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Adobe fiebert Start seines Flaggschiffs Creative Suite entgegen.

09/04/2010

Vorstand John Loiacono sieht Rückenwind für Stapellauf der CS5 – US-Softwarehaus will Dienstleistungsgeschäft kräftig ausbauen


John Loiacono

Von Thomas Schmidtutz

München. Das US-Softwarehaus Adobe erwartet eine starke Nachfrage nach der neuesten Version seines Flaggschiffprodukts Creative Suite (CS): „Wir gehen davon aus, dass wir beim Absatz der CS5 an den Erfolg der CS3 heranreichen können“, sagte der für Adobes Kreativgeschäft zuständige Vorstand John Loiacono im Vorfeld der für Montag geplanten offiziellen Vorstellung der CS5 gegenüber Euro am Sonntag. Die im April 2007 gestartete CS3 spielte nach Berechnungen von Citigroup-Analyst Walter Pritchard insgesamt 3,16 Milliarden Dollar ein und war damit bislang das erfolgreichste Softwarepaket der Kalifornier. Der Absatz der aktuellen Version CS4 litt dagegen unter dem weltweiten Konjunktureinbruch und blieb mit 2,6 Milliarden Dollar hinter den Erwartungen zurück.

Zur Begründung für seinen Optimismus für die CS5 verwies Loiacono auf das deutlich bessere wirtschaftliche Umfeld weltweit. Viele Firmen hätten „während der Wirtschaftskrise Investitionen gescheut“. Nun gebe es „Nachholbedarf“. Gleichzeitig lieferten Microsoft und Apple mit ihren neuen Betriebssystemen Windows 7 und Snow Leopard einen „zusätzlichen Kaufanreiz“, sagte Loiacono. Analysten sehen das ähnlich. So erwartet Goldman Sachs für 2010 ein globales Absatzplus bei PCs von 16,6 Prozent.

Die CS5 wird an diesem Montag (12.4.) weltweit präsentiert. Die englische Version dürfte noch im laufenden Monat verfügbar sein, heißt es aus informierten Kreisen. Weitere Versionen etwa für den deutschen Sprachraum seien noch im Mai zu erwarten. Dazu wollte sich Loiacono jedoch unter Verweis auf die geplante Produktpräsentation nicht äußern. Die Creative Suite umfasst unter anderem das bekannte Bildbearbeitungsprogramm Photoshop. Es gilt als Quasi-Standard in der Branche. Dazu kommen Lösungen für die Gestaltung von Büchern oder Zeitungsseiten (InDesign) oder Mal- und Zeichenwerkzeuge (Illustrator). Zu den Kunden gehören Medienhäuser, Werbeagenturen, Webdesigner oder die Marketing- und Designabteilungen großer Konzerne.

Die Kreativsparte ist der wichtigste Umsatzträger von Adobe. Im vergangenen Geschäftsjahr (November) steuerten Photoshop, InDesign und Co 58 Prozent zum Vorjahresumsatz von 2,95 Milliarden Dollar bei. Bislang schnürte Adobe sechs Pakete mit unterschiedlichen Programmen. Künftig könnte es noch fünf Pakete geben, erwarten Beobachter. Die Preise dürften laut Analysten „weitgehend vergleichbar“ bleiben. Derzeit kostet die CS4 in Deutschland je nach Umfang zwischen 1190 und 3570 Euro.

Ein Mal mit allem, bitte: Die CS5 Master Collection

Die CS5 bringe eine Reihe „deutlicher Verbesserungen“, sagte Loiacono. So werde es künftig „erheblich einfacher“, ganze Objekte aus Fotos zu entfernen. Dabei füllt der Computer auf Basis komplizierter Algorhythmen den Platz für ein ausgeschnittenes Objekt neu aus. Die als Content Aware Fill (auf Deutsch etwa: inhaltssensitives Füllen) bezeichnete Funktion hat in Fachkreisen bereits für Aufsehen gesorgt. Als weitere wichtige Neuerung gilt die Integration von Werkzeugen zur Auswertung des Nutzerverhaltens auf Webseiten. Das Know-how hatte Adobe 2009 mit der Übernahme des Webanalysespezialisten Omniture erworben.

Außerdem plant Adobe mit der CS5 einen deutlichen Ausbau seines Service-Geschäfts. „Da werden wir mit der CS5 einiges bieten“, sagte Loiacono. Adobe hat bereits erste Erfahrungen mit Onlinediensten gesammelt. So können registrierte Nutzer auf www.acrobat.com Dateien erstellen, austauschen und in das weit verbreitete PDF-Format umwandeln. Künftig dürfte es auch für CS5-Kunden möglich sein, dass mehrere Personen an unterschiedlichen Orten gleichzeitig an einer Datei arbeiten, heißt es aus informierten Kreisen. Nach einer kostenlosen Testphase dürfte das Angebot später kostenpflichtig werden: „In drei bis fünf Jahren könnten wir mit dem Webangebot einen spürbaren Umsatzanteil erwirtschaften“, sagte Loiacono.

Adobe sieht wachsenden Bedarf nach Self-Service-Plattformen.

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From → Börse, IT

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