschlossen.

Auch auf dem weltgrößten Busmarkt in China will Daimler den Bus-Absatz deutlich ausweiten. Ähnlich wie in Russland will Schick auch dort an einer bestehenden Kooperation der Lkw-Sparte anknüpfen. Mercedes-Benz Trucks hatte im Sommer ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Partner Foton gegründet. Man werde schauen, ob die Zusammenarbeit auch auf Busse ausgeweitet werde, sagte Schick dazu. Die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Lizenznehmer Ankai bleibe davon aber unberührt, betonte er. Ankai baut seit 1993 in Lizenz Busse der Daimler-Marke Setra. Diese Produktion laufe weiter. Man sei derzeit in Verhandlungen, „in China künftig statt der älteren die Lizenz zur Fertigung der aktuellen Omnisbus-Baureihe einzuführen“, so Schick.

Unterdessen plant der Konzern keine Zukäufe für seine Bussparte. Angesichts des Marktanteils von teilweise über 50 Prozent können man Größenvorteile selbst realisieren. Dazu könne man auf Entwicklungen und Aggregate von Mercedes-Benz Trucks zurückgreifen. Zudem verfüge man vom Mini-Bus bis zum Doppeldecker über alle Längen, alle Größen und die passenden Fahrgestelle für fast jede Region weltweit, sagte Schick: „Von daher sind Übernahmen schlicht nicht nötig und wenig sinnvoll – weder in Lateinamerika, noch in Europa noch sonst wo.“

Zum laufenden Geschäft sagte der Manager, man fühle sich „weiter sehr wohl“ mit der Prognose für 2010. Danach peilt der Konzern einen Absatz von über 39000 Einheiten sowie ein operatives Ergebnis von 180 Millionen Euro an.

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From → Börse, Konjunktur

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