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Scania lässt Starttermin für konkrete Projekte mit MAN offen

17/09/2010

Schwedischer Lkw-Bauer plant ungeachtet des großen Wachstums in Asien keine eigenen Werke in der Region – Konzern sieht europäischen Markt frühestens 2013 wieder auf Vorkrisenniveau

München. Bei der geplanten Kooperation mit dem Wettbewerber MAN lässt der schwedische Lkw-Bauer Scania einen konkreten Starttermin für gemeinsame Projekte offen: „Lkw und Busse sind hochkomplexe Produkte. Bis Jahresende werden wir sehen, was wir gemeinsam mit MAN machen können. Dann sehen wir weiter“, sagte Scania-Vertriebs- und Marketing-Vorstand Martin Lundstedt im Vorfeld der IAA Nutzfahrzeuge in einem Interview mit Euro am Sonntag. Derzeit prüfen gemeinsame Arbeitsgruppen wie vereinbart eine mögliche Zusammenarbeit in den Bereichen Achsen, Schaltgetriebe, Komponenten für Hybrid-Antriebe oder im Einkauf. Die Kooperation wird von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech forciert. Er ist auch Aufsichtsratschef bei MAN. Volkswagen beherrscht Scania mit 71,9 Prozent und hält weitere 29,9 Prozent an MAN.

Zu Fragen nach einer weitergehenden  Zusammenarbeit auch beim Service-Netz lehnte Lundstedt einen Kommentar ab. Er wolle hier nicht spekulieren. Die Service-Netze der Hersteller werden für viele Spediteure angesichts steigender Logistik-Anforderungen ihrer Kunden wie etwa die taktgenaue Lieferung ans Band (Just-in-time) immer wichtiger. Angesichts dessen investieren große Nutfahrzeughersteller wie Mercedes-Benz, MAN oder Scania kräftig in ihr Servicenetz.

Mit Blick auf die regionale Entwicklung sagte Lundstedt, wichtige Märkte wie Brasilien lägen bereits wieder über dem Vorkrisenniveau. Asien sei „sehr stark“. Dies gelte vor allem für China. Für Europa zeigte er sich indessen etwas zurückhaltender. Gemessen an der Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge werde es wohl noch bis 2013 oder 2014 dauern, bis Scania wieder das Niveau von 2008 erreichen werde.

Lundstedt bekräftigte frühere Erwartungen, wonach die Auslieferungen im laufenden dritten Quartal trotz der Sommermonate auf dem Niveau des zweiten Vierteljahrs liegen dürften. Üblicherweise hatte Scania in den vergangenen Jahren im dritten Quartal einen Rückgang von rund 20 Prozent verbucht.

Ungeachtet der boomenden Märkte in Asien plant der Konzern aber keine eigenen Produktionsstandorte in der Region. Auch ein Gemeinschaftsunternehmen sei „kein Thema“, sagte Lundstedt. Damit setzt der Konzern auf eine andere Strategie als etwa MAN oder Daimler. Beide deutschen Konzerne setzen in Schwellenmärkten auf Joint-Ventures mit lokalen Partnern sowie kostengünstigere Fahrzeuge. Erst Mitte Juli hatte etwa der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller Daimler in China die lang ersehnte Genehmigung für sein Lastwagen-Gemeinschaftsunternehmen Foton Motor erhalten.

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