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Sehr geehrter Herr Juncker,

16/04/2010

Sie sind als Ministerpräsident Luxemburgs der dienstälteste EU-Regierungschef und ein überzeugter Europäer. Überzeugte Europäer sind wir auch. Einige unserer besten Freunde leben in Paris, Rom und Málaga. Wir haben mit Hilfe eines Eramus-Stipendiums der EU ein Auslandssemester verbracht und wenn wenn wir in den Urlaub nach Sardinien fahren, freuen wir uns jedes Mal, dass wir kein Geld umtauschen müssen und keinen Taschenrechner mehr brauchen, um die Preise von Schilling oder Lira in D-Mark umzurechnen. Aber das bedeutet nicht, dass wir alles kritiklos hinnehmen, was in Brüssel passiert.

Sie haben sich gerade darüber mokiert, dass Spitzenpolitiker Schuld am schlechten Ansehen der EU sind. Die zerredeten die „großen Erfolge“ statt sie zu loben. Bei den Bürgern entstehe dadurch „eher der Eindruck einer Massenschlägerei als harmonischen Miteinanders“.

Aber so einfach ist es nicht. Das zeigt die Debatte um Griechenland. Erst hieß es ungeachtet drastisch verschlechterter Refinanzierungsmöglichkeiten, es gebe keine EU-Hilfe für Athen. Dann gab es eine Kreditzusage, um die Finanzmärkte in Schach zu halten – und jetzt? Klopft Griechenland doch an und nimmt damit deutsche oder französische Steuerzahler für eigenes Fehlverhalten in Sippenhaft. Lieber Herr Juncker, Ihre Versuche uns für dumm zu verkaufen, unterminieren die Akzeptanz der EU mehr als jeder nölende Politiker. Das ist die wirkliche Gefahr für Europa.

Mit freundlichen Grüßen 

Thomas Schmidtutz

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