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Maschinenbau-Verband VDMA vor Hannover Messe verhalten optimistisch

16/04/2010

VDMA-Präsident Wittenstein: Auftragseingänge ziehen weiter an. Keine zweite Kandidatur auf Verbandstag im Herbst

von Thomas Schmidtutz

Vorbereitungen für die Hannover Messe 2010

München. Der Maschinenbau-Verband VDMA hat sich im Vorfeld der Hannover Messe verhalten optimistisch gezeigt. Es gebe „positive Zeichen über die Vielzahl der unterschiedlichen Branchen hinweg“,  sagte VDMA-Präsident Manfred Wittenstein in einem Interview gegenüber Euro am Sonntag. Bei den Auftragseingängen gehe es weiter „leicht bergauf“. Die zuletzt positive Grundstimmung „scheint sich zu bestätigen“, sagte Wittenstein.

Im Februar 2010 hatten die Auftragseingänge der deutschen Maschinenbauer um Vorjahresvergleich um 26 Prozent zugelegt, hatte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) Ende März mitgeteilt. Im weniger schwankungsanfälligen Drei-Monats-Zeitraum Dezember bis Februar waren die Orders um zehn Prozent gestiegen. Neben Indien, China und Brasilien fasse inzwischen auch die USA wieder Tritt, so Wittenstein. Ungeachtet der positiven Grundtendenz warnte er jedoch vor übertriebenen Erwartungen. Angesichts von Unwägbarkeiten wie der Finanzkrise solle man nicht in Euphorie verfallen, sagte der VDMA-Präsident vor der am Montag beginnenden weltgrößten Industrieschau in Hannover.

Auch für die Beschäftigungssituation in der Branche gab der VDMA-Präsident noch keine Entwarnung. Die Unternehmen hielten „weit über das notwendige Maß an den Beschäftigten fest. Bei einem Umsatzeinbruch von 25 Prozent im Vorjahr hätten die Firmen vier Prozent ihrer Beschäftigten abgebaut. Wie lange die Unternehmen diesen Kurs jedoch fortsetzen könnten, werde „ganz entscheidend“ von der Dauer der Krise abhängen. Eine weitere positive Auftragseingangsentwicklung würde helfen, den Erosionsprozess an der Beschäftigungsseite aufzuhalten.

Wittenstein begrüßte in diesem Zusammenhang eine mögliche Verlängerung des Kurzarbeitergeldes. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen bereitet derzeit eine  entsprechende Gesetzesänderung vor. Danach soll die Bundesagentur für Arbeit bis Mitte 2012 neben dem Kurzarbeitergeld ab dem 7. Monat auch weiterhin die Sozialabgaben voll übernehmen. Bisher wäre die Regelung Ende 2010 ausgelaufen. Ein solcher Schritt wäre „positiv“, sagte Wittenstein der Wirtschaftszeitung. Die Konjunktur sei „ja nicht am 31.12.2010 wieder im Lot, nur weil da das Kurzarbeitergeld auslaufen könnte.“ So gebe es Branchen innerhalb des Maschinenbaus, die erst jetzt erst in die Krise kämen. Dazu gehöre etwa der Groß-Anlagenbau. In anderen Branchen wie Textilmaschinen gehe es dagegen jetzt zügig wieder nach oben.

Zugleich begrüßte Wittenstein Überlegungen innerhalb der Bundesregierung, den Aufwand für Forschung und Entwicklung steuerlich absetzbar zu machen. Eine solche Förderung sei wünschenswert, um Wettbewerbsnachteile gegenüber anderen Ländern wie Frankreich auszugleichen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zur Eröffung der IT-Messe CeBIT Anfang März ihre Sympathie für eine solche Regelung erkennen lassen. Insgesamt könnte eine entsprechende Gesetzesänderung nach Experten-Schätzungen zu einer Entlastung von 1,5 bis 2,5 Milliarden Euro führen. Wittenstein warnte aber vor möglichen Kompensationslösungen: „Wir sehen die steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung als hervorragendes Werkzeug, und zwar ergänzend, nicht zu Lasten anderer Programme.“

Zu den aktuellen Refinanzierungsbedingungen erklärte der VDMA-Präsident, eine Kreditklemme gebe es bislang zwar nicht. Dafür klagten viele Unternehmen aber über höhere Sicherheitsanforderungen für Kredite.

In der schwelenden Diskussion um die für den Herbst anstehende Neuwahl der Verbandsspitze schloss Wittenstein eine abermalige Kandidatur aus. Die Diskussion war aufgekommen, nachdem die Rohwedder AG unlängst Insolvenz anmelden musste. Aufsichtsratschef Joachim Rohwedder ist einer der beiden Vize-Präsidenten des VDMA und galt als aussichtsreicher Kandidat für Wittensteins Nachfolge. Angesichts der Insolvenz werden ihm jedoch inzwischen kaum noch Chancen auf das Spitzenamt eingeräumt. Wittenstein sagte, eine zweite Amtszeit sei in der Satzung des VDMA nicht vorgesehen. „Nach drei Jahren endet die Amtszeit und es gibt keine Wiederwahl.“ Eine Lex Wittenstein werde es nicht geben.

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