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Microsoft nimmt neue Zielgruppen ins Visier

23/08/2010

Die neue Spielesteuerung Kinect soll den Markt erweitern – und den Absatz der Xbox 360 ankurbeln

München/Köln. Der US-Softwarekonzern Microsoft geht mit hohen Erwartungen für seine neue Bewegungssteuerung Kinect ins Weihnachtsgeschäft: „Wir peilen im laufenden Jahr für Kinect deutlich sechsstellige Absatzzahlen an“, sagte der Deutschland-Chef der Unterhaltungssparte von Microsoft, Oliver Kaltner, gegenüber Euro am Sonntag.

Das Feedback aus dem Handel sei „viel besser“ als erhofft. Die „größte Herausforderung“ werde es sein, „genügend Ware verfügbar zu haben“, sagte Kaltner am Rande der Spielemesse Gamescom in Köln. Mit der Kinect können Spiele auf Microsofts Konsole Xbox 360 erstmals nur mit Gesten oder Schritten gesteuert werden: Eine Kamera erfasst mit einem Infrarot- und Abstandssensor samt Mikrofon die Bewegungen des Spielers und wandelt sie in ein Bild um. Eine Figur auf dem Bildschirm bewegt sich dann genauso wie der Spieler. Insgesamt können bis zu vier Spieler gleichzeitig mitmachen.

Auch Sony zeigt sich für seine neue Bewegungssteuerung Move für die Spielekonsole Playstation (PS) 3 optimistisch. Bis Ende März will der Elektronikkonzern allein in Deutschland 500 000 Stück absetzen.

Mit den neuen Steuerungen steigen nun auch Microsoft und Sony ins Geschäft mit Bewegungssteuerun-gen für Videospiele ein. Trendsetter war Nintendo. Die Japaner hatten mit ihrer 2006 gestarteten Spielekonsole Wii erstmals auf Bewegungssteuerung gesetzt und den beiden Platzhirschen Sony und Microsoft über-raschend den Rang abgelaufen. Nun ziehen Sony und Microsoft mit eigenen Hightechangeboten nach. Die Move soll hierzulande am 15. September in den Handel kommen, die Kinect am 10. November.

Allerdings sind die Konzepte unterschiedlich. Bei der Move halten Spieler je zwei Steuergeräte in den Händen, deren Signale von einer Kamera erfasst werden. Bei der Kinect bleiben die Hände völlig frei. Kaltner sagte, mit Kinect werde Microsoft seine Zielgruppe „dramatisch“ erweitern. „Kinect ist Entertainment für die ganze Familie, vom Kind bis zum Opa.“ Damit werde das Angebot weit über die bisherige Kernzielgruppe der Hardcoregamer erweitert. Zugleich erhofft sich Microsoft von der Hightechsteuerung auch einen Schub für die Xbox 360. „Wir wollen auf Sicht von zwölf Monaten die Nummer 2 in Deutschland werden“, sagte Kaltner. Im ersten Halbjahr lag Microsoft hierzulande nach einer Übersicht des Marktforschungsunternehmens Media Control mit 118300 verkauften Einheiten auf Rang 3 hinter der PS3 (204500) und der Wii (338500).

Die lange erfolgsverwöhnte Videospielebranche war von der Rezession heftig durchgerüttelt worden. Selbst Branchenriesen wie Electronic Arts rutschten in die Verlustzone. Doch inzwischen weist der Trend wieder nach oben. Von den neuen Spielsteuerungen erhofft sich die Branche nun zusätzliche Impulse.

Weltweit dürften im laufenden Jahr rund zwei Millionen Kinect-Steuerungen verkauft werden, erwartet Michael Pachter, Analyst beim US-Haus Wedbush Securities. Die Move dürfte bis Jahresende drei Millionen Mal über den Ladentisch gehen. „Die Move ist für Spieler, die die nötige Sony-Eye-Kamera schon haben, mit rund 40 Dollar deutlich günstiger als die Kinect mit 150 Dollar“, sagte Pachter auf Anfrage.

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From → Börse, IT

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