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Exporte nehmen Kurs auf Vorkrisenstand

13/08/2010

Die deutschen Ausfuhren könnten bereits 2011 wieder das bisherige Rekordniveau erreichen, sagt BGA-Präsident Anton Börner

München. Die deutschen Ausfuhren dürften nach Angaben des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) im laufenden Jahr stärker zulegen als bislang erwartet. Angesichts „der Auftragslage und des statistischen Basiseffekts“ sehe es derzeit danach aus, dass die Exporte 2010 „deutlich über zehn Prozent“ steigen dürften, sagte BGA-Präsident Anton Börner in einem Interview mit  Euro am Sonntag. Bislang war der Außenhandelsverband von einem Exportzuwachs von „bis zu zehn Prozent“ ausgegangen.

Nun stellt der BGA eine Korrektur des derzeit geltenden Ausblicks in Aussicht. Man wolle seine Prognose nicht zu oft ändern, doch vor dem Hintergrund des „fulminanten ersten Halbjahres“ sei eine Anhebung des Ausblicks bei der nächsten Aktualisierung im Oktober „gut möglich“, sagte der BGA-Präsident.

Nach den am Montag veröffentlichten Zahlen haben die deutschen Ausfuhren allein im Juni um 28,5 Prozent auf 86,5 Milliarden Euro zugelegt. Im ersten Halbjahr lag das Plus bei 18 Prozent. Wachstumstreiber waren vor allem die Schwellenländer, allen voran China. Besonders gefragt seien derzeit Produkte und Dienstleistungen aus den Branchen Maschinen- und Anlagenbau, Automobil- und Elektroindustrie sowie Chemie und „zunehmend auch grüne Technologien wie erneuerbare Energieerzeugung sowie Umwelt- und Ressourcenschutz“, sagte der BGA-Präsident. Sollte dieser Boom anhalten, könnten die deutschen Ausfuhren bereits im Lauf des kommenden Jahres „wieder den Vorkrisenstand erreichen“ und damit vor dem bislang genannten Zeitraum 2013/2013. Die deutsche Exportwirtschaft hatte 2008 ihr bislang bestes Jahr erlebt.

Allerdings warnte Börner vor zu großer Euphorie. Für eine Einschätzung, ob die deutschen Ausfuhren auch 2011 zweistellig zulegen könnten, sei es derzeit noch zu früh. Man müsse hierbei gegenläufige Effekte berücksichtigen, beispielsweise das dann höhere Ausgangsniveau sowie die Zahl der Feiertage. Zudem gebe es „einige Fragezeichen“ in den großen Wirtschaftsräumen USA und Europa sowie auslaufende Konjunkturprogramme etwa in Asien. Zwar hätten sich der asiatische Markt und vor allem China während der Krise als „äußerst stabil“ erwiesen, sollte die US-Nachfrage jedoch „dauerhaft einbrechen“, würde dies „zu großen Problemen auch im asiatischen Markt führen“.

Der deutsche Export gilt als einer der wichtigsten Treiber für den unerwartet raschen Wirtschaftsaufschwung der vergangenen Monate. Allein im zweiten Quartal war die deutsche Wirtschaft um 2,2 Prozent gewachsen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Das stärkste Wachstum seit dem Frühjahr 1987 übertraf damit deutlich die Erwartungen der Analysten. Sie hatten nur mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet. „Das ist der Wahnsinn“, sagte Unicredit-Fachmann Alexander Koch. Er rechne nun mit einem Wachstum von drei Prozent. Auch die DekaBank erwartet nun ein Wachstum von mindestens drei Prozent. Im Vorjahr war die Wirtschaftsleistung in Deutschland um 4,7 Prozent eingebrochen – so stark wie noch nie seit Gründung der Bundesrepublik.

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From → Börse, Konjunktur

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