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SAP-Deutschlandchef Kleinemeier: „Investitionsstau löst sich auf“

21/05/2010

Konzern sieht gute Auftragsentwicklung auf Kernmarkt

Michael Kleinemeier auf der Sapphirenow in Frankfurt

Von Thomas Schmidtutz

München.  Der Walldorfer Softwarekonzern SAP blickt mit Zuversicht auf die kommenden Monate. „Wir sehen, dass unsere Kunden wieder IT-Projekte in Angriff nehmen“, sagte der Chef der Region Deutschland, Österreich, Schweiz (DACH), Michael Kleinemeier, gegenüber Euro am Sonntag. In den vergangenen zwölf bis 18 Monaten hätten viele Unternehmen Investitionen in ihre Informationstechnologie zurückgestellt, erklärte der Manager am Rande der Kundenmesse Sapphirenow in Frankfurt.

Neben der Wirtschaftskrise hätten dabei auch hausgemachte Probleme eine Rolle gespielt, räumte Kleinemeier mit Blick auf die im Herbst 2008 angekündigte Erhöhung der Wartungsgebühren ein. Nach den Plänen wollte SAP die Preise für die Unterstützung und Aktualisierung seiner Software stufenweise von 17 auf 22 Prozent erhöhen und die Kunden zwangsweise auf den teureren Enterprise Support umstellen. Dies hatte zu einem bis dahin beispiellosen Aufstand der SAP-Kunden geführt. Zahlreiche Unternehmen vor allem in Deutschland und der Schweiz gingen auf die Barrikaden und stellten das Neugeschäft mit SAP teilweise völlig ein.

Nach anfänglichem Zögern gab der Konzern Anfang 2010 nach und lässt den Kunden nun wieder die Wahlfreiheit zwischen dem günstigeren Standard Support und dem Enterprise Support. Die Kundenrebellion gilt als einer der Gründe für den abrupten Abgang des früheren SAP-Chefs Léo Apotheker. Die Anfang Februar neu berufene Doppelspitze um Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe versucht seither, mit einer Charme- und Produktoffensive das zerstörte Vertrauen von Kunden und Mitarbeitern wieder herzustellen – bislang offenbar mit Erfolg.

Kleinemeier sagte, der Investitionsstau beginne sich zu lösen. Die Auftragspipeline in der Region DACH sei „gut gefüllt“. Inzwischen kämen auch wieder größere Projekte auf den Markt. Dazu gehören Aufträge im Volumen von über 500.000 Euro. Deutschland zählt mit einem Umsatzanteil von rund 20 Prozent zu den drei wichtigsten Märkten des Konzerns.

Große Wachstumsmöglichkeiten für die kommenden Jahre sieht das größte europäische Softwarehaus  zudem im Finanzdienstleistungssektor. Erst Ende Januar hatte SAP einen wichtigen Auftrag bei der Deutschen Bank gewonnen. In den nächsten Jahren will das größte deutsche Kreditinstitut eigene Lösungen für das Privatkundengeschäft durch eine SAP-Angebot ersetzen. Es soll Kernfunktionen wie Zahlungsverkehr oder Kontokorrent übernehmen. Banken würden künftig stärker bei Standardprozessen auf Standardlösungen setzen, sagte Kleinemeier. „Da wird noch einiges kommen.“ Auch bei Versicherern gehe der Trend in diese Richtung.

Für weiteren Rückenwind werde in den kommenden Jahren auch die neue Mittelstandslösung Business ByDesign (BDB) sorgen, sagte der SAP-Manager. Mit dem mehrfach verschobenen Paket können Firmen über das Internet ihre Finanzbuchhaltung oder ihre Kundenbeziehungen steuern. Die Abrechnung erfolgt monatlich. Man gehe von einem Durchbruch deutlich vor 2013 aus, sagte Kleinemeier. Er widersprach damit einer Aussage von SAP-Mitgründer Dietmar Hopp. Der frühere Co-Vorstands- und Aufsichtsratschef hatte unlängst erklärt, bis BDB 100.000 oder 500.00 Kunden habe, sei es noch ein weiter Weg.

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From → Börse, IT

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