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Kampf den Markenpiraten

23/04/2010

Original1 sieht großen Markt – Gewinnschwelle soll 2012 erreicht werden

Von Thomas Schmidtutz

München. Das Frankfurter Antipiraterie-Unternehmen Original1 sieht große Nachfrae nach seinen Lösungen im Kampf gegen Produktfälschungen. „Der Bedarf ist groß“, sagte Original1-Chefin Claudia Alsdorf gegenüber Euro am Sonntag. Bereits im laufenden Jahr will das Unternehmen „fünf Konzerne als Kunden“ gewinnen. Ein erstes Pilotprojekt solle im Mai starten. Aktuell zählt der Anfang Februar gegründete Sicherheitsspezialist acht Mitarbeiter. Ende des Jahres sollen es 25 Mitarbeiter sein. Bis Ende 2012 will das Unternehmen das Personal auf 50 Beschäftigte verdoppeln. Dann soll auch die Gewinnschwelle erreicht werden, kündigte Alsdorf an.

Original1 ist ein Gemeinschaftsunternehmen von SAP, Nokia und dem Banknotendrucker und Sicherheitsdienstleister Giesecke & Devrient (G&D). Jeweils 40 Prozent der Anteile liegen bei SAP und dem Weltmarktführer für Handys. Die übrigen 20 Prozent hält G&D. Gemeinsam wollen die drei Partner den Weg eines Markenprodukts entlang der gesamten Produktions- und Lieferkette mit fälschungssicheren Produktcodes kontrollieren und so seine Echtheit garantieren. Dazu liefert Nokia Authentifizierungssoftware und Barcode-Scannertechnologie etwa in Mobiltelefonen des Konzerns, SAP bietet die Einbindung in Software zur Steuerung der Logistikketten (Supply Chain Management). G&D steuert die fälschungssichere Übertragung der Produktdaten über das Mobilfunknetz bei. „Je mehr Kontrollpunkte es entlang der Warenkette gibt, desto höherer ist der Schutz vor Fälschungen“, sagte Alsdorf.

Nach dem Konzept von Original1 werden Produkte bereits in der Fabrik mit mehreren Sicherheitsmerkmalen wie Hologrammen, RFID-Funkchips oder Bar-Codes ausgestattet und in einer Datenbank registriert werden. Auf dem Weg zum Kunden können die verschlüsselten Bar-Codes überprüft werden. In Deutschland wurde diese Technik bereits in einem Pilotprojet mit dem deutschen Zoll getestet. Dies bedeute eine „erhebliche Vereinfachung“ bei der Echtheitsprüfung der Waren. Angesichts immer ausgefeilterer Fälschungen sei es inzwischen mitunter selbst für Fachleute schwierig, die Echtheit eines Produkts auf Anhieb zu erkennen.

Produktfälschungen gelten als eines der größten Probleme für Markenartikel-Hersteller. Nach Schätzungen liegt der Schaden weltweit bei rund 500 Milliarden Euro. Teilweise sind die Margen bei Produktfälschungen höher als im Rauschgifthandel. Daher dürfte das Problem in den kommenden Jahren eher noch dringlicher werden. Betroffen seien neben Mode, Arzneimitteln und Ersatzteilen für den Automobil- oder Flugzeugbau auch Maschinenbau-Teile. Zuletzt würden auch Werkzeug-Hersteller wie Bosch, Hilti oder der Motorsägen-Spezialist Stihl Opfer billiger Nachahmerprodukte geworden, heißt es aus der Branche. Der Schaden ist enorm. Neben dem unmittelbaren Umsatzausfall beobachte man einen Schneeball-Effekt, heißt es. Dabei fertigten Produktpiraten Nachahmerprodukte von Nachahmerprodukten. Zudem sei bei anhaltender Markenpiratierie auch der Wert der Marke selbst bedroht.

Daher wachse auch der Markt für Gegenkonzepte. Alsdorf sagte, Original1 sei eine webbasierte Plattformlösungen. Neben SAP würden auch andere SCM-Lösungen etwa von Oracle unterstützt.

Alsdorf hatte 1994 den 3D-Grafik-Spezialisten Echtzeit gegründet. 2002 war sie zur SAP gekommen und hatte 2004 die Leitung des konzern-eigenen Inkubators SAP Inspire übernommen. Dort entstand auch ein Prototyp zur Erkennung von Produktfälschungen über mobile Endgeräte.

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From → Börse, IT

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