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Daimler will Transporter-Sparte Beine machen

28/07/2010

Konzern will mit Sprinter, Vito und Co. in den nächsten Jahren deutlich profitabler werden – Optimismus fürs zweite Halbjahr

Stuttgart. Der Stuttgarter Automobilkonzern Daimler will auch seine Transportersparte in den kommenden Jahren auf Profitabilität trimmen. Bis zum Jahr 2013 soll die operative Marge auf „neun Prozent steigen“, kündigte der neue Chef von Mercedes-Benz Vans, Volker Mornhinweg, am Mittwoch vor Journalisten in der Stuttgarter Konzernzentrale an. Dies wäre deutlich besser als zuletzt. Im ersten Halbjahr hatte der Konzern im Geschäftsbereich Vans eine operative Marge – also einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Verhältnis zum Umsatz – von 5,2 Prozent ausgewiesen. Mit der Verbesserung läge das Transporter-Geschäft nahezu auf dem angepeilten Niveau des Pkw-Stammgeschäfts um Mercedes, Smart und Maybach. Bis 2013 soll die Mercedes Car Group eine operative Marge von zehn Prozent ausweisen, hatte Konzern-Chef Dieter Zetsche im Frühjahr angekündigt.

Zum laufenden Geschäft sagte Mornhinweg, die Nachfrage ziehe an. Nach den gestern veröffentlichten Halbjahreszahlen legte der Absatz von Sprinter, Vito und Vario gegenüber dem allerdings schwachen Vorjahreszeitraum um 50 Prozent auf insgesamt 106000 Fahrzeuge zu. Auch für die nächsten Monate rechnet der Konzern mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends. „Wir planen für das Gesamtjahr ein Absatzplus von 30 bis 35 Prozent auf mindestens 214000 Fahrzeuge“. Das entspräche einem Absatz von weiteren 108000 Transportern bis Jahresende.

Mercedes-Benz Vans blickt ähnlich wie die Pkw- und Nutzfahrzeugsparte auf den schlimmsten Absatzeinbruch seiner Geschichte zurück. Alleine in der Transporter-Sparte sackten die Verkäufe im Vorjahr um 42 Prozent auf 165000 Fahrzeuge weg. Bis „2013/2014“ solle die alte Marke von rund 290000 Fahrzeugen jedoch wieder erreicht werden, sagte Mornhinweg.

Große Chancen sieht der Konzern in den kommenden Jahren vor allem in China und Nordamerika. Dort hatte Daimler seine Transporter-Marke Dodge zum Jahreswechsel eingestellt. Künftig werde man nur noch mit den beiden Van-Marken Mercedes und Freightliner auf dem US-Markt präsent sein. Das neue Konzept mit der Marke Mercedes-Benz gehe bereits auf, sagte Mornhinweg.

In China seien vor allem der Vito und Viano stark gefragt, etwa für Flughafen-Transfers von First-Class-Hotels. Große Chancen sieht der Konzern zudem in Russland. Dies ein „sehr interessanter Wachstumsmarkt“. Bis 2020 solle der Bedarf für mittelgroße und große Vans in Russland auf 300000 Fahrzeuge steigen. Das wären gut drei Mal so viele wie im Vorjahr. Um seine Präsenz auf diesem Markt auszubauen, plant Daimler die Gründung eines weiteren Gemeinschaftsunternehmens. „Wir sprechen hier mit verschiedenen Partnern,“ sagte Mornhinweg. Bis Jahresende solle eine Einigung getroffen sein. Ein möglicher Partner sei dabei der russische Nutzfahrzeug-Konzern Kamaz. An ihm hält Daimler bereits direkt und indirekt 15 Prozent.

Die Transporter-Sparte ist die viertgrößte der fünf Konzernsparten von Daimler. Im laufenden Jahr dürfte der Bereich insgesamt 7,5 Milliarden Euro zum erwarteten Konzern-Umsatz von 94,6 Milliarden Euro beisteuern, schätzt Arndt Ellinghorst, Analyst bei Credit Suisse. Das operative Ergebnis sieht der Auto-Experte bei insgesamt 416 Millionen Euro.

Daimler hatte seine Prognose für das laufende Jahr am Dienstag erneut angehoben. Insgesamt erwarten die Schwaben für 2010 nun ein Ergebnis von sechs Milliarden Euro, 350 Millionen davon sollen auf die Sparte Vans entfallen.

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