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Daimler Trucks vor erneuter Prognoseanhebung

21/09/2010

Daimler-Vorstand Andreas Renschler erklärt Branchenkrise für beendet.

Hannover. Der Chef der Daimler-Nutzfahrzeugsparte, Andreas Renschler, hat angesichts der weltweiten Markterholung eine weitere Anhebung der Geschäftserwartung für das laufende Jahr angedeutet: „Wir werden die Prognose für das laufende Jahr zur Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal präzisieren“, sagte Renschler am Dienstag vor Journalisten.

Bereits im Juli hatte der Konzern die Erwartungen nach oben korrigiert. Danach peilen die Schwaben derzeit für ihre Nutzfahrzeugsparte ein operatives Ergebnis von einer Milliarde Euro an. Ursprünglich hatte Daimler ein operatives Ergebnis von 500 bis 700 Millionen in Aussicht gestellt. Zuvor hatte sich auch MAN deutlich zuversichtlicher gezeigt als bisher: „Wir werden sicherlich in Richtung 15 Milliarden Umsatz gehen“, hatte Finanzvorstand Frank Lutz in Hannover erklärt. Bislang hatte MAN eine Zielmarke von mindestens 13,2 Milliarden Euro anvisiert.

„Die Krise liegt hinter uns“, sagte Renschler. Von Januar bis August dieses Jahres verkaufte der Stuttgarter Konzern 215000 Lkw und Busse und damit mehr Fahrzeuge als im gesamten Krisenjahr 2009. Besonders starke Zuwächse verbuchte der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller in Lateinamerika, Indonesien sowie Osteuropa. Zudem sei das Neugeschäft stark. Bis Ende August hätten die Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahreszeitraum um gut zwei Drittel zugelegt und damit stärker als der Absatz.

Auch für die kommenden Monate zeigte sich Renschler optimistisch: Er rechne mit einem weiteren Absatzanstieg in „allen Geschäftseinheiten, auch gegenüber der ersten Jahreshälfte“, sagte er. Im laufenden Jahr erwartet der Konzern in Europa einen Zuwachs der Lkw-Nachfrage in Europa um fünf bis zehn Prozent, in Nordamerika um zehn bis 15 Prozent und in Japan um 20 bis 30 Prozent. Zur Begründung verwies Renschler auf die weltweite konjunkturelle Belebung. Dies zöge steigende Transportleistungen und eine entsprechende Nachfragebelebung nach sich, sagte Renschler.

Auch langfristig seien die Rahmenbedingungen für die Branche positiv. „Weltbevölkerung und Welthandel wachsen und damit wächst auch der Transportbedarf“. Bis 2015 werde der Lkw-Markt weltweit um „knapp 50 Prozent auf dann 2,9 Millionen Einheiten zulegen“, sagte Renschler. Für Daimler Trucks werde es nun darum gehen, die bessere Auftragslage zu nutzen, und gleichzeitig die Kosten unter Kontrolle zu halten. Dazu will der Konzern künftig beispielsweise mehr gleiche Bauteile in seinen Nutzfahrzeugen einsetzen. Vor allem beim Antriebsstrang, also Motor, Getriebe und Achsen gebe es weitere Einsparmöglichkeiten, sagte Renschler. Bereits mit den bislang eingeleiteten Maßnahmen komme man auf Einsparungen 300 bis 400 Millionen Euro pro Jahr. Langfristig lasse sich das „mehr als verdoppeln“.

Die Nutzfahrzeugindustrie war im Herbst 2008 in ihre bislang schwerste Krise gestürzt. Weltweit war der Markt im Vorjahr um 50 Prozent eingebrochen, in den USA um 60 Prozent. Nach einer langen Durststrecke ziehen die Auftragseingänge inzwischen jedoch branchenweit wieder an.

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From → Börse, Konjunktur

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