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Stefan Kohl bleibt Betriebsratschef der SAP AG

19/05/2010

Liste MUT legt stark zu – Wahlbeteiligung sinkt deutlich

Von Thomas Schmidtutz

München. Stefan Kohl bleibt voraussichtlich Betriebsratschef der SAP AG. Das ist das Ergebnis der Betriebsratswahl vom Dienstag (18.5.), das Euro am Sonntag vorliegt. Danach vereinigte die Liste MUT um Listenführer Stefan Kohl insgesamt 45,3 Prozent der Stimmen auf sich. Damit stellt MUT künftig 19 der insgesamt 39 Betriebsräte der SAP AG und damit acht mehr als bisher. Der Wahlsieger von 2006, die Liste „Wir für Dich“ (WfD)  musste hingegen starke Einbußen hinnehmen und verfügt künftig noch über sechs Vertreter im Betriebsrat nach bislang 16. Die der IG Metall nahestehende Liste ProMitbestimmung ist mit vier (2006: drei) künftig drittstärkste Kraft. Die erstmals angetretene Liste Upgrade, die der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di zugerechnet wird, kam auf drei Mandate.

Allerdings ist die Wahlbeteiligung deutlich gesunken. Insgesamt gaben 56 Prozent der rund 12000 wahlberechtigten Mitarbeiter der SAP AG ihre Stimme ab und damit rund neun Prozentpunkte weniger als bei der ersten Betriebsratswahl 2006. Zur Begründung heißt es aus Walldorf, die Auseinandersetzung um die Zulassung von Upgrade zu den Wahlen habe bei einigen Mitarbeitern „womöglich für Irritationen gesorgt“. So war Upgrade wegen eines gravierenden Formfehlers zunächst von der ursprünglich für den 27. April vorgesehenen Betriebsratswahl ausgeschlossen worden. Nach einem Eilverfahren vor dem Arbeitsgericht Mannheim hatten sich die Parteien jedoch auf Drängen des Gerichts auf einen Vergleich geeinigt und die Betriebsratswahlen um drei Wochen auf den 18. Mai verschoben.

Zudem dürfte bei der Wahlbeteiligung auch die jüngste Betriebsvereinbarung zur Beschäftigungssicherung eine Rolle gespielt haben, heißt es. SAP hatte unlängst rund 5000 Entwicklern in Deutschland eine Jobgarantie bis Ende 2014 gegeben. Im Krisenjahr 2009 hatte der Konzern  rund 4000 Stellen gestrichen. Dieser Abbau sei aber abgeschlossen, hatte der Vorstand zuletzt wiederholt versichert. „Im Gefühl eines sicheren Arbeitsplatzes sind wohl einige gar nicht erst zur Wahl gegangen“, heißt es aus Walldorf. SAP war das letzte DAX-Unternehmen, das einen Betriebsrat erhalten hat. Der von der Liste ProMitbestimmung initiierten Gründung der Mitarbeitervertung war eine monatelange, teils heftig geführte Auseinandersetzung vorangegangen.

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From → Börse, IT

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