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Adobe will Umsätze verstetigen

17/12/2010

Der kalifornische Softwareanbieter will sein Flaggschiff Creative Suite künftig jährlich überarbeiten – Neue Version bereits im Frühjahr

München. Das kalifornische Softwarehaus Adobe will sein Flaggschiffprodukt Creative Suite (CS) künftig in kürzeren Abständen erneuern. Ab 2011 soll das Grafikpaket jährlich überarbeitet werden, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person dieser Zeitung. Bislang hatte der Konzern neue Versionen der vor allem bei Medienhäusern und Werbeagenturen weit verbreiteten Creative Suite im Abstand von 18 bis 24 Monaten an den Start geschickt. Die aktuelle Version CS5 kam im April in den USA auf den Markt, drei Wochen später auch in Europa.

Nach den Plänen soll das nächste Update mit der Versionsnummer 5.5 bereits im April oder Mai ausgeliefert werden, heißt es aus der Konzernzentrale in San Jose. Zudem will Adobe das Paket künftig auch weltweit zur Miete anbieten. Damit folgt das Unternehmen einem wichtigen Branchentrend. Bislang ist die CS nur in Australien zur Miete verfügbar. Auf dem Kontinent kostet etwa die CS5 Design Premium je nach Mietdauer monatlich zwischen 129 und 199 australischer Dollar. Dazu kommen einmalig 129 Austral-Dollar für die CD mit der eigentlichen Software sowie den Startmonat.

Mit dem Vorstoß will der Grafikkonzern seine Erlöse verstetigen und Umsatzspitzen glätten. Üblicherweise hatten die Kalifornier nach dem Start einer neuen CS-Version starke Umsätze, die in den Folgequartalen kontinuierlich zurückgingen. Das erschwert die Planung und erhöht das Risiko. So litt das Geschäft mit der Ende 2008 gestarteten CS4 unter der weltweiten Rezession. Wegen des bislang üblichen Vorlaufs konnte Adobe Kunden erst im Frühjahr 2010 mit der CS5 einen zusätzlichen Kaufanreiz bieten – offenbar mit Erfolg: Weltweit hat der Konzern von der CS5 bislang über 750000 Lizenzen verkauft. Nach Schätzung der Investmentbank UBS entspricht dies einem Umsatz von rund 750 Millionen Dollar. Ingesamt steuerte der Geschäftsbereich Kreativlösungen im laufenden Geschäftsjahr über 50 Prozent zum Konzernumsatz von rund 2,8 Milliarden Dollar bei.

UBS-Software Analyst Brent Thill begrüßte die geplanten Änderungen. Mit einem kürzeren Update-Zyklen erhielten Kunden benötigte Funktionen schneller. Zudem verhelfe dieses Modell Adobe „zu gleichmäßigeren Umsatzströmen“, sagte Thill. Die Creative Suite, mit der sich etwa Zeitungs- und Webseiten gestalten lassen, gilt als De-Facto-Standard in der Industrie. Neben dem bekannten Bildbearbeitungsprogramm Photoshop umfasst das Paket auch Anwendungen für Layout oder Illustrationen. Zudem liefert der Konzern die Entwicklertools für Flash. Mit der Software lassen sich Webseiten animieren. Die Darstellung setzt das kostenlose Zusatzprogramm Flashplayer voraus.

Adobe bringt an diesem Montag (20.12.) Zahlen. Der Umsatz dürfte laut UBS um 31 Prozent auf 990 Millionen Dollar zulegen. Beim Gewinn erwartet Thill ein Plus von 34 Prozent auf 0,52 Dollar je Aktie.

Ein Sprecher von Adobe Deutschland lehnte auf Anfrage dieser Zeitung einen Kommentar ab.

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